Die DB-Vorstände Dr. Daniela Gerd tom Markotten (Digitalisierung und Technik, links) und Evelyn Palla (Regionalverkehr), am 31. Juli im Pilotwerk für die digitale Instandhaltung der DB Regio.
Ein KI-gestützter Unterflur-Roboter
KI-gestützte digitale Radsatz-Messanlagen sollen für eine effizientere Instandhaltung sorgen.
Schon heute können dank moderner Technik pro S-Bahn-Werk täglich bis zu 20 Stunden an Routinearbeiten entfallen. Digitalisierung, Automatisierung, der Einsatz Künstlicher Intelligenz und eine konzernweite Einstellungsoffensive sind für Dr. Daniela Gerd tom Markotten, DB-Vorstand für Digitalisierung und Technik, außerdem Mittel gegen den drohenden Fachkräftemangel.
Das S-Bahn-Werk München-Steinhausen ist Pilotwerk für die digitale Instandhaltung bei DB Regio. Dort präsentierte Gerd tom Markotten heute gemeinsam Evelyn Palla, DB-Vorstand für Regionalverkehr, drei der digitalen Tools, die die Kapazitäten in der Instandhaltung auch in Zeiten knapper werdender Fachkräfte sicherstellen. Allein Münchens S-Bahn-Flotte wächst dieses Jahr um 16 auf 289 Fahrzeuge, sie werden zusätzlich im Werk in Steinhausen gewartet.
„Pünktlichkeit beginnt im Werk“, betonte Dr. Daniela Gerd tom Markotten. „Die Digitalisierung der Instandhaltung ist deshalb zentral für eine erfolgreiche Verkehrswende. Wenn Tätigkeiten schneller und gezielter ausgeführt werden können, profitieren auch die Fahrgäste. Denn eine kürzere Instandhaltungszeit führt zu einer höheren Fahrzeugverfügbarkeit.“
„Die Werkstatt in München ist die erste, in der wir die neuen digitalen Tools einsetzen“, ergänzte Evelyn Palla. „Wenn auch unsere anderen Metropol-S-Bahnen damit arbeiten, können wir künftig rund 400 S-Bahn-Züge eines einzigen Bautyps schneller warten – das sind mehr Züge, als es ICEs gibt. Davon profitieren dann jeden Tag zukünftig zwei Millionen Fahrgäste.“
Die vorgestellten Tools greifen in drei Bereichen: Eine KI untersucht Bilder, die bei Zugfahrten durch ein Kamerator aufgenommen werden, auf Schäden und Unregelmäßigkeiten am Zug, die Laser-Anlage misst die Profilwerte der Radsätze und der Roboter inspiziert die Züge von unten. Damit ergibt sich ein detailliertes Gesamtbild des Fahrzeugzustandes und des Instandhaltungsbedarfs.
Die Mitarbeiter im Werk wissen künftig dank der Auswertungen genau, wo sie Hand anlegen müssen und können sich gezielt den notwendigen Arbeiten zuwenden. Zeitfressende Routineaufgaben entfallen, etwa die Inspektion der Zugdächer. Die Sichtprüfung des gesamten Fahrzeugs dauert mit dem menschlichen Auge oft mehrere Stunden pro Zug, mit dem Kamerator ist sie in nur wenigen Minuten möglich.
Im Werk München-Steinhausen werden seit 2019 neue Tools für die Zukunft der Instandhaltung getestet und implementiert. In den nächsten Jahren setzt DB Regio diese Tools an fünf weiteren ihrer Standorte ein, darunter zunächst die S-Bahn-Werke in Hamburg, Frankfurt und Stuttgart. Damit greift die Digitalisierung gezielt an Standorten mit den größten einheitlichen Fahrzeugflotten und kann so schnell die größte Wirkung entfalten. Allein in den drei S-Bahn-Werken in München, Stuttgart und Frankfurt werden rund 400 Fahrzeuge eines Typs gewartet.
Deutschlandweit digitalisiert die Bahn ihre Instandhaltung im großen Stil. Aktuell werden bereits 14 Kameratore an neun Standorten genutzt. Bis Ende 2025 sollen neun weitere Kameratore hinzukommen. Außerdem nutzt die Bahn derzeit zehn automatische Radsatz-Messanlagen; bis Mitte 2024 sollen es insgesamt 14 werden.
Bildquelle: Deutsche Bahn / Oliver Lang