Interview mit Alexander Kühn, Geschäftsführer der n-komm GmbH

„Die Cloud als Voraussetzung für Digitalisierung“

Ihre Digitalisierungsbestrebungen sehen viele Unternehmer skeptischer als noch vor einem Jahr. Kenner des Marktes sind aber wie Alexander Kühn, Geschäftsführer des Karlsruher IBM-Partners n-komm GmbH, aufgrund ihrer Erfahrung aus vielen Projekten überzeugt davon, dass uns in Deutschland die digitale Transformation gelingen wird.

  • Bildquelle: Andrea Fabry

    Alexander Kühn: „Nicht jeder sieht der Massenbewegung in Richtung monopolartiger Cloud-Dienste positiv entgegen.“

  • Bildquelle: Andrea Fabry

    Alexander Kühn: „Auf Basis der Applikationen müssen die Daten auf IBM i wie auf jedem anderen System durch ein striktes Security-Management geschützt werden.“

  • Bildquelle: Andrea Fabry

    Alexander Kühn sorgt für Durchblick „in wolkigen Zeiten“.

Marco Lenck, der Vorstandsvorsitzende der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe, nennt für die zunehmende Skepsis in Sachen Digitalisierung vier Ursachen: Erstens Defizite in den ERP-Angeboten, zweitens technische und/oder organisatorische Probleme und drittens den vom Bitkom gebetsmühlenartig beklagten Fachkräftemangel. Viertens sei nach einer ersten Euphorie Realismus eingekehrt. „Es gibt zwar erste Erfolge“, so Lenck. „Diese Erfolge haben aber auch viel Schweiß gekostet.“
„Die Themen lassen sich heute besser greifen und damit auch, welche organisatorischen oder technischen Brocken bei den Digitalisierungsvorhaben noch vor den Unternehmen liegen“, konstatiert Lenck. Ein weiteres Hemmnis könnten auch die Kosten für die Digitalisierung sein. Während die DSAG so ein durchaus realisti­sches Bild vom Stand der Digitalisierung in Deutschland vermittelt, sehen andere Auguren, speziell solche amerikanischer Herkunft, das völlig anders. Sie stellen den deutschen Mittelstand gern als rückständig, oft als geradezu hinterwäldlerisch in Sachen IT dar.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5-6/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

„Ich bin kein Freund von Schwarzmalerei“, sagt Alexander Kühn, Geschäftsführer des Karlsruher IBM-Partners n-komm GmbH, im Interview mit DV-Dialog. „Natürlich haben wir in Sachen Digitalisierung noch einige Hürden zu stemmen […]. Aber es gibt auch sehr positive Ansätze.“ Kühn weiß, wovon er spricht, denn seit der Gründung von n-komm im Jahr 2000 liegt der Tätigkeitsschwerpunkt auf der Betreuung öffentlicher Verwaltungen und Unternehmen mit 15 bis 5.000 Arbeitsplätzen. Kernkompetenzen sind die E-Akte für Kommunen und generell Dokumenten-Management. Als langjähriger Partner von IBM und Microsoft bringt n-komm außerdem alle Werkzeuge mit, um Unternehmen im Bereich „Collaboration“ und „Cloud Computing“ zu unterstützen.

„Selbstverständlich stehen wir auch nach der Durchführung von Projekten unseren Kunden als Ansprechpartner mit unseren Dienstleistungen wie Betreuung, Wartung oder Support der Anwendungen und ­Systeme zur Verfügung“, verspricht Kühn. Um den Bereich IT-Services auszubauen, habe man erst im vergangenen Jahr die Wilsch IT-Services GmbH in Grünwald bei München übernommen und sich so auf rund 45 Mitarbeiter in Deutschland, Österreich und der Schweiz verstärkt. „Die IT unserer Kunden muss funktionieren – und zwar immer! Hierfür sorgen wir mit unseren Managed-Services, Monitoring-Lösungen und Wartungsverträgen.“

Ein Beispiel dafür ist sein Projekt „KAcloud“. Der IT-Betrieb erfolgt hier nach deutschem Recht in einem Karlsruher Rechenzentrum. Kühn garantiert, dass die Daten sicher sind und der Betrieb nach deutschem Recht (BDSG) erfolgt. „KAcloud ist ein Cloud Projekt der n-komm GmbH“, so Kühn weiter. „Damit liegen die Daten bei einer deutschen Firma in Karlsruhe und nicht bei einem der großen amerikanischen Hersteller, die lediglich Rechenzentren in Deutschland betreiben, aber nicht nach deutschem Datenschutzrecht die Speicherung Ihrer Daten garantieren. Das ist der Unterschied!“

Herr Kühn, bei der Digitalisierung wird der deutsche Mittelstand oft als rückständig und geradezu hinterwäldlerisch dargestellt. Wie ist Ihr Eindruck in der Praxis: Sind Mittelständler überwiegend modern und experimentierfreudig oder aber eher übervorsichtig und risikoscheu?
Alexander Kühn: Ich bin kein Freund von Schwarzmalerei. Deswegen sehe ich Deutschland nicht so hinterwäldlerisch wie manch ein anderer. Natürlich haben wir in Sachen Digitalisierung noch einige Hürden zu nehmen – und speziell der deutsche Mittelstand und unsere „Hidden Champions“ haben teilweise Nachholbedarf. Aber es gibt auch sehr positive Ansätze. Deshalb bin ich überzeugt davon, dass uns die digitale Transformation gelingen wird. Um auf Ihre Frage zu kommen, den Mittelstand würde ich hier ein wenig risikoscheu bezeichnen. Was aber nicht unbedingt schlecht sein muss.

Also gehen Mittelständler mit der gebotenen Sorgfalt zur Sache. Welche Merkmale zeichnen Ihrer Meinung nach die sorgfältige Planung und Durchführung von Digitalisierungs-Projekten aus, die unnötige Risiken vermeidet und typische Stolpersteine von vornherein aus dem Weg räumt?
Kühn: Genau so ist es! Gerade Mittelständler, häufig familiengeführte Unternehmen, gehen mit großer Sorgfalt vor. Bei der Planung und Durchführung von Digitalisierungs-Projekten ist der erste wichtige Erfolgfaktor, eine lange Projekt­erfahrung in den Themen einbringen zu können. Im Bereich DMS/ECM sind wir seit Firmen­gründung auf dem Markt aktiv und haben schon die Arbeitsprozesse zahlreicher Unternehmen und Behörden digitalisiert. Weiterhin ist es wichtig, in Workshops die Anforderungen der Kunden aufzunehmen, in IT-Konzepte zu übersetzen und diese dann gemeinsam umzusetzen. Hier können wir aus unseren Erfahrungen „Best Practices“ zur Umsetzung von Projekten einbringen. Dokumenten-Management für den Mittelstand ist dabei sicher langfristig ein zentrales Thema.

Gibt es denn solche „Best Practices“ im Management von Digitalisierungs-Projekten im Mittelstand, die Sie empfehlen können? Ist das branchenabhängig?
Kühn: Ja, bewährte Vorgehensweisen gibt es. Manche Branchen waren schon immer sehr stark im Bereich Digitalisierung, wie beispielsweise der Handel und die produzierende Industrie – und diese verstärken im Moment ihre Anstrengungen. Bei Dienstleistern fängt die Thematik gerade erst an zu greifen.

Sehen Sie besondere Vorteile oder auch typische Handicaps für solche Digitalisierungs-Projekte, bei denen im Backend die Plattform IBM i zum Einsatz kommt?
Kühn: Die Vorteile von IBM i bleiben die absolute Stabilität, Skalierbarkeit, einfache Bedienung und die Möglichkeit, Bewährtes mit modernen Lösung aus Open Source, Java, Ruby, Node.js usw. zu verbinden. Ein Handicap ist die eingeschränkte Auswahl an Software. Ein weiteres Handicap ist die skeptische bis ablehnende Haltung von Kollegen, welche die Stärken von IBM i nicht kennen. Angeführt wird als Einwand auch immer wieder fehlendes oder nicht mehr vorhandenes Know-how.
Die beiden letzten Punkte sind für mich im Zeitalter der Cloud und Managed-Services aber kein wirkliches Argument mehr. IT kann und muss sich heute auf das Change-Management der Prozesse konzentrieren. Serverbetrieb, die Implementierung neuer Techniken bis hin zur Programmierung können wir für Kunden über unsere Managed-Services sicherstellen.

Können Sie uns das bitte am Beispiel des Cloud Computing – als typischer Begleiterscheinung der Digitalisierung – kurz erläutern?
Kühn: Cloud-Services zählen für mich zu einer der Grundvoraussetzungen, die für die Digitalisierung erforderlich sind. Mit der passenden Cloud-Strategie – also Private, Hybrid oder Public – setze ich in vielen Digitalisierungs­projekten den Grundstein. Auf diesen gilt es dann aufzubauen und die Vorteile der Cloud – Flexibilität, Effizienz und Skalierbarkeit – sinnvoll umzusetzen.
Bei der für die Digitalisierung notwendigen Modernisierung geht es ja auch darum, „Bewährtes und Erkämpftes“ aus AS/400-Zeiten ohne großen Aufwand mit in die künftigen – oftmals hybriden – Szenarien zu übernehmen. Den kompletten Neustart auf der grünen Wiese kann sich ja niemand leisten, von dem unkalkulierbaren Projektrisiko einmal ganz abgesehen...
Kühn: IBM i ist schon lange ein offenes System, das bekannte Standards unterstützt. Eine Stärke dieses Systems ist ja gerade die Verbindung von Kontinuität und Innovation. Auf keinem anderen System haben Sie diesen Investitionsschutz! Sie können bestehende Anwendungen über Jahrzehnte problemlos weiterbetreiben und weiterentwickeln – gleichzeitig aber auch in ihre Digitalisierung investieren, zum Beispiel durch die Integration hybrider Szenarien mittels aktueller Techniken wie JSON, REST, Webservices usw.

Wie gut oder schlecht ist der Midrange-Klassiker als Plattform für das digitale Unternehmen und für das immer populärer werdende Cloud Computing geeignet?
Kühn: Wie gerade ausgeführt, ist IBM i in der aktuellen OS-Version von ihrer Architektur hierfür gut gerüstet. In der n-komm-Gruppe sind wir mit der Wilsch Power Hosting GmbH selbst IBM-i-Cloud-Anbieter und erleben die problemlose Integration der IBM i in diese hybriden Umgebungen. Wer die vielfältigen Vorteile der Cloud aber umfassend Nutzen will, sollte aber die aktuelle Betriebssystemversion V7R3 einsetzen.

Ein typisches Feld der Digitalisierung ist ja das Dokumenten-Management. Bei der Implementierung elektronischer Archive und automatisierter Workflows arbeiten Sie ja mit dem Hersteller Elo zusammen und haben hier viel Erfahrung, gerade auch im Mittelstand bei Behörden. Wie ist Ihr Eindruck von der Digitalisierungsbereitschaft im Dokumenten-Management?
Kühn: Gerade das „Enterprise Content Management“ bietet sich für die Digitalisierung im Mittelstand an. Im Bereich kaufmännischer Software haben Firmen für strukturierte Daten eine ERP- oder Warenwirtschafts-Software im Einsatz. Im Bereich des ECM, der Verarbeitung von unstrukturierten Informationen im Unternehmen, sehe ich noch viele Chancen.
Hier bietet Elo zum einen vorkonfigurierte Lösungen für bestimmte ERP-Systeme, mit dem „Business Logic Provider“ (BLP) aber auch Vorlagen für die Ablage von Dokumenten mit Bezug auf bestimmte ERP-Systeme und Branchen. Außerdem hat Elo aber auch Lösungen für das Eingangsrechnungsmanagement, für den HR-Bereich inklusive Bewerbermanagement, für Vertragsmanagement und für viele andere „vertikale“ Anwendungen im Angebot. Auch wir führen Projekte mit diesen Lösungen durch. Das sind dann Projekte, in denen 80 bis 90 Prozent der Lösung fertig ausgeliefert werden können.

Die neue Version 12 des DMS Elo steht vor der Tür. Was sind die wichtigsten Neuerungen?
Kühn: Wie schon in den Versionen 10 und 11 modernisiert Elo seine Anwendung grund­legend. Das bedeutet nicht nur einfachere Instal­lation, sondern auch einfachere Einrichtung und Optimierung der bestehenden Datenstrukturen. Gleichzeitig werden neben den Anpassungen auf der Server-Seite auch noch die Client-­Integrationen optimiert; so wird z.B. der Web-Client zukünftig die Möglichkeit des direkten Druckens und des direkten Versenden von Mails aus dem Browser heraus bieten.
Eine weitere wichtige Neuerung ist die Umstellung der Office-Integration und damit d­er generellen Integration in Drittanwendungen mit dem neuen DMS-Desktop-Client. Ebenfalls neu ist der „Team Room“, der als Plattform eine Zusammenarbeit zwischen internen Mitarbeitern und externen Personen ermöglicht. Der neue „Integration-Client“ kann in Systeme eingebunden werden, die iFrames unterstützen, wie beispielsweise das ERP-System Microsoft Dynamics Nav.
Sie sehen: Es sind viele interessante Feature zu erwarten. Sie sehen auch bei Elo, dass der Weg eindeutig in Richtung Webanwendung geht. Somit steht einer Containerisierung der Anwendung nichts mehr im Weg.

Stichwort DSGVO: Wie kann Elo 12 bei der Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung helfen?
Kühn: Elo 12 ist die ideale Plattform zur Umsetzung und Einhaltung der DSGVO. Elo bietet unter zwei Gesichtspunkten Unterstützung bei der Einhaltung der DSGVO. Zum einen bietet das System von Haus aus alle Funktionen, die ein Datenschutzmanagement-System aufweisen muss. Interessanterweise kann man auch dieses mit DMS abkürzen.
Als Beispiel nenne ich die Lösch- und Auf­bewahrungskennzeichnung. Hier können Sie einen automatisierten Löschvorgang steuern. Alte oder bedeutungslose Daten können hiermit genauso gelöscht werden wie auch Daten, die gemäß DSGVO gelöscht werden müssen. Zum zweiten bietet Elo bereits seit der Version 11 die Möglichkeit, Dokumente als personenbezogen zu kennzeichnen und gezielt aus dem System zu entfernen, indem nach der entsprechenden Person gefiltert wird.

Neben dem Dokumenten-Management ist ja auch die Kommunikation ein Schwerpunktthema bei der Digitalisierung. Wie sehen Sie als IBM-Partner bei Notes die Anwendungspraxis in diesem Bereich?
Kühn: Die IBM-Produkte Notes und Domino bilden ja schon seit fast drei Jahrzehnten das Rückgrat der internen und auch externen ­Kommunikation tausender Unternehmen. Neben der klassischen E-Mail-Funktionalität und dem integrierten Instant-Messaging liefert die Collaboration-Software Notes auch eine ideale Plattform, um Workflow-Anwendungen für unzählige Anwendungsfälle der innerbetrieblichen Kommunikation und Wissensablage abzubilden.
Die Integration mit den vorhandenen Mail-Funktionen, Benutzerverzeichnis, Zugriffskontrolle und Verschlüsselungsmechanismen ermöglichen hierbei eine sehr effiziente Anwendungsentwicklung. Die Option, den Domino-Server auch als Webserver zu nutzen, öffnet diese Anwendungen sogar für Szenarien, in denen gar kein Client vorhanden ist oder die von außen zugänglich sein sollen.

Auch bei Domino und Notes gibt viel Neues: IBM verkauft gerade diesen Produktbereich an den indischen Entwicklungspartner HCL, der wiederum offenkundig in die Entwicklung investiert. Gerade ist die Version 10 erschienen – und für den Spätherbst ist bereits Version 11 avisiert. Welche Chancen geben Sie diesem Produkt, auch im Vergleich zu Microsofts Office und Googles G-Suite?
Kühn: In den letzten Jahren haben wir bei Notes und Domino unter der Regie der IBM nahezu einen Stillstand erlebt, was die Weiterentwicklung der Produkte angeht. Mit der Übergabe der Produkte an HCL wurde dieser Stillstand gebrochen und gegen eine äußerst lebhafte strategische Planung der Produkte ausgetauscht. Wir erlebten vergangenes Jahr zum ersten Mal seit langem mit der Version 10 ein neues Major-Release – und auch über Version 11 hinaus sehen wir den Ausblick deutlich positiver als früher. Insofern sehen wir dieser Übergabe und der weiteren Entwicklung sehr optimistisch entgegen.
HCL wird in den nächsten Monaten und Jahren zeigen müssen, dass auch geliefert wird. Dann haben Notes und Domino - oder wie auch immer die Produkte in Zukunft heißen werden - durchaus eine Chance, gegen die momentanen Platzhirsche zu bestehen. Dies sicherlich auch aufgrund der Festlegung, weiterhin Software „on premise“ liefern zu wollen. Nicht jeder sieht der Massenbewegung in Richtung monopolartiger Cloud-Dienste positiv entgegen.

Eine große Stärke des Power System i ist seine Zuverlässigkeit und Sicherheit. Worauf ist zu achten, damit sich durch Internet, Apps, Virtualisierung und Cloud keine Sicherheitslücken auftun? Können Managed-Services Abhilfe schaffen?
Kühn: Jeder IT-Leiter mit IBM i als strategischer Plattform kann ruhiger schlafen als andere Kollegen. Einem IBM-System i schieben Sie nicht einen Virus, Ransom­ware, usw. unter. Generell ist die Daten- und Prozesssicherheit unter diesem Blickwinkel wesentlich höher.
Auf Basis der Applikationen müssen die Daten auf IBM i aber wie auf jedem anderen System durch ein striktes Security-Management geschützt werden. Managed-Firewall-Security, klare Breakout-Rules bis Port-Ebene, Passwort-Management usw. müssen auch für IBM i selbstverständlich sein.
Hier erleben wir in der Praxis immer wieder sehr kritische, historisch gewachsene Überraschungen, wie z.B. fehlende Kennwortregeln, zahlreiche Userprofile mit *ALLOBJ-Berechtigung oder FTP-/ODBC-Verbindungen mit komplett unbeschränkten Zugriffsrechten – um nur einiges zu nennen.
In der n-komm-Gruppe haben wir daher mit unserem Partner, der Wilsch Power Hosting, eigene Security-Tools entwickelt, welche über Auto-Learn-Funktionen verfügen und die Komplexität der Absicherung dieser Schnittstellen erheblich reduzieren und die Anforderungen transparent machen.

Der Servicegedanke rückt auch bei der Wartung immer mehr in den Vordergrund, reine Standard-Wartung ist längst „Commodity“. Welche Service-Angebote sind heute, welche in Zukunft gefragt?
Kühn: Die IT wird heutzutage immer komplexer – und so ist es auch im Service bzw. in der Wartung. Als Wartungsanbieter genügt es nicht mehr, sich nur auf eine Hardware zu beschränken. Wir müssen bei der Fehleranalyse das Ganze betrachten, also Netzwerk, Storage, Compute-Node und Anwendungen.
Bei unserem Tochterunternehmen Wilsch IT-Services haben wir letztes Jahr unser Angebot stark erweitert. Wartung und auch klassisches Monitoring, das den Administrator mit ­Status- und Fehlermeldungen überhäuft, sind für uns „Commodity“. Auf Wunsch des Kunden validieren unsere Systeme diese Problem und beheben sie automatisch. Nur wenn eine solche ­„Reparatur“ des Problems innerhalb definierter Prozesse nicht möglich sein sollte, wird ein ­Operator des ­Kunden oder auch unser IBM-i-Support informiert. Mit diesem „Auto-Operating“ entlasten wir die Verantwortlichen komplett von der oft unnötigen Meldungsflut, die andere Monitoring-Systeme heutzutage produzieren.

Was macht heute einen guten, zukunftsfähigen IT-Dienstleister aus?
Kühn: Als Dienstleister dürfen wir niemals stehen bleiben. Wir müssen unser Personal schulen und zertifizieren, den Wissenstand hoch halten. Und dann die Augen offen halten für neue innovative Lösungen, um diese in ihr Portfolio zu integrieren. Wir haben das zum Beispiel gerade mit der hyperkonvergenten Lösung von Windows Server 2019 getan. Mit Hilfe von Bordmitteln können Sie hier eine hyperkonvergente Lösung auf Basis von Standard-x86-Technologie bauen, welche die Kerninfrastruktur eines Unternehmens immens verschlanken wird.

Wenn wir in die Zukunft blicken: Was wird sich bei n-komm ändern, damit der Servicegedanke auch in Zukunft Basis für ein tragfähiges Geschäftsmodell bleiben kann?
Kühn: Wir werden noch stärker mit den Herstellern kooperieren. Und unsere Mitarbeiter noch stärker ausbilden und zertifizieren. Unser Cloud Angebot wird weiter wachsen – und vor allem unser Bereich Managed-Service wird weitere Services anbieten rund um Cloud, IoT und IBM i.
Herr Kühn, vielen Dank für das Interview!

Bildquelle: Andrea Fabry

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok