S/4 Hana soll IBS Pharma und SAP ECC ablösen

ERP-Umstieg bei Oriola

Oriola AB, ein in den nordischen Ländern und Osteuropa aktiver Pharmagroßhändler mit Sitz in Espoo (Finnland), will im Rahmen seiner kürzlich eingeleiteten Strategie zur Steigerung der Effizienz und der operativen Exzellenz 35 Mio. Euro in die Modernisierung seiner ERP- und Lagerverwaltung-Software investieren.

Ein Blick in das Lager von Oriola: Hier kommt es auf Präzision und Tempo an.

Das neue ERP- und Lagerverwaltungssystem auf Basis von SAP S/4 Hana wird die bisherigen getrennten Systeme auf Basis von SAP ECC und IBS Pharma in Schweden und Finnland ersetzen. Der Wert der Gesamtinvestition beläuft sich auf etwa 35 Mio. Euro, wobei die Investitionsausgaben auf etwa 75 Prozent der Gesamtinvestition geschätzt werden.

Ziel des Projektes ist es, in den Jahren 2025 bis 2027 ein gemeinsames System zu implementieren, das die Harmonisierung der Geschäftsprozesse, die Stärkung der Datenverwaltung und die Verbesserung der Kundenerfahrung ermöglicht. Der indische IT-Konzern HCLTech fungiert als Implementierungspartner und Integrator.

„Dieses strategisch wichtige Projekt soll Oriola in die Lage versetzen, besser auf künftige Kunden- und Geschäftsanforderungen zu reagieren, die Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens zu stärken, die Transparenz zu verbessern und das Management des Geschäfts in einem marktübergreifenden Betriebsmodell zu unterstützen“, sagte Mikael Nurmi, der 2022 angetretene Chief Digital Officer von Oriola. „Durch ein gemeinsames System werden wir unsere Prozesse stärken und Zugang zu gemeinsamen Daten haben. Beides wird uns dabei helfen, unsere Kunden besser zu bedienen.“

Das Projekt soll noch in diesem Jahr beginnen; das neue ERP-System soll dann zwischen 2025 bis 2027 schrittweise in Betrieb genommen werden. Der erste Einsatz ist in Schweden geplant, gefolgt von der Einführung in Finnland.

Dabei ist Oriola ein gebranntes Kind, was ERP-Einführungen betrifft, denn die mit Accenture durchgeführte SAP-Einführung in Finnland scheiterte krachend. Als im September 2017 auf das neue ERP-System in Betrieb genommen wurde, brach die Lieferkette sofort zusammen, sodass Apotheker in ganz Finnland Schwierigkeiten hatten, Medikamente zu beschaffen und zu bestellen. Der finanzielle Schaden belief sich auf mehr als 10 Mio. Euro.

Auch das Image litt, denn Oriola schwieg lange zu diesem Thema, sodass niemand wusste, was los war. Schließlich gelang es dem Unternehmen, die Probleme zu lösen und den Bestellungsrückstand abzuarbeiten. Letztlich kostete dieses Debakel Ende 2017 auch CEO Eero Hautaniemi den Job.

Das Warenwirtschaftssystem IBS Pharma, dessen Hersteller sich in Iptor umbenannt hat, tat hingegen so geräuschlos seine Pflicht, dass Oriola schon fast zwanzig Jahre Referenzkunde des schwedischen Softwarehauses ist.

Über Oriola

2006 aus dem größten finnischen Pharmaunternehmen Orion ausgegründet, erzielte Oriola 2022 mit gut 930 Beschäftigten und rund 2.200 Apotheken und anderen B2B-Kunden mehr als 1,5 Mrd. Euro Umsatz. Im Jahr 2021 begann eine Transformation des Unternehmens zur Verbesserung von Flexibilität und Rentabilität. Dies hat dazu geführt, dass Oriola zu seinen Wurzeln zurückkehrt und sich auf seine Rolle in der Gesellschaft bei der Sicherung der Verfügbarkeit von Medikamenten konzentriert.

Bildquelle: Oriola

 

 

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