Serviceorientierte Architektur im Zeitalter der Digitalisierung

Einheitliche IT-Services für Dachser

Zur weiteren Flexibilisierung, Standardisierung und Konsolidierung der Anwendungslandschaft etabliert Dachser eine serviceorientierte Architektur über alle Anwendungs- und Technologiegrenzen hin weg. Ziel des Logistikdienstleisters ist es, einheitliche Services für die verschiedenen Anwendungen zentral bereitzustellen. Das SOA-Konzept ist daher für Herbert Egner, Department-Head IT-Software Systems bei Dachser, „ein wichtiger Bestandteil unserer Anwendungsmodernisierung.“

Der Logistikdienstleister Dachser bietet seinen Kunden Lösungen für ein integriertes Waren- und Informationsmanagement. Zur optimalen Unterstützung der Geschäftsprozesse werden selbstentwickelte Java- und Cobol-Anwendungen betrieben; strategische Serverplattform ist dabei IBM i.

Java-Services für Cobol-Programme

Mit den Anwendungen arbeiten weltweit tagtäglich über 20.000 Anwender. Dabei kommen im Lager- und Road-Umfeld Cobol- und Java-Anwendungen zum Einsatz, im Bereich der Luft- und Seefracht vorwiegend Java-Anwendungen. Um einheitliche Services für die verschiedenen Anwendungen zentral bereitzustellen, waren folgende Fragen zu beantworten:

  • ­Wie können in Cobol-Anwendungen auch Java-Services konsumiert werden?
  • ­Mit welcher Architektur können anwendungsübergreifende Workflows für den Anwender bedienerfreundlich und effizient abgebildet werden?
  • ­Wo findet man externes Know-how bei der Überführung in eine serviceorientierte Architektur in einem IBM-i-lastigen Umfeld?

Software-Architekten mit Erfahrung

Unterstützung fand Dachser beim IBM-Partner Profi Engineering Systems AG, der dem Dachser-Team einen erfahrenen Software-Architekten zur Seite stellte, um gemeinsam das SOA-Konzept zu erarbeiten. Dabei galt es auch, ein Service-Repository aufzubauen sowie das Monitoring der Service-Verwendung aufzusetzen. Gleichzeitig unterstützte die Profi AG auch bei der Implementierung der neuen Serviceaufrufe in den Bestandsanwendungen.

In das Projekt wurde auch Profis langjähriger Modernisierungs-Partner PKS Software GmbH involviert, dessen Tool eXcite die Logistiker bereits seit vielen Jahren nutzen, um ihre Cobol-Anwendungen möglichst ohne Zusatzaufwand mit einem Web-Front-End auszustatten. Profi und PKS brachten ihr Know-how in das Projekt gemeinsam ein – sowohl architekturseitig als auch in der praktischen Umsetzung.

Web-Emulation abgelöst

PKS schulte Dachsers Anwendungsentwickler so auf die Nutzung von Webservices im klassischen Cobol-Umfeld, dass jetzt von Cobol aus Java-Services eingebunden werden können. Außerdem bildet die eXcite-Technologie am Front-End die Verbindung zwischen traditionell modernisierten Web-Oberflächen und den Java-Ultralight-Clients.

In diesem Zusammenhang wurde auch die vormals genutzte Web-Emulation abgelöst. „Dank der Services können wir unsere unterschiedlichsten Systeme miteinander vernetzen und vermeiden zudem redundanten Programmcode,“ zieht Bernd Trojan, Team-Leader Development-Standards bei Dachser, eine erste Bilanz.

Heute kann Dachser aus den Cobol-Programmen heraus Java-Services aufrufen. Dank des Service-Repository und dem zugehörigen Monitoring-System wird der Wiederverwendungsgrad in der Anwendungsentwicklung gesteigert und fortlaufend messbar. Außerdem bleiben Übersichtlichkeit und Ausfallsicherheit in einer komplexeren Software-Landschaft gewährleistet.

So hat Dachser die Grundlage geschaffen für eine Koexistenz traditioneller und neuer Entwicklungssprachen und -technologien, um neue Projekte – auch unter dem Aspekt der Wiederverwendung – effizient zu gestalten.

Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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