Kommentar von Heiko Gloge, Managing Director & Partner bei Igel Technology

Der wahre Thin Client ist die Software

Was macht heutzutage einen Thin Client aus? Wer den Markt aufmerksam beobachtet, dem wird klar: der Knackpunkt ist die Software. Eine, die nicht nur Thin Clients, sondern auch PCs und Notebooks sicher und lückenlos fernadministrierbar macht.

Heiko Gloge sieht im zentralen Management der Endgeräte der Hauptvorteil der Thin Clients

IT-Leiter und Administratoren erwarten von einem modernen Desktop sieben Dinge: Die User müssen damit sicher, performant und ortsunabhängig arbeiten können, gleichzeitig muss er verfügbar, ökologisch und vor allem effizient sein. Last but not least sollte er auch Compliance-Richtlinien erfüllen, beispielsweise für eine positive Bewertung bei der Kreditvergabe im Rahmen von Basel II.

Dieser Anforderungskatalog ist ohne Frage komplex und lässt sich mit Fat Clients kaum noch erfüllen. Doch es gibt eine Alternative: Software-Thin-Clients. Denn ähnlich wie bei Smartphones und Tablets bestimmt nicht ausschließlich die Hardware den Kundennutzen. Was bei mobilen Geräten die Apps sind, ist bei Thin Clients die Connectivity – bezüglich Peripherie, Server, Clouds, etc. – und das Remote-Management mit seinem enormen Potential zur Kostensenkung.

Bloßes PC-Repurposing ist folglich zu kurz gegriffen. Eine moderne Workspace-Lösung besteht vielmehr aus einer intelligenten Kombination aus Thin Client und Managementsoftware. Nur so lassen sich möglichst alle Computing-Devices im Unternehmensnetz einheitlich, sicher und bei minimalem Personaleinsatz ausrollen, administrieren und verwalten – also remote managen.

Das Potential einer solchen Lösung offenbart auch die jüngste Wirtschaftlichkeitsanalyse des Fraunhofer Instituts Umsicht. Demnach liegen die Gesamtkosten für einen Software-Thin-Client, der auf vorhandener PC-Hardware läuft, bereits über eine relativ kurze Einsatzdauer von drei Jahren um 47 Prozent unter denen eines gemanagten Windows-PCs mit zentraler Software-Verteilung. Für einen mobilen Software-Thin-Client auf bestehender Notebook-Hardware liegen die Einsparungen gegenüber dem Neugerät sogar bei 55 Prozent. Diese Einsparungen gelten für 100 Geräte; in größeren Umgebungen fällt die Ersparnis aufgrund der Skaleneffekte größer aus.

In den kommenden Jahren wird es immer mehr um die Frage gehen, wie die IT ihren Anwendern einen effizienten Cloud-Zugriff ermöglicht, der so gut wie keine Arbeit mehr macht – und der nicht das Risiko beinhaltet, in eine technologische Sackgasse zu geraten. Deshalb sind Software-Thin-Clients gefragt, die einem Multiprotokoll-Ansatz folgen und flexibel auf diversen Hardware-Plattformen eingesetzt werden können.

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