Rotterdam schickt hyperintelligenten Container auf Weltreise

Den Logistik-Daten auf der Spur

Gestern wurde der hyperintelligente „Container 42“ vom Rotterdamer Hafen aus auf eine zwei jährige Datensammlungsreise um die Welt geschickt. Anfang Juni trifft er in München ein und ist dort auf der Fachmesse Transport Logistic 2019 zu besichtigen.

  • Kräne in Rotterdams Container-Hafen

  • Liefert das „Datenfutter“ für den „digital Twin“ des Hafens: Der Container 42.

Der Rotterdamer Hafen strebt mit dem Ziel, als „smartester Port“ zu gelten, eine Vorreiterstellung beim digitalen Wandel von Hafen und Logistik an. „Container 42“ soll als Symbol für diese Transformation dienen. Der mit Sensoren und Kommunikationstechnologie ausgestattete Container misst während der Reise Vibrationen, Gefälle, Position, Schall, Luftverschmutzung, Feuchtigkeit und Temperatur. Er ist außerdem mit Solarmodulen versehen, um zu ermitteln, wie viel Energie ein Container auf einem Containerschiff, Zug oder Lkw auf der Reise erzeugen kann.

Datenfutter für den „digital Twin“ des Hafens

Das Projekt soll vor allem die Frage beantworten, welchen Einflüssen eine Containerladung auf der Seereise und beim Transport über Land ausgesetzt ist. All diese Einflüsse zeichnet der Container 42 auf. Die gesammelten Daten bieten einen Einblick in die Herausforderungen in Transport und Logistik und tragen zur Entwicklung eines sogenannten „digital Twin“ – eines digitalen Zwillings – des Hafens bei, einer digitalen Darstellung des tatsächlichen, physischen Hafens.

Die Basis dafür ist die heutige „Internet of Things“-Plattform des Rotterdamer Hafens. Über diese Cloud-Plattform sammelt und verarbeitet der Hafenbetrieb Daten von Sensoren auf dem Hafengelände. Sie erfassen Echtzeitdaten unter anderen über die Infrastruktur, Wasser und Luft.

Digitalisierung beschleunigt Abfertigung der Schiffe

Auf Basis dieser Daten will der Rotterdamer Hafen die Qualität seiner Dienstleistungen weiter verbessern. Die Digitalisierung soll dem Rotterdamer Hafen eine sichere, zuverlässigere und schnellere Abfertigung als bisher ermöglichen. Sie ist zudem eine gute Voraussetzung dafür, dass in Zukunft autonome Schiffe den Hafen Rotterdam anlaufen können.

Ziel ist die Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit des Rotterdamer Hafens als logistische Drehscheibe und auch als Industriekomplex von Weltklasse - nicht nur was den Umfang, sondern auch was die Qualität betrifft, um die Handelsströme noch effizienter zu machen.

Transport Logistic in München

Bevor der Container um die Welt reist, kann man den Container 42 auf der Fachmesse Transport Logistic 2019 in München besichtigen. Vom 4. bis 7. Juni steht er am Eingang an der Ostseite. Experten des Rotterdamer Hafenbetriebs und einige Partner informieren dort über ihre Innovationen im Bereich der Digitalisierung.

Bei der neuen Plattform Container 42 arbeitet der Hafenbetrieb Rotterdam mit diversen Partnern intensiv zusammen, darunter IBM, Cisco, Esri, Axians, Intel, Hyet Solar, Van Donge & de Roo, Awake.ai, Betta Batteries, Simwave, Advanced Mobility Services, Kalmar und Shipping Technology.

Bildnachweise: Hafenbetrieb Rotterdam N.V., Danny Cornelissen, Grant Pinkney (Kramer)

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