Christian Winterfeldt: „Unsere Strategie der Tape-Virtualisierung macht unsere Kunden weitgehend unabhängig vom einem bestimmten LTO-Standard.“
Herr Winterfeldt, welche Trends im Storage-Markt sind bedeutsam für den Mittelstand?
Christian Winterfeldt: Durch die wachsende Nutzung von Edge Computing werden immer mehr Daten direkt am Entstehungsort verarbeitet und gespeichert. Gleichzeitig sehen wir einen Trend zur Automatisierung von Routineaufgaben für eine höhere Produktivität. Eine Voranalyse des erwarteten Datenaufkommens und ein proaktives Monitoring helfen Unternehmen in diesem Zusammenhang dabei, den Speicherbetrieb intelligent zu optimieren und eine hohe Verfügbarkeit sicherzustellen.
Stichwort Flash: Welche Optionen bietet Dell Technologies hier für IBM-i- bzw. AS/400-Anwender? Und was sind die Vorteile gegenüber den Flash-System der IBM?
Winterfeldt: Dell Technologies stellt für die Storage-Anbindung an Power-Systeme mit IBM i OS zwei All-Flash-Storage-Optionen bereit: Eine einfache und kostengünstige Möglichkeit bieten unsere Midrange-Storage-Produkte Power Store und Unity XT, welche mittels VIOS/vSCSI angebunden werden.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3-4/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Bei höheren Ansprüchen an Performance und Verfügbarkeit kommen unsere Highend-Arrays Power Max zum Einsatz. Sie eröffnen die Möglichkeit einer nativen Anbindung über NPIV und der, zusammen mit IBM entwickelten, Schnittstelle D910. Wichtigste Vorteile gegenüber der DS8000-Produktlinie sind technische Merkmale wie die Nutzung von NVMe- und SCM-SSDs, Inline-Deduplizierung und -Komprimierung der Daten sowie Scale-Up und Scale-Out. Zur Konsolidierung der Storage-Landschaft können unsere Speichersysteme zudem auch Open-Systems-Workloads aufnehmen.
Stichwort Backup und Recovery: Welche B&R-Varianten kann Dell hier im Umfeld des System i unterstützen – von Tape bis Cloud?
Winterfeldt: Wir empfehlen dafür die Nutzung unserer virtuellen Tape-Library basierend auf Power Protect DD. Die wesentlichen Vorteile gegenüber klassischen Bandlaufwerken sind unter anderem eine höhere Performance durch Parallelisierung des Backup- und Restore-Vorgangs, die Flexibilität bei der Anzahl virtueller Bandlaufwerke, die Möglichkeit zur Erstellung einer zweiten Backup-Kopie durch Replikation an einen weiteren Standort und die Nutzung von Cloud-Storage zur kostengünstigen Speicherung der Langzeit-Backups.
IBM bringt aktuell die neuen Power10-Server auf den Markt. Ist geplant, dass Dell Technologies auch diese neue Plattform unterstützt?
Winterfeldt: Wir unterstützen bereits die neueste IBM-Power10-Hardware. Sie kann, wie beschrieben, sowohl über VIOS/vSCSI, als auch für unser Produkt Power Max nativ per NPIV über die D910-Schnittstelle eingebunden werden.
Parallel dazu ist mittlerweile das neue Tape-Format LTO9 erhältlich. Wie sind die Roadmap hierfür aus – mit Blick auf Medien, Laufwerke, Bibliotheken und VTLs?
Winterfeldt: Bislang war es gang und gäbe, sich an LTO-Generationen zu orientieren und bei einem Generationswechsel wie jetzt auf LTO9 erneut in die Migrationsspirale mit ihren Zwängen und Kosten einzutauchen. Unsere Strategie der Tape-Virtualisierung macht unsere Kunden jedoch – wie im Falle der Power Protect DD VTL – weitgehend unabhängig vom einem bestimmten LTO-Standard. Kunden können also die Vorteile von LTO9 wie beispielsweise die verdoppelte Bandkapazität, gleichzeitig aber auch ihre bestehenden Speicher in einer virtualisierten Library nutzen.
Gibt es spezielle Ablöseangebote für auslaufende oder umgetaufte IBM-Produkte, wie z.B. den Massenspeicher Protectier oder den Tivoli Storage Manager?
Winterfeldt: Sowohl für Mainframes (System z) als auch für IBM i (System i) steht dazu die Appliance Power Protect DD zur Verfügung. Bei IBM i kann sie nativ per FC/VTL angebunden werden. Aus Sicht des Administrators ändert sich nichts, abgesehen von der erfreulichen Tatsache, dass sich der administrative Aufwand durch den Einsatz von Disk-Medien reduziert.
Deduplizierte Daten werden dank der PPDD-Technologie schnell und effizient repliziert, und die Restore-Geschwindigkeit sinkt im Schnitt auf unter eine Sekunde Zugriffszeit. Zudem werden sowohl ECS/Cloud-Storage für Long-Term-Retention als auch der Cyber-Vault-Ansatz für Mainframe-Storage-Replikationen unterstützt.
Aktuell ist viel vom Objektspeicher die Rede. Bieten Sie hier auch Lösungen an, die für IBM-Anwender interessant sind?
Winterfeldt: Das Thema Objektspeicher ist hochinteressant und wird an Bedeutung noch gewinnen. Aktuell bieten unsere beiden Produkte Power Scale und ECS die Möglichkeit, Objektspeicher über die S3-Schnittstelle zur Verfügung zu stellen. Damit sind sie auch eine Option für IBM i, denn mittlerweile kann S3 von IBM i genutzt werden.
Herr Winterfeldt, vielen Dank für das Interview!