Dell lanciert neues Storage-Array – auch für IBM i

Die Schnittstelle D910 lebt weiter

Aus Vmax wird ab sofort Powermax: Dell Technologies hat diese Woche auf der Kunden- und Partnerkonferenz World 2018 vor rund 14.000 Teilnehmern in Las Vegas mehrere neue Storage-Lösungen seiner Tochter Dell EMC vorgestellt. Darunter ist mit Powermax der Nachfolger der bisher als Vmax bzw. Symmetrix vermarkteten Baureihe von Speichersystemen, die für den Einsatz mit anspruchsvollen Applikations-Workloads gedacht ist – und die über eine Schnittstelle zur AS/400 und ihren Nachfolgemodellen verfügt.

  • Dell EMC Powermax 2000

    Das Modell Powermax 2000 als kleinere Ausführung der beiden neuen Storage-Arrays speichert bis zu ein Petabyte Daten – auch für DB2 auf IBM i.

  • Dinko Eror, Geschäftsführer bei Dell EMC Deutschland

    Dinko Eror, Geschäftsführer bei Dell EMC Deutschland

„Ein modernes Rechenzentrum ist eine Voraussetzung dafür, dass unsere Kunden einen Wettbewerbsvorteil und bessere Geschäftsergebnisse erzielen können“, sagte Dinko Eror, Senior Vice President und Managing Director bei Dell EMC Deutschland. Man versetze die Kunden mit den „neuen Lösungen, die mit zukunftssicherer Technologie entwickelt wurden“, in die Lage, „die Herausforderungen von heute zu bewältigen und bereit zu sein für die Zukunft.“

Weiterentwicklung der bisherigen Vmax-Reihe

Dells neue Speichersysteme adressieren ein breites Spektrum traditioneller und neu entstehender Rechenzentrums-Workloads. Speziell die beiden neuen Powermax-Speicher, eine Weiterentwicklung der bisherigen Vmax-Reihe mit bis zu 4 Petabyte Kapazität bei 10 Millionen IOPS im Vollausbau, können auch als native externe Speichersysteme für das Power System i dienen, da EMC ein langjähriger Lizenznehmer der IBM für die Schnittstelle dazu namens D910 ist.

Dieser Lizenzvertrag war zuletzt 2012 um zwei weitere Jahre verlängert worden; auch wenn nach der Übernahme von EMC durch Dell im Jahr 2016 eine weitere Vertragsverlängerung nicht kommuniziert worden ist, ging die Zusammenarbeit in der Entwicklung offenbar reibungslos weiter. Das dokumentierte vor dieser Ankündigung nicht nur das vor knapp einem Jahr lancierte damalige Flaggschiffmodell Vmax 950F; auch das im September 2017 vereinbarte gemeinsame Angebot von Vmware-Lösungen in der IBM Cloud unterstreicht die Tatsache, dass beide Hersteller trotz all der natürlichen Rivalität auch konsequent an gemeinsamen Lösungen im Sinne der Kunden arbeiten.

Über die Schnittstelle D910 native ran an IBM i

Powermax wurde laut Hersteller auf Basis einer Architektur für „End-to-End“-NVMe entwickelt; damit sei das System bereit für „Storage Class Memory“ (SCM-Peripherie wird direkt am Memory-Bus des Hauptspeichers implementiert) und „NVMe over Fabrics“ (leitet das NVMe-Protokoll über Fabrics statt wie bisher über die Host-Schnittstelle PCI-Express). NVMe ist die Abkürzung für Nonvolatile Memory Express, eine im Jahr 2011 veröffentlichte Schnittstelle, um nichtflüchtige Massenspeicher (Flash bzw. Solid State Disk, SSD) mit Servern zu verbinden, ohne dass dafür herstellerspezifische Treiber nötig wären.

Das neue Storage-Array Powermax, das in den beiden Modellvarianten 2000 und 8000 mit bis zu 1 bzw. 4 PB Kapazität angeboten wird, ist mit einer in Echtzeit arbeitenden Engine für „Machine Learning“ ausgestattet. Das Modell 8000 besteht im Vollausbau aus zwei 19-Zoll-Racks mit acht sogenannten Engines und erreichte laut Hersteller in Tests die eingangs angeführten 10 Mio. I/O-Operationen pro Sekunde, das kleineres 2000er-Modell (maximal zwei Engines) immerhin rund 1,25 Mio. IOPS. Die Angaben zur Speicherkapazität beziehen sich dabei auf aktivierte Inline Kompression und Deduplikation, die laut Hersteller bis zu 50 Prozent Zugewinn bei der Speicherkapazität bringen. Die maximale Bandbreite bei der Datenübertragung wird mit 150 GB/s angegeben. Die NVMe-SSDs können mit 2, 4 oder 8 TB-Bricks bestückt werden

Der Hersteller spricht von „um 50 Prozent besseren Antwortzeiten“ des neuen 8000-Systems im Vergleich zum Modell Vmax 950F mit SAS-basierten Flash-Laufwerken. Es sei zudem „doppelt so schnell wie der nächste Wettbewerber“, habe ein Vergleich mit dem IBM Flashsystem A9000R vom März 2018 ergeben.

Machine-Learning-Engine eingebaut

Mit der Machine-Learning-Engine soll eine autonome Speicherung möglich werden, indem sie prädiktive Analysen und Mustererkennung verwendet, um die Leistung ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand zu maximieren. Integriertes maschinelles Lernen sei eine kosteneffiziente Möglichkeit, um Storage Class Memory zu nutzen, glaubt man bei Dell EMC. Man sei „aktuell das einzige Unternehmen, das diese Art von Speichersoftware-Intelligenz bieten kann – derzeit werden damit in der High-End-All-Flash-Kundenbasis 425 Mrd. Datensätze in Echtzeit analysiert. Darüber hinaus biete Powermax Inline-Deduplizierung und erweiterte Komprimierung mit einer Datenreduktionrate von bis zu 5:1. Das Storage-Array erreiche eine Verfügbarkeit von mehr als „sechs Neunen“, um die Ausfallzeit wichtiger Anwendungen zu minimieren.

Speicherlösungen werden zunehmend als Teil einer konvergenten Infrastruktur eingesetzt, beispielsweise mit dem VxBlock 1000, die mit Powermax mit End-to-End-NVMe unterstützen und auch die XtremIO X2 All-Flash Arrays nutzen können. Um die Implementierung von Powermax und VxBlock zu beschleunigen, können Unternehmen die Vorteile der Dell EMC Pro Deploy Plus Services nutzen; das beschleunigt die Bereitstellung laut Hersteller um bis zu 66 Prozent, senke die Zahl der Anrufe beim technischen Support bis zu 49 Prozent und liefere bis zu 75 Prozent schnellere Antwortzeiten bei Serviceanfragen.

Bildquelle: Dell EMC

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