Ereignisreiches Treffen der Collaboration-Anwender in Essen

DNUG mit neuem Vorstand

Auf der 46. Jahreskonferenz der DNUG in Essen trafen sich am 4. und 5. Juni über 300 Teilnehmer, um sich über die Collaboration-Anwendungen der IBM zu informieren. Das bestimmende Thema: Wie geht es mit Domino, Notes, Connections & Co. weiter? Wann übernimmt HCL das Anwendungs-Portfolio von IBM? Außerdem wählte der ehemalige Lotus-Anwendervereins DNUG e.V. im 25sten Jahr des Bestehens einen neuen Vorstand.

  • DNUG-Vorstand Matthias Weichhold

    DNUG-Vorstand Matthias Weichhold eröffnet die Konferenz in Essen.

  • Richard Jefts, HCL

    Eröffnete die 46. DNUG-Tagung in Essen: Richard Jefts, General Manager bei HCL für den Bereich „Digital Solutions“

  • Der 2019 gewählte neue DNUG-Vorstand

    Der neue DNUG-Vorstand (von links): Daniel Reichelt, Matthias Weichhold, Verena Hausmann und Jürgen Kringe.

  • Das Auditorium der DNUG-Tagung in Essen

  • Gute Nachrichten, gute Stimmung

Unter der Überschrift „A new Beginning!“ setzte Richard Jefts, General Manager bei HCL für den Bereich „Digital Solutions“, auf der Essener Konferenz mit seiner Keynote den ersten Akzent. Allerdings war leider weder von ihm und seinen HCL-Kollegen noch von IBM endgültiger Klartext zur künftigen Produkt- und Vermarktungsstrategie zu hören, weil die allseits vor der Veranstaltung erwartete Zustimmung der US-Behörden zu dem Ende 2018 angekündigten Verkauf der ehemaligen Lotus-Produktfamilie an den indischen Konzern sich weiter verzögert und jetzt erst Anfang Juli erhofft wird.

HCL darf also immer noch nicht über Produkte sprechen, die heute noch rechtlich der IBM gehören, wie z.B. Connections. Das gilt aufgrund der schon seit 2017 bestehenden Entwicklungspartnerschaft nicht für die Produkte der Domino-Familie und erst recht nicht für Produkte, die HCL bereits zuvor erworben hatte, wie zum Beispiel für den „Forms Experience Builder“, der nun HCL Leap heißt, oder für das in HCL Safelinx umgetaufte VPN-Produkt „Mobile Connect“.

Zentralisierung der Produktentwicklung

Klar machte Jefts vor allem eines: Anders als IBM will HCL alle Produkte der Digital-Solutions-Familie in einem Labor entwickeln, um ein engeres Zusammenwirken der Software-Produkte zu ermöglichen. Geplant ist mittelfristig eine Veränderung der Architektur, die dieses Zusammenwirken zwischen den Tools unterstützt. Ziel ist eine Sammlung von Microservices, aus denen der Kunde sich dann nach Bedarf seine Anwendungen zusammenstellen kann.

Dazu gehören zwingend flexible Schnittstellen, die auch das Einbetten in vorhandene Infrastrukturen und Systeme anderer Hersteller vereinfachen soll. In dem Sinne sollen die Produkte „offen“ werden für den Einsatz mit SAP, Oracle, Microsoft, SAP oder Salesforce.com. Erste Ansätze dafür gibt es ja bereits in der im Oktober lancierten Version 10 von Domino, die seit kurzem auch auf IBM i lauffähig ist.

Mehr Client-Optionen für Domino Apps

Anders als viele Branchengrößen will HCL die Kunden nicht in die Cloud zwingen, wie das Commitment für on Premises beweisen soll – natürlich bei gleichzeitiger Unterstützung von hybriden und lupenreinen Cloud-Lösungen, die so auch von IBM übernommen werden sollen. „Wichtig ist auch der Ausbau der Client-Optionen für Domino Apps“, schreibt IBM-Manager Tom Zeizel in seinem Blog, der auch noch mehr Details aufführt. Zukünftig werden auch für klassische Domino-Apps mobile Geräte, wie iPad (heute verfügbar), iPhones und Android-Tablets unterstützt werden – Stichwort „Nomad“. Das wurde in Essen für alle – teilweise noch in Alpha-Versionen – live gezeigt.

Das 2015 von IBM lancierte E-Mail-Browser-Frontend Verse soll mit V11 bis Ende des Jahres komplettiert werden und mittels der Technologie „Web Assembly“ (WA) mit Nomad auf den Browsern zu einem ganz neuen „Thin Client“ kombiniert werden. Der wird von Zeizel als „äußerst performant“ tituliert, lässt sich über einen Appstore verteilen und mit CSS optisch verändern. Als moderne Alternative zum Notes-Client könnte Verse einen Umstieg auf z.B. Outlook wie einen Weg in eine Vergangenheit erscheinen lassen. Doch auch den Notes-Client will weiterentwickeln und für die neue V11, deren erste Designmuster auf der DNUG gezeigt wurden, bereits im Juli eine limitierte und später auch eine offene Beta-Version veröffentlichen.

Vier Vorstände, ein Ziel

Im 25sten Jahr des Bestehens des DNUG e.V. wurde ein neuer Vorstand gewählt. Vier Personen standen zur Wahl, die schon seit Jahren in der DNUG aktiv und mit der Vorstandsarbeit vertraut sind: Verena Hausmann (Universität Koblenz-Landau), Daniel Reichelt (Syncotec), Matthias Weichhold (Fiducia & GAD IT AG) und Jürgen Kringe (Softwerk).

Zwei verdiente Vorstände – Stefan Gebhardt und Jörg Rafflenbeul – traten nicht mehr an, weil sie in ihren eigenen Jobs gebraucht werden. „Die DNUG hat ihnen sehr viel zu verdanken“, schreibt der im Amt bestätigte DNUG-Sprecher Weichhold. „Aufgrund ihres Einsatzes konnte sich unser Verein in den letzten fünf Jahren neu aufstellen. Ohne sie wären wir nicht da, wo wir heute sind!“ Da mit Kringe nur ein neues Vorstandsmitglied gewählt wurde, wurde das Führungs-Quintett durch das Ausscheiden von Gebhardt und Rafflenbeul zum Quartett.

Dem frisch gewählten Vierer-Team wird offenbar viel Vertrauen entgegengebracht, denn alle vier wurden ohne jede Gegenstimme oder Enthaltung in den Vorstand berufen. „Es ist gut zu wissen, dass der DNUG-Vorstand beim Produktwechsel von IBM zu HCL die volle Unterstützung der Mitglieder hat“, betont Weichhold. „Als Vorstände machen wir uns dafür stark, dass die Ideen der DNUG-Mitglieder beim neuen Management Gehör finden.“ Und Daniel Reichelt fügt an: „Wir haben bereits einen sehr guten Draht zum neuen Eigentümer. Der Übergabeprozess von IBM zu HCL scheint gut zu laufen. Für uns ist das ein vielversprechendes Signal: Die Neuerungen, die HCL anstößt, sorgen auch dafür, dass wir als Usergroup mehr Aufmerksamkeit erhalten.“

Der Termin für die 47. DNUG-Tagung steht auch schon fest. Sie findet im nächsten Jaht wieder in Berlin statt – und zwar am 15. und 16. Juni 2020.

Bildquelle: DNUG/Christopher Gorke

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