Tibco-Manager Erich Gerber: „Unsere Strategie besteht darin, auf allen Ebenen von der Datenintegration bis zur Analytics-Ebene so viele Anforderungen abzudecken und zu erfüllen wie möglich.“
Um die „Datenförderung“ zu vereinfachen und leistungsfähiger zu machen, hat der Software-Konzern sein Portfolio an Datenmanagement-Tools jetzt in puncto Bedienkomfort und Skalierbarkeit verbessert. Dank der Neuerungen unter anderem in den Lösungen für Stammdaten-Management und Datenvirtualisierung können Organisationen eine Datenschicht zur Verfügung bereitstellen, die Daten und ihr Wert vollumfänglich zu Tage fördern soll.
Außerdem gab es News rund um das BI-Tool Webfocus, das seit der Übernahme von Information Builders vor einem Jahr (siehe DV-Dialog 11-12/2020, Seite 6) zum Portfolio gehört. Dazu befragten wir den Tibco-Manager Erich Gerber.
Ende September hat Tibco die ersten Produktneuerungen nach der Übernahme von Information Builders vorgestellt. Was sind die wichtigsten Innovationen?
Erich Gerber: Lassen Sie mich betonen, dass wir bei der Integration der ibi-Lösungen einen Ansatz nach dem Motto „Better Together“ verfolgen. Das bedeutet, dass wir unsere Stärken miteinander kombinieren.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11-12/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Unser Portfolio besteht aus den Bereichen Connect, Unify und Predict. Unsere Connect-Lösungen sorgen für die API- und ereignisgesteuerte Integration von Datenquellen zur Automatisierung von Prozessen und Workflows. Die Unify-Lösungen optimieren das Management, die Qualität und Governance von Stamm-, Referenz- und Metadaten und schaffen eine harmonisierte Sicht auf die Daten inklusive Streaming-Daten, ohne einen zentralen Data Lake schaffen zu müssen. Letzteres nennen wir übrigens Datenvirtualisierung, die ungleich schneller, flexibler und agiler ist als frühere Ansätze.
Darauf aufbauend ermöglichen wir mit unseren Predict-Lösungen für Visual Analytics, Data Science und Streaming-Analytics die umfassende Echtzeit-Analyse jeglicher Daten aus unterschiedlichsten Quellen inklusive flüchtiger Streaming-Daten, z. B. von einer Maschine am so genannten Edge.
Konkret haben wir auf unserer Kunden- und Partnerkonferenz, die Sie angesprochen haben, Neuerungen unserer ursprünglich von ibi stammenden Lösung Webfocus vorgestellt, die ideal zu unserem Portfoliobereich Predict passt. Die Software ist ab sofort als SaaS-Lösung verfügbar, die sich beliebig skalieren lässt und die bisherigen Bereitstellungsoptionen erweitert.
Darüber hinaus liefern die Neuerungen in Webfocus erweiterte Authoring- und Assembly-Funktionalitäten wie Filterung, Styling, Reporting und App-Entwicklung von einer einzigen Konsole aus. So helfen wir Unternehmen, neue Wege zu beschreiten, wie sie Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen nutzen können, um ihre Daten besser aufzubereiten, Inhalte zu erstellen und leichter zusammenzuarbeiten.
Welche Rolle spielt dabei die IBM – als Plattformlieferant und Partner?
Gerber: Viele unserer Kunden nutzen IBM als Plattformlieferanten. Unsere Lösungen setzen jedoch oberhalb der Ebene der Infrastruktur und Datenbanken an. Der Mehrwert durch unser Angebot entsteht gerade dadurch, dass wir uns zu allen Datenquellen unterschiedlichster Anbieter verbinden können, auf welcher Plattform auch immer. Aber damit das auch reibungslos funktioniert, unterhalten wir mit den Anbietern enge Technologiepartnerschaften. Das gilt insbesondere auch für IBM.
Information Builders war ja ein langjähriger OEM-Lieferant der IBM, wobei für unsere Leser das Produkt IBM DB2 Web Query for i besonders interessant ist. Inwiefern ist dieses Produkt von der Übernahme betroffen? Wird Tibco der IBM auch in Zukunft innovative Technologien dafür bereitstellen?
Gerber: Die OEM-Partnerschaft werden wir weiterführen. Unsere BI-Plattform Webfocus sowie die ETL-Lösung Data Migrator sind weiter die Basis für Db2 Web Query for IBM i. Sie werden auch in Zukunft im Rahmen unserer Partnerschaft mit IBM auf der IBM-i-Plattform zur Verfügung stehen.
Seit der Übernahme haben wir bereits neue Versionen von Webfocus und Data Migrator veröffentlicht – und werden die Produkte auch in Zukunft kontinuierlich weiterentwickeln. Im Fokus der aktuellen Version steht die Modernisierung der Benutzeroberflächen, die Vereinfachung von Web-basierenden Benutzer-Workflows sowie die umfassendere Integration von Data Science und ML in diese Workflows.
Auch in Zukunft bieten wir so unseren Kunden und Partnern eine strategische Business-Intelligence- und Analyse-Lösung auf den verschiedensten Plattformen – sowohl auf IBM i als auch in der Cloud.
Gibt es über Webfocus hinaus weitere Neuerungen, die für Nutzer der IBM-Plattform Power i interessant sind?
Gerber: Wie Webfocus unser Portfolio im Bereich Predict verstärkt, so arbeiten wir zurzeit an der Integration der von ibi übernommenen Datenqualitätswerkzeuge als Tibco DQ, wobei DQ für Datenqualität steht – und erweitern damit unsere Lösungssparte Unify. Dadurch können wir für eine noch höhere Qualität im Stammdaten-Management und beim Thema Datenvirtualisierung sorgen. Davon profitieren natürlich auch Nutzer der IBM-Plattform Power i.
In welche Richtung treibt Tibco die Produktentwicklung langfristig voran – und wo liegen die aktuellen Entwicklungsschwerpunkte mit Blick auf die nächsten Releases?
Gerber: Unsere Strategie besteht darin, mit unseren Lösungen auf allen Ebenen von der Datenintegration bis zur Analytics-Ebene so viele Unternehmensanforderungen abzudecken und zu erfüllen wie möglich.
Dies gelingt am besten dadurch, dass wir unsere drei aufeinander aufbauenden Portfoliobereiche ständig weiterentwickeln und optimieren. Gerade die Integration dieser drei Bereiche und Ebenen liefert einen Mehrwert, der größer ist als die Summe ihrer Teile.
Herr Gerber, vielen Dank für das Interview!
Bildquelle: Tibco, Peshkov/iStock/Getty Images Plus