All for One Steeb AG plant Umfirmierung

Das „Steeb“ soll verschwinden

In den vergangenen Jahren hat die All for One Steeb AG viele Firmenkäufe getätigt. „Um nunmehr als Gruppe mit einem integrierten Portfolio besser im Markt wahrgenommen zu werden, sollte auch die bisherige Firmierung der Gesellschaft angepasst werden“, heißt es in der Einladung zur Hauptversammlung der Aktionäre am 13. März, die über eine Umfirmierung in „All for One Group AG“ entscheiden soll.

Stefan Land, All for One Steeb AG

Finanzvorstand Stefan Land will den Marktzugang des SAP-Partners verstärkt in Richtung gehobener Mittelstand erweitern.

Im Rahmen der im vergangenen Jahr gestarteten „Strategieoffensive 2022“ (Einmalkosten: 0,6 Mio. Euro) ist für den SAP-Partner auch ein „neuer Markenauftritt mit verbesserter Wahrnehmung als Gruppe“ vorgesehen, zu der die vorgeschlagene Umfirmierung beitragen soll. Dazu soll außerdem die gesamte Organisation auf neue Wachstumsziele ausgerichtet werden, so dass die Durchdringung der Stammkundenbasis per „Cross Selling“ verstärkt wird .

Der Neukundenvertrieb erfolgt künftig in spezialisierten „Market Units“ , wobei der Kundenfokus in Richtung gehobener Mittelstand erweitert werden soll. Außerdem ist der Auf- und Ausbau gruppenweiter Shared- und Corporate-Services vorgesehen. Neue Wachstumsthemen werden dann in eigenen (ERP-unabhängigen) „Market Units “ adressiert – wie „IT-Security“, „IoT & Machine Learning“, „New Work“, „LOB-Cloud“, „Own IP“, „Application Services“ und „Support “.

Ob die Aktionäre dafür eine Umfirmierung und den Abschied von der Steeb-Vergangenheit im Namen goutieren, wird die Hauptversammlung entscheiden. Notwendig erscheint das nicht. Und wie integriert das zugekaufte Portfolio wirklich ist, zeigt sich dann in der Praxis beim Kunden. Marketing kann diese Integration auch vortäuschen.

Cloud-Transformation nimmt Fahrt auf

„Über SAP S/4 Hana hinaus wollen wir in den stark nachgefragten Wachstumsfeldern wie ‚New Work‘ oder ‚Cybersecurity & Compliance‘, aber auch mit eigener IP unsere Kunden weiter durchdringen und unseren Marktzugang verstärkt in Richtung gehobener Mittelstand erweitern“, sagte Finanzvorstand Stefan Land. „Bis 2022/23 sollen unser Umsatz auf 550 Mio. bis 600 Mio. Euro und die EBIT-Marge auf über 7 Prozents steigen.“

„Die Cloud-Transformation nimmt weiter Fahrt auf“, hieß dann auch heute bei Vorlage der ungeprüften Ergebnisse für den Zeitraum vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2018. Zwar seien die Einmalumsätze aus dem Verkauf von Softwarelizenzen gegenüber dem Rekordniveau des Vorjahres erwartungsgemäß um 23 Prozent auf 16,5 Mio. Euro zurückgegangen, doch im Gegenzug die Umsätze mit Cloud-Services und -Support um 25 Prozent auf 16,8 Mio. Euro gesteigert. Die wiederkehrenden Erlöse (plus 14 Prozent auf 42,0 Mio. Euro) enthalten zudem die Umsätze mit Software-Support (plus 8 Prozent auf 25,3 Mio. Euro). Der Anteil der wiederkehrenden Erlöse am Gesamtumsatz stieg somit auf 45 Prozent (4. Quartal 2017: 40 Prozent), die Gesamterlöse wuchsen rein organisch um insgesamt 3 Prozent auf 94,2 Mio. Euro.

Transformation sei aber nicht nur etwas für die Kunden, so Land weiter – „auch unsere eigene schreitet zügig voran. Ein bedeutender Move ist beispielsweise der integrierte Marktauftritt der Gruppe unter einer neuen Markenarchitektur und einem vollumfassenden Leistungsangebot zur Transformation und Weiterentwicklung unserer Kunden.“

Strategieoffensive kostet Millionen

Im Übergangsjahr 2018/19 rechnet Land „aufgrund der forcierten Transformation von Einmalumsätzen mit Softwarelizenzen hin zu wiederkehrenden Cloud-Umsätzen“ mit einem Gesamtumsatz im Bereich von 345 Mio. bis 355 Mio. Euro. Wie er bereits bei der Vorlage der Jahresbilanz erklärte, investiere man „bewusst und gezielt in unsere Strategieoffensive und rechnen für 2018/19 auf EBIT-Ebene einmalig mit Sonderbelastungen im mittleren einstelligen Millionenbereich.“

Als Generalunternehmer betreut das Unternehmen heute mit über 1.700 Mitarbeitern mehr als 2.000 Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz - vorwiegend SAP-Anwender aus der mittelständischen Fertigungs- und Konsumgüterindustrie. Die Firmengeschichte reicht bis auf die im Jahre 1959 die aus dem gegründeteIT-Tochter des Schweizer Amag-Konzerns zurück, die Wettingener AC-Automation Center AG (später AC-Service GmbH) zurück. Eine zweite Wurzel ist die All for One Midmarket Solutions & Services GmbH, die 2006 im Zuge der Neuausrichtung der AC-Gruppe zu einem SAP Komplettdienstleister für den Mittelstand übernommen worden war. Am 1. Dezember 2011 hatte das dann All for One Midmarket AG genannte Unternehmen die SAP-Tochter Steeb Anwendungssysteme GmbH übernommen und sich im März 2012 in All for One Steeb umbenannt – und seither viele weitere IT-Firmen übernommen.

Bildquelle: All for One Steeb AG

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