Einer von rund 11.100 Märkten – in Holzwickede.
Alle Edeka-Regionen sollen sukzessive eine neue Dispo-Software in Betrieb nehmen. Dazu soll die Autodispo- und Prognose-Software des finnischen Softwarehauses Relex Solutions bundesweit in allen Märkten und Verteilzentren implementiert werden, die damit „spezifischer und flexibler auf die sich stetig verändernden Anforderungen der Branche“ reagieren können sollen. Zuvor hatten schon Lidl, Aldi Nord, Rewe, Tegut, Rossmann, der Drogeriemarkt Müller, Douglas, Bünting, Hellweg, Porta oder Lekkerland sich für die Finnen entschieden.
Ziel der größten deutschen Handelsorganisation ist es, die Prognosegenauigkeit und Produktverfügbarkeit zu erhöhen und Lebensmittelverderb zu minimieren. Dazu wird die Software zunächst in einer der sieben regionalen Großhandelsgesellschaften implementiert, in die Edeka untergliedert ist, danach soll schrittweise der Rollout auf die restlichen Regionen erfolgen. Dann sollen die sich jederzeit schnell und eigenständig auf veränderliche Bedingungen einstellen können, ohne dabei auf den Softwareanbieter angewiesen zu sein. Möglich werden soll das laut Michael Hoffmann, Geschäftsleitung DACH von Relex Solutions, durch die gute kundenspezifische Anpassbarkeit des Systems, die es Anwendern erlaubt, auch ohne Programmierkenntnisse Änderungen rasch und unkompliziert umzusetzen.
Die Edeka-Entscheidung ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass SAP das Ende der Wartung „Forecasting and Replenishment“ (F&R) angekündigt hat, denn die F&R-Engine für die automatische Disposition stand bei Edeka im Mittelpunkt der Beschaffungsprozesse. Weil außerdem die parallel laufende Umstellung auf S/4 Hana viel Energie und Zeit kostet, entschied man sich gegen den F&R-Nachfolger „Unified Demand Forecast“ UDF und für das finnische Softwarehaus.
Das Profil des mittelständisch und genossenschaftlich geprägten Handels-Verbundes basiert auf dem Zusammenspiel dreier Stufen: Bundesweit übernehmen rund 3.500 selbstständige Kaufleute auf Einzelhandelsebene die Rolle des Nahversorgers. Unterstützt werden sie von sieben regionalen Großhandelsbetrieben, die täglich frische Ware in die Märkte liefern. Die Koordination erfolgt in der Hamburger Zentrale, die das nationale Warengeschäft ebenso steuert wie das Marketing, das Schaffen durchgängiger IT-Strukturen oder die Entwicklung zeitgemäßer Personalentwicklungs- und Qualifizierungskonzepte. Der Verbund erzielte 2021 mit rund 11.100 Märkten und über 400.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 62,7 Mrd. Euro.
Bildquelle: Edeka