G7-Server des Marktführers Hewlett-Packard
Besonders profitieren konnten von der regen Nachfrage die drei Hersteller Cisco, Fujitsu und IBM. Laut IDC überflügelte IBM mit jetzt 30,5 Prozent Marktanteil nach Umsatz sogar wieder den zwischenzeitlichen Marktführer HP (jetzt 29,8 Prozent), während in der Gartner-Statistik Hewlett-Packard die Marktführung noch knapp vor IBM behaupten konnte. Eindeutig ist aber, das HP und IBM gemeinsam mit rund 60 Prozent Marktanteil die Serverwelt eindeutig dominieren.
Dank eines gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelten Serverumsatzes auf 837 Mio. Dollar konnte Fujitsu als Nr. 5 im Servermarkt den Abstand zu Oracle/Sun (941 Mio. Dollar, +4,2 Prozent) auf Schlagdistanz verringern – und könnte mit diesem Wachstumstempo die Nr. 4 bald überholen. Bis Fujitsu unter die Top 3 vorstoßen kann, dürfte es aber noch lange dauern, denn Dells Serverumsatz wuchs noch um 5,1Prozent auf gut 1,8 Mrd. Dollar; das ist immerhin mehr Serverumsatz als alle Serverhersteller hinter Fujitsu zusammen für sich verbuchen können.
Interessant unter diesen kleineren Anbietern ist der erst im Sommer 2009 in das Servergeschäft gestartete Newcomer Cisco, der laut IDC mit seinem Unified Computing System (UCS) im rasch wachsenden Marktsegment der Bladeserver mit nunmehr 10 Prozent Marktanteil bereits auf Platz 3 hinter HP und IBM vorstoßen konnte. Diese 10 Prozent entsprechen 200 Mio. Dollar Fabrikumsatz, den IDC jeweils ermittelt; den Marktanteil aller Blades im Servermarkt für das 2. Quartal schätzt IDC auf 2 Mrd. Dollar bzw. 15,2 Prozent.
Gemäß der IDC-Analysen legte IBM beim Serverumsatz im Jahresvergleich um 24,5 Prozent auf gut 4 Mrd. Dollar zu, während der Gesamtmarkt um 17,9 Prozent auf 13,156 Mrd. Dollar wuchs. Damit gewann IBM 1,6 Prozentpunkte an Marktanteil im Vergleich zum Vorjahresquartal. Das gelang auch, weil laut Pressesprecher Hans-Jürgen Rehm 847 Server und Speicher anderer Hersteller ausgetauscht werden konnten, darunter 253 von Oracle/Sun und 248 von HP. Durch Power Systems seien in 334 Kundensituationen Mitbewerbersysteme ersetzt worden, darunter 210 von Oracle/Sun und 110 von HP.
Der Weltmarkt für Server insgesamt wuchs laut „Worldwide Quarterly Server Tracker“ von IDC im 2. Quartal um 17,9 Prozent auf 13,2 Mrd. Dollar Fabrikumsatz. Das wäre damit das sechste Quartal in Folge mit einem Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr, wobei das Niveau von 2008 (13,97 Mrd. Dollar Umsatz) vor der Lehmann-Pleite noch nicht ganz erreicht werden konnte. Immerhin wurden laut IDC aber 2,1 Mio. Geräte ausgeliefert, 8,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und die bisher zweithöchste Stückzahl in einem 2. Quartal aller Zeiten.
Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommt die Gartner Group. Sie meldet ein Wachstum der Umsätze mit Servern um 19,5 Prozent auf 13,241 Mrd. Dollar, allerdings nur 8 Prozent höhere Stückzahlen – insgesamt gut 2,33 Mio. Server. Beide Male hat hier HP die Nase vorn, nach Umsatz knapp vor IBM und bei den Stückzahlen deutlich vor Dell (siehe Tabellen). Die fünf größten Serverhersteller konnten alle – bis auf Dell – die Zahl der verkauften Server steigern.
Die Gartner Group veröffentlichte auch die Zahlen für den europäischen Servermarkt, der im 2. Quartal um 15,2 Prozent auf 3,69 Mrd. Dollar wuchs – und bei den verkauften Serversystemen um 5 Prozent auf 611.000 Stück. Das Ranking der Hersteller sieht ähnlich aus – nur taucht mit Lenovo statt Oracle auch einmal ein anderer Name in den Top 5 auf.
Servermarkt erholt sich im Schneckentempo
HP enttrohnt den Serverkönig IBM
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