Franz Binder erweitert das SAP-System um ein Labelmanagement

Effizienter Umgang mit Etiketten aller Art

Die Franz Binder GmbH, ein weltweit aktiver Hersteller von Rundsteckverbindern, führt zum Etikettieren ihrer Produkte das in SAP integrierte Labelmanagement von Opal Associates ein. So soll einerseits das Erstellen und Abstimmen neuer Etiketten vereinfacht werden, andererseits auch die Anzahl der Varianten deutlich sinken.

  • Joachim Wagner, Binder GmbH

    Etiketten-Check durch Joachim Wagner: Ein neues Logo, eine aktualisierte Adresse oder ein zusätzliches Prüfzeichen: Rund zweimal pro Woche müssen an den Produkt-Etiketten des Familienunternehmens auf Wunsch der Kunden Änderungen vorgenommen oder komplett neue Etiketten erstellt werden.

  • Franz Binder GmbH, Neckarsulm

    Die in Neckarsulm beheimatete Firma Binder hat sich auf Rundsteckverbinder spezialisiert, die auf fünf Kontinenten vermarktet werden.

Die Franz Binder GmbH & Co. Elektrische Bauelemente KG, einer der Marktführer im Bereich Rundsteckverbinder für die Automatisierungstechnik, beschäftigt weltweit an 16 Standorten rund 1.800 Menschen, 1.000 davon in der Firmenzentrale in Neckarsulm. Das 1960 gegründete Familienunternehmen gehört zu den Marktführern im Bereich Rundsteckverbinder und arbeitet mit 45 Vertriebspartnern auf fünf Kontinenten zusammen.

Die Schnittstelle automatisieren

Binders bisheriges Etiketten-System verlangte für jedes Etikett eine CSV-Datendatei, die als SAP-Export zur Verfügung gestellt werden musste. Diese Datei versorgte dann die bisherige Etikettensoftware mit den entsprechenden Daten für den Druckauftrag. Mit dieser Vorgehensweise waren an der Schnittstelle hohe Ansprüche an die Mitarbeiter gestellt, insbesondere mit Blick auf die zeitliche Abfolge von Änderungen an Etiketten und die Wahrung der Datenintegrität.

Das will Joachim Wagner, der bei Binder das Labelmanagement verantwortet, nun ändern. Dazu ist seit Herbst 2019 die Opal-Lösung bei Binder im Einsatz – und wird sukzessive im Unternehmen „ausgerollt“. Seit der Umstellung konnten bisher schon rund 30 Prozent der ca. 1.000 vorhandenen Layouts auf das neue System umgestellt, vereinfacht oder eingespart werden.

„Die Bedienung der Software ist sehr komfortabel“, erklärt Wagner. „Ich kann jetzt auch unabhängig von der SAP-Abteilung Änderungen vornehmen und zum Beispiel zusätzliche Informationen oder Abbildungen einfügen. Die Prozesse seien im Vergleich zu früher „wesentlich transparenter und einfacher“.

Das einfache Einfügen neuer Datenfelder ist das Ergebnis der vollständigen Integration des Labelmanagements in das bei Binder eingesetzte SAP-System. Explosionszeichnungen, Prüfzeichen, Logos, Anschlussschemen und Produkthinweise werden beim Etikettendruck dynamisch eingebunden. Dabei greift das neue Labelmanagement an unterschiedlichen Stellen auf die Bewegungsdaten und die Produktstammdaten zu.

Effiziente Umstellung

„Die technische Realisierung konnte in nur wenigen Tagen und innerhalb des externen Budgets abgeschlossen werden“, sagt Daniel Pfeil, der das Einführungsprojekt seitens der Abteilung „Prozesse und Organisation“ geleitet hat. „Nun gilt es die Lösung sukzessiv in der Produktion und in der Logistik einzuführen.“ Neben der automatisierten Bereitstellung von Inhalten zähle auch das rationelle Gestalten der Etiketten zu den positiven Effekten des Projekts, denn die Etikettenlayout-Software Bartender von Seagull Scientific ist ein integrativer Bestandteil des Produktes Opal Labelmanagement.

„Damit können wir die Layouts auf sehr einfache Weise gestalten und an unsere Bedürfnisse sowie unserer Kunden anpassen“, sagt Pfeil, der in seiner Funktion als Projektleiter schon einige Etiketten selbst entworfen hat. Das Arbeiten mit Bartender erleichtere durch den integrierten Genehmigungsprozess außerdem die Abstimmung mit Kunden und internen Abteilungen.

Der „Etiketten-Papst“

Joachim Wagner, der bei seinen Kollegen als der „Etiketten-Papst“ gilt, hat nun den Überblick über alle Varianten der für Versand und Produktion benötigten Etiketten. Mit den neuen Möglichkeiten, die ihm die Opal-Lösung mit dem Etiketten-Designer bietet, möchte er die Variantenflut mittelfristig von 1.000 auf 250 bis 300 Versionen reduzieren.

Nach Einschätzung von Daniel Pfeil ist dieses Ziel durchaus realistisch, da es die neu gewonnene Flexibilität bei Datenbeschaffung und Layouterstellung erlaubt, mehrere Anforderungen in einem Layout umzusetzen.

70 Drucker zur Wahl

Im Zuge des Projekts hat Binder aber nicht nur in die Software, sondern auch in die Hardware investiert, mit der allein am Stammsitz Neckarsulm rund 1.000 Etiketten pro Tag gedruckt werden. Die 70 angeschlossenen Drucker wurden dabei zum Teil erneuert oder modernisiert. Neben Laserdruckern und Etikettendruckern der Firma Zebra zur Bedruckung von Kartonagen und Etiketten, sind rund 25 Spezialdrucker zur Bedruckung von Klarsichtbeuteln im Einsatz.

„Wir haben die vorhandenen Autobag- und Valentin-Drucker von einer parallelen Schnittstelle auf TCP/IP Netzwerk-Schnittstellen umgerüstet, wodurch sie nun von allen stationären Citrix-Terminals und mobilen Handscannern angesteuert werden können“, berichtet Pfeil. Die zusätzlich angeschafften Drucker stammen von Zebra und können ebenfalls von Opal geliefert werden.

Binder entschied sich für mobile und stationäre Thermodirekt-Drucker der Typen ZD420 und ZT230, die vorrangig in der Logistik zum Drucken der Etiketten eingesetzt werden. Diese Etiketten werden im Rahmen der Kommissionierung benötigt, wenn Teilmengen aus größeren Verpackungseinheiten entnommen werden. „Angebrochene Kartons mit Restmengen müssen neu etikettiert werden“, erklärt Logistikleiter Bernd Mager. „Die Etiketten müssen auf Knopfdruck mit den aktualisierten Mengen genau dort herauskommen, wo der Kommissionierer sie braucht.“

Zusammenspiel mit SAP EWM

Der Produktion und Logistik steht schon bald der Umzug in das neue Stammwerk bevor. Das dortige Hochregallager erhält neben einer Paletten- und Behälterfördertechnik ein vollautomatisches Palettenlager sowie ein hochdynamisches Shuttle-Lager und wird mit dem Lagerverwaltungssystem SAP EWM gesteuert werden. Daniel Pfeil ist überzeugt, dass das neue Etikettenmanagement auch mit dieser Software gut harmonieren wird.

Bildquelle: Binder, Opal Associates

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