Dropshipping ist eine Form des E-Commerce, bei der Händler oft keine eigenen Produkte mehr vorrätig halten. Stattdessen werden die Produkte direkt vom Großhändler oder Hersteller an die Kunden verschickt.
Die große Herausforderung bestand darin, die vielen unterschiedlichen Prozessanforderungen der rund 25 Dropshipping-Businesskunden voll- oder teilautomatisiert zu erfüllen. Eine manuelle Bearbeitung der kleinteiligen Dropshipping-Prozesse war für Scheurich langfristig keine Option: Viel zu arbeits- und zeitintensiv, aber auch fehleranfällig war das händische Einpflegen und Prüfen der Aufträge in Excel-Listen und SAP S/4 Hana.
Weitere manuelle Tätigkeiten wie das Ergänzen oder Löschen von Informationen aus anderen Quellen, beispielsweise den KEP-Sendungsstatus, machten die Prozessabwicklung noch komplizierter. Darüber hinaus gestaltete sich die spätere Suche nach einem Auftrag bei Nachfragen äußerst umständlich, da dies nur über das SAP-System oder die DHL-Sendungsdaten möglich war.
Nachdem Scheurich sein bestehendes SAP-System gemeinsam mit der Bonner Conceto Business Integration GmbH innerhalb von nur sechs Monaten mit der CIS/4-Cloud – Dropshipping (ehemals CIS/4-Cloud – E-Commerce Cockpit) erweitert hatte, gehörten all diese Probleme schnell der Vergangenheit an. Die Lösung baut unter anderem auf der SAP Business Technology Platform (BTP) auf, die als zentrale Komponente die Steuerung von Vertriebs- und Ordermanagement-Prozessen im Dropshipping ermöglicht.
Ergänzend zu SAP S/4 Hana lassen sich einzelne oder mehrere Bestandteile im Dropshipping-Prozess jetzt technisch gestützt oder komplett automatisiert abwickeln, was sich in einer deutlichen Effizienzsteigerung und mehr Handlungsmacht widerspiegelt. In der Praxis bedeutet das beispielsweise, dass nun alle Paketaufträge automatisch im Cockpit landen – ganz gleich, aus welcher Quelle sie stammen. Dabei werden Aufträge, die eine besondere Bearbeitung benötigen, weil beispielsweise eine Entscheidung zwischen Paket- und Speditionsversand getroffen werden muss, visuell hervorgehoben.
Weil die Nutzer unterschiedliche Filter setzen können, lassen sich alle Aufträge unkompliziert überwachen und Fehler leichter identifizieren. Über eine Notizfunktion können die Mitarbeiter außerdem zu jedem Auftrag bzw. Packstück Anmerkungen hinzufügen, was eine optimierte Zusammenarbeit ohne zahlreiche Telefonate und E-Mails ermöglicht. Des Weiteren sorgt eine praktische Suchfunktion für das schnelle Auffinden von Aufträgen. Alles in allem beläuft sich so die Zeitersparnis der Fachbereichsteams auf rund 50 Prozent.
Hätte sich eine manuelle Abwicklung der Dropshipping-Prozesse mit der Zeit höchstwahrscheinlich negativ auf die Geschäftsbeziehungen im B2B-Geschäft ausgewirkt, erwartet Scheurich durch die Einführung der Dropshipping-Software nun ein deutlich gesteigertes Auftragsvolumen. Da die offene Struktur der Cloud rasche Anpassungen erlaubt, stehen auch neuen Geschäftsbeziehungen mit anderen Anforderungen und Auftragsarten nichts im Wege. Änderungen und Funktionserweiterungen sind dabei deutlich einfacher und kostengünstiger realisierbar als im ERP.
Schon vor der Implementierung der Dropshipping-Lösung hatte sich Scheurich für das cloudbasierte CIS/4-Cloud-Framework als zentrale Plattform für seine Digitalisierungsprojekte entschieden. So war das Modul CIS/4-Cloud – EDI als Grundlage für Integrationsaufgaben bereits vorhanden, so dass nun in Kombination mit dem Dropshipping-Baustein Synergie-Effekte entstanden sind.
Das von Conceto entwickelte Managed Framework für „enterprise integration Platform as a Service (eiPaaS) basiert auf der SAP Business Technology Platform (BTP) und Microsoft Azure. CIS/4-Cloud soll den Mittelstand über einen integrationsfokussierten Architektur-Layer in die Lage versetzen, seine Integrations- und Digitalisierungsprojekte in der erforderlichen Geschwindigkeit und Qualität erfolgreich abzuschließen.
Bildquelle: Scheurich Group