Hans-Jörg Klingelhöfer, „Head of BIM 5D“ bei Strabag: „Alles, was nicht in der Cloud funktioniert oder keine offenen Schnittstellen hat, wird früher oder später in unserem Unternehmen keinen Platz mehr haben.“
Noch hinkt die Baubranche in Sachen Digitalisierung zwar hinter anderen Wirtschaftszweigen her, doch zunehmend beweisen smarte digitale Workflows wie bei Strabag, wie sich die Herausforderungen bewältigen lassen und dem drohenden Fachkräftemangel entgegengewirkt werden kann.
Die Mitarbeiter und Projekte des in Europa ansässigen Technologiekonzerns sind über verschiedene Standorte verstreut, was sich für eine einfache und effektive Zusammenarbeit als schwierig erweisen kann. Unternehmen dieser Größenordnung kämpfen mit komplexen, verwaltungsintensiven Prozessen, die oftmals zu unnötigen Verzögerungen führen. Strabag, seit 2017 Kunde des amerikanischen Filehosters Dropbox, konnte seither die Arbeitsweise an einigen Stellen entscheidend verändern.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5-6/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Wer dachte, es wird leichter in der Baubranche, der irrt! Mehr als 15.000 Bauprojekte pro Jahr managt Strabag und muss dabei die Herausforderung der Pandemie, politischer Krisenherde, eingeschränkter Lieferketten, steigender Energiepreise und strenger ESG-Vorschriften einhalten.
Gleichzeitig gilt es zu versuchen, die immer schmerzhafter aufklaffende Wunde zu schließen, die der allgegenwärtige Fachkräftemangel auch in die Baubranche reißt. Dabei erwarten Kunden weiterhin die Realisierung immer größerer Bauvorhaben in immer kürzerer Zeit. Von der anfänglichen Idee bis zum fertigen Bauwerk sind sehr viele Einzelschritte zu gehen und zahlreiche Gewerke zu koordinieren. Jede Verzögerung, jede verpasste Deadline ist zu vermeiden, denn sie kostet Geld.
„Große Probleme verursachten in der Vergangenheit verschiedene Versionen von Bauplänen, bei denen niemand wusste, welche die aktuellere war, veraltete Informationen und mangelhafte Abstimmung oder Freigabeprozesse im Bauverlauf“, berichtet Hajo Klingelhöfer, Head of BIM 5D bei Strabag. Griffen die Workflows nicht ineinander, weil die Tools nicht miteinander verzahnt sind, waren unnötige Verzögerungen und ein Chaos im Arbeitsablauf der beteiligten Gewerke absehbar, so Klingelhöfer. „Ohne die Vernetzung aller Beteiligten – von der Planungsphase bis hin zur Ausführung – über digitale Tools und Cloud-Lösungen wäre effizientes Bauen heute gar nicht mehr realisierbar.“
„Die größten Herausforderungen waren überkomplexe Prozesse und Systeme, unnötige Silos und mangelnde Zusammenarbeit durch schlechte Kommunikation“, sagt Klingelhöfer. „Zu langsame Aktualisierungen zwischen Teams vor Ort und außerhalb der Baustelle führten letztlich zu Verzögerungen und Ressourcen-Verschwendung. Dabei drängten Kunden und Auftraggeber in einer enorm gestiegenen Nachfrage, große, zeitaufwändige Projekte in immer kürzeren Zeiträumen abzuschließen.“
Um Prozesse zu beschleunigen, die Effizienz zu steigern und letztlich die Zusammenarbeit von Mitarbeitern und Lieferanten bei oft komplexen Projekten zu erleichtern, entschied sich Strabag für die Dropbox-Technologie. Sie macht es einfacher, wichtige Inhalte wie Fotos, Videos, Autocad/DWG-Dateien und Dokumente zu erstellen, zu aktualisieren, zu teilen und sicher zu speichern. So lassen sich zeitraubende Papierwege vermeiden.
Indem Dropbox als zentraler Knotenpunkt aller Inhalte und Vorgänge genutzt wird, lassen sich vernetzte Arbeitsabläufe vereinfachen und alle Prozesse beschleunigen, denn sie eliminieren zeitraubende Verwaltungsaufgaben und Verzögerungen.
„Mit Dropbox Transfer beispielsweise können wir remote auf die neueste Version eines Dokuments zugreifen und es sofort freigeben und aktualisieren. Wir sehen, wer was gesehen hat. Dank der fortschrittlichen Freigabefunktionen kann sichergestellt werden, dass diese Dokumente sicher sind und dass die richtigen Personen zur richtigen Zeit Zugriff darauf haben“, erklärt Klingelhöfer. Dazu benötigen Strabag-Partner keine eigenen Dropbox-Konten, da alles über diese sicheren Links abgewickelt werden kann. Dabei steht den Partnern über Strabag auch kostenloser Speicherplatz zur Verfügung, was die Remote-Zusammenarbeit einfach und kostengünstig macht.
Transfer hilft auch bei der Verwaltung und Analyse der Projekte. Zuerst wird an der Auswertung von kaufmännischen Daten gearbeitet, dann folgen Daten aus der technischen Abwicklung. In vielerlei Hinsicht trägt Dropbox einen Teil dazu bei, das erste von drei großen Unternehmenszielen zu realisieren: verstärkte, smarte Digitalisierung, Nachwuchskräftemangel beseitigen und ambitionierte Nachhaltigkeitsziele erfüllen.
Mit der Cloud wird die digitale Zusammenarbeit gefördert. Auch wenn es sehr viele Medienformate wie PDF-, JPEG- und CAD-Dateien gibt, können Mitarbeiter diese einfach gemeinsam bearbeiten – von zu Hause aus, aus dem Büro oder von unterwegs. Sie können die Dateien mit mobilen Geräten hochladen und bei Bedarf in ein PDF umwandeln.
Für alle digitalen Lösungen, die Strabag verwendet, sind auf Supportseiten Empfehlungen zur Verwendung der eingesetzten Tools zu finden. „Dropbox hat es möglich gemacht, auf die Cloud zu setzen. Alles, was nicht in der Cloud funktioniert oder keine offenen Schnittstellen hat, wird früher oder später in unserem Unternehmen keinen Platz mehr haben“, so Hajo Klingelhöfer. Alle Daten sollten an einem Ort zusammengeführt werden. Statt Suchen wird das Finden immer wichtiger. Dazu ist die Struktur hinter der Datenablage entscheidend.”´
Selbst im Jahr 2022 schüttelten viele Bauleiter bei der Frage noch energisch den Kopf, ob heute bereits die papierlose Baustelle möglich sei. Klingelhöfer tritt den Gegenbeweis an, denn Strabag arbeitet schon heute auf etlichen Baustellen komplett papierlos, weil stets aktuelle Infos und Daten digital auf Tablet- oder Smartphone-Displays ausgeliefert werden. Freigabe-Prozesse oder Bewilligungen, die früher zeitraubend auf Papier und per Post versendet wurden, sind inzwischen durch elektronische Signaturen ersetzt. Die Nutzung von E-Signatur oder des browserbasierten Ideen- und Dokumentationstools Dropbox Paper spart Tausende Papierseiten ein, die sonst für Skizzen, Protokolle, Verträge, Gesundheits- oder Sicherheitsformulare benötigt würden.
Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit über digitale Kollaborations- und Kommunikationsplattformen künftig die physische Anwesenheit an einem bestimmten Ort deutlich seltener erforderlich sein. Allein durch die Remote-Möglichkeiten für Dateifreigaben ließ sich der CO2-Fußabdruck schon sehr deutlich verringern, da weniger Reisen unternommen werden müssen.
Bildquelle: Strabag