Jürgen Richter ist Inhaber der Unternehmensberatung Catalyso.
Die Realität von ERP-Projekten sieht auch heute noch vielfach so aus, dass sie von einem IT-Spezialisten oder gar vom IT-Chef selbst geleitet werden, mit Fachkräften aus der IT an den verantwortlichen Positionen besetzt sind und mit ein paar Key-Usern „garniert“ werden, die dann neben ihrem Tagesgeschäft, von dem sie in keiner Weise entlastet sind, den Input für die Gestaltung der Prozesse liefern sollen. Am Schluss wundern sich die Verantwortlichen, warum ihr ERP-Projekt gescheitert ist oder keinerlei Effizienzsteigerung gebracht hat. Und wieder scheint sich die Fehleinschätzung zu bewahrheiten, dass IT nur Geld kostet.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3-4/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Sollen ERP-Projekte Nutzen stiften, dann müssen qualifizierte Menschen aus den operativen Fachbereichen daran mitwirken. Ihnen gehört sogar die maßgebliche Verantwortung übertragen. Es müssen Menschen sein, die nicht nur ihre eigenen Prozesse kennen, sondern über den Tellerrand im Sinne des Unternehmens hinausblicken. Sie zählen zu den Besten ihres Fachs.
Diese Fachleute vom Tagesgeschäft „freizuschaufeln“ ist notwendige Voraussetzung für den Erfolg von ERP-Projekten. Denn Verantwortung in einem ERP-Projekt ist nicht nur für den Projektleiter eine Kernaufgabe, sondern auch für die Prozessverantwortlichen – und diese Kernaufgabe erledigt sich nicht nebenher.
Nur wenn die operativen Bereiche mit zugkräftigen Menschen an ihrer Spitze stehen, werden die ERP-Projekte erfolgreich und nutzbringend sein.
Der IT kommt dabei die Rolle des Unterstützers zu, der dafür sorgt, dass die meist komplexe Softwarelandschaft und die IT-Infrastruktur auch das leisten, was sie leisten sollen.
Bildquelle: Catalyso