Dürr schluckt Itac Software

Die Ära „Industrie 4.0“ wirft erste Schatten voraus

Die Itac Software AG, Montabaur, ist ab sofort Teil des Maschinen- und Anlagenbauers Dürr. Mit der Übernahme baut der Hersteller von Lackieranlagen und Industrierobotern seine Aktivitäten im Bereich „Manufacturing Execution Systeme“ weiter aus. Mit MES lassen sich Maschinen und Anlagen in Produktionslinien und Fabriken „intelligent“ vernetzen – eine Vorbedingung für „Industrie 4.0“.

  • Neben Karosserien werden auch Anbauteile für Autos mit Dürr-Technik lackiert, zum Beispiel Stoßfänger oder Seitenspiegel.

  • Dieter Meuser, Gründer und Technikvorstand von Itac: „Unter dem Dach von Dürr können wir unsere starke Position im Kontext Industrie 4.0 ausbauen.“

Itac, Anbieter plattformunabhängiger MES-Lösungen für die produzierende Industrie im Bereich der Stückgutfertigung, soll sämtliche Dürr-Divisions in ihren Industrie 4.0-Aktivitäten unterstützen. Dazu soll Itac sowohl EcoEMOS (das MES des schwäbischen Konzerns aus Bietigheim-Bissingen) weiterentwickeln als auch die bisherigen Aktivitäten fortsetzen und weiter ausbauen. EcoEMOS kommt in Automobilwerken zum Einsatz, etwa im neuen polnischen Volkswagen-Werk Września zur Steuerung der kompletten Fabrik.

Die MES-Software von Itac eignet sich auch für das „Big Data“-Management in der Produktion, heißt es in der Pressemitteilung. Sie sammele auch große Datenvolumina aus allen Bereichen einer Fabrik und werte diese aus. „So erhält der Betreiber umfassende Echtzeitinformationen zu Produktionskennzahlen wie Material- und Energieverbrauch, Taktzeit und Auslastung. Auf dieser Basis kann er Optimierungsbedarf erkennen und seine Produktion effizienter gestalten.“

Die Itac Software AG wurde 1998 als Spin-off der damaligen Telekommunikationssparte von Bosch gegründet und wird 2015 rund 15 Mio. Euro Umsatz und ein klar positives Ergebnis erzielen. Mit rund 90 Mitarbeitern vereint sie Kompetenzen in den Bereichen IT und Produktionstechnik – und hat bereits über 140 Fabriken in verschiedenen Branchen mit ihrer Cloud-basierten MES-Suite ausgestattet. Zu den Kunden gehören Automobilproduzenten und -zulieferer sowie große Hersteller aus den Bereichen Elektronik, Telekommunikation und Medizintechnik.

Dürr hat alle Anteile an Itac von verschiedenen Beteiligungsunternehmen erworben. Sie waren über mehrere Jahre investiert und haben ihr Engagement nach Wertzuwächsen beendet, um Itac neue Entwicklungsmöglichkeiten unter dem Dach eines Industriekonzerns zu eröffnen. Der Itac-Standort Montabaur und die Arbeitsplätze der rund 90 Beschäftigten bleiben erhalten.

Über die Dürr AG

Der Konzern liefert weltweit Maschinen und Anlagen für Fertigungsprozesse in unterschiedlichen Industrien. Rund 60 Prozent des Umsatzes entfallen auf das Geschäft mit Automobilherstellern und -zulieferern. Weitere Abnehmerbranchen sind zum Beispiel der Maschinenbau, die Chemie- und Pharmaindustrie und – seit der Übernahme der Homag-Gruppe im Oktober 2014 – auch die holzbearbeitende Industrie.  Dürr verfügt über 92 Standorte in 28 Ländern. Im Jahr 2015 strebt der Konzern mit rund 14.700 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 3,6 Mrd. Euro an.

www.durr.com/de

www.itacsoftware.de

Bildquelle: Dürr AG

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