HCL treibt die Entwicklung der Collaboration-Suite voran

Domino 11 auf IBM i/Power9 zertifiziert

Wie bei der Vorstellung am 4. Dezember 2019 versprochen, unterstützt HCL Technologies nun Domino 11 auch auf Basis der Plattform IBM i. Die Collaboration-Suite wurde mit ausgewählten Power9-Servern zertifiziert. Zu den Verbesserungen der Version 11 gehören die neue Low-Code-Umgebung Volt, ein kostenpflichtiges Add-on, und der mobile Client Nomad, der es ermöglicht, vorhandene Domino-Anwendungen mit relativ wenig Aufwand von Android- und iOS-Geräten aus zu nutzen.

HCL ist das Unternehmen, das von IBM im Jahr 2017 mit der Weiterentwicklung der Domino-Produktfamilie beauftragt wurde und das im vergangenen Jahr die Domino-Produktfamilie inklusive Notes, Sametime, Connections und Traveler von IBM erworben hatte. IBM selbst hatte den Einstieg in das Geschäft mit Notes und Domino in den 1990er Jahren mit der Übernahme der Software-Schmiede Lotus Development gelegt, die 2019 nach langjähriger Vernachlässigung mit dem Verkauf wieder rückgängig gemacht wurde.

HCL dagegen investiert ganz offensichtlich wieder in die Entwicklung, nachdem man sich den Erwerb der sagenumwobenen Softwareplattform bereits stolze 1,8 Mrd. Dollar kosten ließ. In Indiz: Der indische IT-Konzern lieferte bereits Domino 10 wie geplant Ende 2018 aus; seit Anfang 2019 gibt es auch Support für Domino 10 auf IBM i. Zweites Indiz: Auch Version Domino 11 wurde mit hoher Priorität schnell entwickelt und gemeinsam mit Notes, Traveler und Sametime im letzten Dezember für gängige Windows- und Linux-Betriebssysteme veröffentlicht. Drittes Indiz: Für das erste Halbjahr 2021 ist die Version V12 geplant.

Was ist neu?

Laut HCL-Dokument „What's New?“ gibt es in Version 11 wichtige Verbesserungen. So wird das Java Development Kit (JDK) der IBM entfernt und stattdessen die Eclipse OpenJ9-Umgebung verwendet, die über AdoptOpenJDK verfügbar ist. Außerdem werden auch die bisher von IBM bereitgestellten kryptographischen Bibliotheken durch OpenSSL ersetzt. Es überrascht auch nicht, dass die HCL sämtliche Verweise auf IBM aus dem Produkt entfernt hat.

Das neue Tool Volt ist ein Low-Code-Werkzeug mit Entwicklungs- und Laufzeitkomponenten, das es sehr einfach machen soll, Domino-Anwendungen zu erstellen. Ausgehend von einem leeren Blatt, einer Tabellenkalkulation oder einer Vorlage können die Benutzer selbst per Drag & Drop webbasierte Anwendungen mit integrierten Workflow-Funktionen erstellen. LowCode bedeutet laut HCL, dass Benutzer in Minutenschnelle Web-Anwendungen mit Formularen, Ansichten und Workflows erstellen können – und das ohne Domino-spezifisches Wissen. Diese Web-Anwendungen können dann mit gängigen Webtechnologien wie CSS, Javascript oder HTML erweitert und in bestehende Systeme und Datenwelten, wie z.B. Sharepoint, integriert werden. Volt arbeitet mit den neuen Domino-Versionen ab 11.0.1 und benötigt keine zusätzliche Hard- oder Software.

Administratoren werden die neue Funktion Directory Sync in Domino 11 zu schätzen wissen, die es ihnen ermöglicht, aus externen LDAP-Verzeichnissen den Zugriff auf Personen- und Gruppendaten in Domino zu gewähren. Bisher unterstützte Domino nur die Synchronisierung von Daten aus dem Active Directory.

Mit Domino 11 führt HCL zudem einen neuen Datenbank-Konnektor ein. Der HCL Enterprise Integrator (HEI) für Domino (früher Lotus Enterprise Integrator) ist allerdings nur für Windows und Linux verfügbar. HEI kann hochvolumige Datentransfers durchführen, unterschiedliche Datenquellen synchronisieren und eine Echtzeitintegration zwischen Domino und Backend-Datenquellen wie Db2, SQL Server und der Oracle-Datenbank bereitstellen. Mit Domino 11 stellt die HCL den ODBC-Treiber Datadirect von Progress nicht mehr zur Verfügung; allerdings sollen die ODBC-Treiber von Progress und anderen Anbietern laut HCL weiterhin funktionieren. Speziell zum Arbeiten mit SAP-Daten gibt es jetzt auch den Domino/SAP-Konnektor in einer neuen Version.

Mit Sametime Version 11.5 wird es überflüssig, Software herunterzuladen, um einen Chat zu starten oder an einer Besprechung teilzunehmen. Dank der Unterstützung für Videoaufzeichnungen von Besprechungen und des Speicherns von Chats können Benutzer das Gesagte oder Geschriebene leichter abrufen. Last not least wird der Sametime-Server auch auf Kubernetes unterstützt, was die Einsatzmöglichkeiten in privaten Cloud-Umgebungen und damit auch on Premises erweitert. Traveler wurde ebenfalls verbessert. Sowohl auf der Android- als auch auf der iOS-Version gibt es nun z.B. eine bessere Unterstützung für die Anzeige, den Export und die gemeinsame Nutzung von Kalenderanhängen. Die Zertifizierung für Traveler auf Power9 wird in Kürze erwartet. Spezifische Systemanforderungen sind hier zusammengestellt.

Bildquelle: HCL Technologies

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