Turbo für die digitale Transformation wird die E-Rechnung

E-Rechnung als Trend-Thema 2022

Ein fast mystisches Heilsversprechen geht mittlerweile vom Begriff der digitalen Transformation aus – wer sich nicht damit befasst, hat gefühlt schon fast verloren. Das steigert den Druck auf Unternehmen, sich bitte nun möglichst schnell zu transformieren. Wo aber damit beginnen?

Dina Haack, xSuite Group

Unsere Autoren Dina Haack ist „Head of Marketing" der Ahrensburger xSuite Group

Heruntergebrochen darauf, was digitale Transformation eigentlich bedeutet, stößt man sehr schnell auf einen der stärksten Trends des kommenden Jahres: die elektronische Rechnung, mit der sich 2022 nun auch die Privatwirtschaft ernsthaft auseinandersetzen wird.

Es ist so simpel wie einleuchtend: Wer digital transformieren will, muss erst einmal digitalisieren. Damit haben sich in den letzten zwei Jahren pandemiebedingt viele Unternehmen mit Hochdruck beschäftigt. Denn verteiltes Arbeiten funktioniert ebenso schnell und reibungslos wie der Präsenzbetrieb, wenn Geschäftsunterlagen losgelöst vom Papier nur noch digital erzeugt, weitergeleitet und abgelegt werden. 

Am Beispiel von Rechnungen zeigt sich das besonders deutlich, stellen diese doch eine sehr häufige und sehr wichtige Dokumentenart in Unternehmen dar. Je höher also der Nutzungsgrad der E-Rechnung, desto besser ist es um die Digitalisierung bestellt – und dadurch mit der darauf aufsetzenden digitalen Transformation. 

Dass 2022 ein gutes Jahr für die elektronische Rechnung in Deutschland wird, machen mehrere Indizien deutlich: So haben andere europäische Länder die E-Rechnung im B2B-Umfeld bereits zur Pflicht gemacht (Italien, Portugal) bzw. stehen kurz davor (Frankreich, Polen, Slowakei). International aufgestellte Unternehmen müssen sich daher ohnehin schon mit dem Thema auseinandersetzen. 

Parallel wird derzeit auch in Deutschland die E-Rechnungspflicht ausgeweitet. 2021 forderten sie Behörden des Bundes und in Bremen, im Januar zogen Hamburg, Baden-Württemberg und das Saarland nach, im Jahr 2024 werden Rheinland-Pfalz und Hessen folgen. Auch für nur innerdeutsch tätige Firmen wird das Thema also relevant, insbesondere dann, wenn der öffentliche Sektor zu ihren Auftraggebern gehört.

Und dann gibt es noch die Aussagen im Koalitionsvertrag. Wie schnell (bzw. ob) sie umgesetzt werden, mag niemand genau zu sagen. Blickt man jedoch auf die Erfahrungen, die der italienische Staat gemacht hat, liegt es auf der Hand: Deutschland wird das Thema nicht schleifen lassen. 3,5 Milliarden Euro konnte der italienische Finanzminister in 2019 an zusätzlichen Steuereinnahmen durch die Pflicht zur E-Rechnung einnehmen. Eine Zahl, die Christian Lindner aufmerksam vernommen haben dürfte. 

Bildquelle: Cornelia Hansen/xSuite Group

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