Deutlich zulegen kann auch das Geschäft mit Software für die Systeminfrastruktur von Unternehmen.
Marktentwicklung (in Mrd. Euro)
Im vergangenen Jahr hatten die ITK-Umsätze um 2,0 Prozent auf 215 Mrd. Euro zugelegt und damit die Prognose vom 10. Januar 2023 – Umsatzplus von 3,8 Prozent auf 203,4 Mrd. Euro – deutlich übertroffen. Das Umsatzwachstum hat auch positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Zahl der Beschäftigten in der ITK-Branche soll laut Bitkom im Jahresverlauf 2024 um 36.000 wachsen, auf dann 1,368 Millionen. Bereits 2023 sind 28.000 neue Arbeitsplätze entstanden.
Laut Verbands-Präsident Dr. Ralf Wintergerst sind die meisten Unternehmen der Branche krisenfest: „Auch unter schwierigen konjunkturellen Bedingungen, geprägt von geopolitischen Krisen und Haushaltskürzungen, legen Umsätze und Beschäftigung zu. Insbesondere das Arbeitsplatzwachstum könnte noch deutlich größer ausfallen, der Fachkräftemangel erweist sich hier als Hemmschuh. Digitalisierung ist die Antwort auf die aktuellen Herausforderungen für Wirtschaft, Gesellschaft und Staat. Unser Vorsatz für 2024 muss lauten: Mehr Entschlossenheit bei der Digitalisierung und mehr Freiraum für Innovationen.“
Das Geschäftsklima in der Digitalwirtschaft entwickelt sich laut Wintergerst gegen den Trend der Gesamtwirtschaft positiv, wie der vom Bitkom und dem Münchner Ifo-Institut erstellte Digitalindex zeigt. Während der Ifo-Index für die Gesamtwirtschaft im Dezember von minus 9,4 Punkten noch einmal auf minus 11,2 zurückging, legte der Digitalindex von 6,0 auf 9,8 Punkte zu.
Die positive Entwicklung spiegelt sich auch in den Investitionsplanungen der ITK-Unternehmen wider. So wollen 22 Prozent ihre Investitionen 2024 erhöhen und 61 Prozent die Ausgaben konstant halten, 17 Prozent müssen auf die Bremse treten. Dabei wird vor allem in Software sowie Forschung und Entwicklung investiert. „Die Bitkom-Branche startet mit Zuversicht ins neue Jahr. Sie bringt mit ihren Lösungen Effizienz- und Produktivitätszuwächse für die Unternehmen und sie macht positive Stimmung. Beides braucht Deutschlands Konjunktur derzeit wohl dringender denn je“, so Wintergerst.
Die Informationstechnik ist dabei der wichtigste Wachstumstreiber. Nach einer leichten Wachstumsdelle im vergangenen Jahr (plus 2,2 Prozent auf 142,9 Mrrd. Euro) sollen 2024 nach der aktuellen Prognose 151,5 Mrd. Euro umgesetzt werden – das entspricht einem Plus von 6,1 Prozent. Vor allem das Geschäft mit Software legt stark zu (plus 9,4 Prozent auf 45,5 Mrd. Euro). Dabei wachsen die Umsätze mit Plattformen für die Entwicklung, das Testen und die Bereitstellung von Software überdurchschnittlich, und zwar um 12,3 Prozent auf 12,2 Mrd. Euro, das in diesem Segment verortete Geschäft mit KI-Plattformen wächst um 38,3 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro.
Deutlich zulegen kann auch das Geschäft mit Software für die Systeminfrastruktur von Unternehmen. In diesem Segment legen die Umsätze um voraussichtlich 8,1 Prozent auf 10,0 Mrd. Euro zu. Sicherheitssoftware hat daran einen Anteil von 3,9 Mrd. Euro; das entspricht einem Anstieg um 12,7 Prozent. Stark wachsend sind auch die Umsätze mit sonstigen Software-Anwendungen, sie legen um 8,5 Prozent auf 23,2 Mrd. Euro zu. Darin enthalten sind unter anderem Kollaboration-Tools zur Zusammenarbeit und zum mobilen Arbeiten, die beim Umsatz überdurchschnittlich um 13,5 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro zulegen.
Die Umsätze mit IT-Dienstleistungen steigen laut Bitkom 2024 um 4,8 Prozent auf 51,7 Mrd. Euro. Besonders kräftig wachsen dabei Dienstleistungen mit Cloud-Bezug, die einen Anteil von 17,7 Mrd. Euro am gesamten IT-Service-Markt haben und um 17 Prozent zulegen. Wintergerst: „Das insgesamt starke IT-Wachstum zeigt, dass die deutsche Wirtschaft das Thema Digitalisierung ernst nimmt. Die Investitionsbereitschaft bleibt auch unter schwierigen Bedingungen hoch.“
Der Markt für IT-Hardware ist nach einem Einbruch im vergangenen Jahr (minus 5,4 Prozent auf 52,0 Mrd. Euro) wieder deutlich ins Plus gedreht und soll 2024 um 4,6 Prozent auf 54,4 Mrd. Euro zulegen. Größter Wachstumstreiber bleibt dabei der Bereich Infrastructure-as-Service, also gemietete Server, Netzwerk- und Speicherkapazitäten, der um 24,5 Prozent auf 5,8 Mrd. Euro zulegt. Ebenfalls zweistellig wachsen die Umsätze mit Workstations (plus 17,8 Prozent auf 1,0 Mrd. Euro) sowie mit Wearables (plus 15,7 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro). Das Geschäft mit PCs erholt sich und legt um 4,2 Prozent auf 7,9 Mrd. Euro zu.
Unterhalb der Nulllinie entwickeln sich dagegen die Umsätze mit Sicherheitstechnologien, die nach mehreren starken Wachstumsjahren um 1,5 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro sinken. „Das Hardware-Geschäft normalisiert sich allmählich auf Vor-Corona-Niveau – wir haben einen sehr starken Nachfrage-Anstieg mit Beginn der Pandemie gesehen und dann einen deutlichen Einbruch im Vorjahr. Die Unsicherheiten bleiben aber hoch, auch mit Blick auf Lieferketten“, so Wintergerst. „Keinesfalls sollte an der IT-Sicherheit gespart werden. Die Bedrohungslage im Cyberspace hat sich verschärft.“
Bildquelle: iStock / Getty Images, Bitkom