HCL feiert Premiere für das erste Software-Release in Tokio

Domino V11 kommt am 20. Dezember

Wie versprochen hat der indische IT-Konzern HCL heute in Tokio die Weltpremiere von Domino, Notes und Sametime v11 sowie Connections v6.5 zelebriert. Dies war insofern historisch, als heute die ersten wichtigen Produktversionen für diese im Sommer von IBM erworbenen Collaboration-Produkte unter der Ägide von HCL Digital Solutions veröffentlicht wurden. Connections 6.5 ist bereits heute schon erhältlich, Domino und Sametime V11 folgen am 20. Dezember.

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Die Version 11 ist laut Richard Jefts, General Manager von HCL Digital Solutions, ein „Meilenstein für die Modernisierung und Erneuerung des Domino-Ökosystems“, aktualisiere sie doch über 10 Mio. App-Instanzen in Unternehmen, die Geschäftsprozesse für mehr als 15.000 Kunden unterstützen. Zu den Verbesserungen zählte Produktmanager Andrew Manby:

  • Apps werden mobiler: Mit Nomad, dem Nachfolger für IBM Domino Mobile Apps, lassen sich bereits vorhandene Apps laut Jefts „mit minimalem Aufwand schnell“ auf Apples iPhone und iPad sowie auf Android- und Chrome-OS-Tablets bereitstellen. Der aktualisierte Notes-Client war schon lange gewünscht, um die Benutzung frischer und zeitgemäßer zu gestalten. Aber auch der IBM Client für Application Access (ICAA), der das Browser-Plugin für Notes ersetzt und jetzt HCAA heißt, ist für Version 11 verfügbar.

  • Low-Code-Entwicklung für Apps: Das neue Produkt Volt (Codename Leap), das noch in diesem Jahr in den Beta-Test geht und im 1. Halbjahr 2020 für Domino v10 und v11 verfügbar werden soll, erlaubt es laut Jefts, „neue Domino-Anwendungen 60 bis 70 Prozent schneller zu erstellen“. Volt-Apps können native Domino-NSFs erstellen, die auf der Datenbank „Notes Storage Facility“ laufen. Dies soll es Entwicklern und Business-Analysten laut Jefts erleichtern, schnell neue, dank Domino als Plattform auch „sichere und unternehmensfähige“ Workflow-Anwendungen zu gestalten, ohne dass dafür spezielle Programmierkenntnis nötig wären. Domino Volt wird separat berechnet.

  • Apps integrieren und synchronisieren: Domino v11 ist laut Jefts „die bisher offenste Version“. Sie biete Active-Directory-Synchronisierung, um die Integration mit Microsoft 365 zu vereinfachen. Zudem können Unternehmen nun Domino vollständig mit anderen Tools und Anwendungen nutzen.

Von der Prozessor- zur Nutzer-basierten Lizenzierung

Außerdem soll es Erweiterungen der Formelsprache und von Xpages geben, die aber nicht groß thematisiert wurden. Der Preis soll sanft von einer Prozessor- auf eine Nutzer-basierte Lizenzierung umgestellt werden, wobei HCL die bisherigen Verträge beachten will und erklärtermaßen eine Vereinfachung und keine Preiserhöhung anstrebt.

Sametime V11 wurde ebenfalls umfassend überarbeitet, so dass es nun u. a. auch persistente Chats unterstützt und nicht länger von den IBM-Produkten Websphere und DB2 abhängig ist; eine Integration mit dem Enterprise Social Network Connections wurde avisiert, das mit V6.5 ebenfalls erweitert wurde. Nach Jahren der Vernachlässigung durch IBM ist es nun bereits das zweite neue Release nach rund 13 Monaten; vorher gab es fünf Jahre lang praktische keine Neuerungen.

„Domino v11 erfüllt unsere Verpflichtung gegenüber unseren Kunden – durch kontinuierliche Innovationen und Modernisierung immer wieder neue Werte zu erschließen“, wird Darren Oberst, Head of HCL Software, in der Presseinformation zitiert. Mit v11 werde die Plattform modernisiert und geöffnet; dies sei ein weiterer wichtiger Schritt in die mehrjährigen Planungen für Domino.

Wie geht es weiter mit Lotus Notes?

Ende Juni hat HCL die Produktfamilie rund um Lotus Notes, wie die ­Software ursprünglich hieß, von IBM erworben. Diese Produkte kannte man aus dem Effeff, denn schon seit Oktober 2017 wurde deren Entwicklung im Auftrag der IBM vorangetrieben. Im Sommer hat HCL außerdem für Notes, Domino und weitere Produkte den Software-Bereich neu gegründet, der weltweit mehr als 2.000 Collaboration-Experten beschäftigt, in der Region ­D-A-CH allerdings zurzeit zwar nur knapp 30 Personen.

Seit Ende 2017 die Zusammenarbeit zwischen IBM und HCL bekannt gegeben wurde, ist rund um Notes und Domino viel passiert und in Bewegung gekommen. So wurde bereits im Oktober 2018 nach langer Zeit eine neue Domino Version heraus; das Release von V10 war das letzte in der Ära von IBM, die das Produkt im Jahr 1995 mit der Übernahme des Softwarehauses Lotus Development zu einem Kaufpreis von 3,2 Mrd. Dollar erworben hatte. Jetzt war es HCL noch 1,8 Mrd. Dollar wert.

Bildquelle: Gerd Altmann / Pixabay, HCL

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