Premiere für Siemens Digital Logistics

Erstmals auf der Transport Logistic

Siemens Digital Logistics will Anfang Juni im Rahmen der Messe Transport Logistic in München ein ganzheitliches Portfolio an Software- und Beratungslösungen präsentieren, mit denen sich weltweite Lieferketten präzise planen und steuern lassen.

  • Uwe Schumacher, Vice President Business Development bei Siemens Digital Logistics

  • Bildquelle: Siemens Digital Logistics
  • Die ehemalige Axit-Chefin Frauke Heistermann, heute Mitglied des Vorstandes der Bundesvereinigung Logistik (BVL)

Die Siemens-Tochter mit Firmensitz in Frankenthal (Rheinland-Pfalz), die erst Ende 2018 aus der Fusion der Unternehmen Axit und Locom entstanden ist, wird sich erstmalig auf der Messe mit dem gemeinsamen Portfolio für Logistik, Handel und Industrie der Fachöffentlichkeit präsentieren. Messebesuchern sollen in Halle A3 (Messestand 223/324) die Cloud-basierte Logistikplattform AX4 (mit weltweit rund 300.000 Nutzern) sowie die Supply-Chain-Suite für die datengestützte Analyse, Simulation und Optimierung logistischer Herausforderungen vorgeführt werden.

Ziel der Verschmelzung der Unternehmen ist ein Anbieter für digitalisiertes Supply-Chain-Management unter dem Dach von Siemens Postal, Parcel & Airport Logistics (SPPAL) mit aktuell etwa 300 Experten an den Standorten Frankenthal, Karlsruhe und Wrocław (Polen). Geschäftsführer des Unternehmens sind Holger Schmitt (CEO), Christopher Christian (CFO) sowie der bisherige Locom-Geschäftsführer Christian Schmidt (CTO).

Supply Chain 4.0

Zu sehen ist in München auch der bereits 2015 auf den Markt gebrachte „Control Tower“, der eine durchgängige Planung, Steuerung und Optimierung weltweiter Logistiknetzwerke ermöglichen soll. Mit Hilfe des Digital-Twin-Ansatzes werden komplexe, logistische Aufgaben auf Grundlage von Realdaten analysiert, Lösungsansätze simuliert und Prozesse iterativ optimiert.

Die Kombination der Software-Produkte von Axit und Locom ermöglicht beispielsweise die Konfiguration und den Betrieb digitaler Control-Tower-Lösungen für verschiedene logistische Szenarien. Die Einbeziehung von Echtzeitdaten erlaubt es laut Uwe Schumacher, Vice President Business Development bei Siemens Digital Logistics. die Logistiknetzwerke effizienter und kollaborativ zu steuern.

„Wir wollen die Transparenz und Zuverlässigkeit von Lieferketten auf ein neues technologisches Niveau heben“, betont Schumacher. Die Control Tower seien für Szenarien in unterschiedlichen Branchen konzipiert. Sie lassen sich von der Einstiegsvariante bis zur Komplettlösung nach individuellen Anforderungen skalieren. „Unsere Lösungen erfüllen alle strategischen, taktischen und operativen Anforderungen an die Supply Chain 4.0“, so Schumacher.

Siemens baut Logistikexpertise aus

Die Siemens-Tochter SPPAL ist als Hersteller in den Bereichen Brief- und Paket-Automation, Flughafenlogistik mit Gepäck- und Frachtabfertigung sowie Digitalisierung der Logistikprozesse aktiv, mit regionalen Gesellschaften international vertreten und in mehr als 60 Ländern aktiv.

Damit Deutschland seine Rolle als Logistik-Weltmeister im internationalen Vergleich behaupten könne, müsse die Investitionsbereitschaft in die digitale Transformation erhöht werden, forderten Experten bereits zuvor auf dem ersten „Supply Chain Forum 2019“ von Siemens Digital Logistics.

„Die Investitionen in die Umsetzung von digitalen Lösungen müssen erhöht werden. Digitalisierung gibt es nicht umsonst, sie geht nicht nebenbei und auf Sparflamme“, sagte die ehemalige Axit-Chefin Frauke Heistermann, heute Mitglied des Vorstandes der Bundesvereinigung Logistik (BVL), auf einem Fachforum in Frankenthal. Dazu müsse auch die Neugier und Technologiebegeisterung an Digitalisierungsthemen im Top-Management entwickelt und wach gehalten werden.

Risiken in Lieferketten beherrschbar machen

Zielrichtung der Digitalisierung in der Logistik sei es in erster Linie, mehr Sicherheit für die Termin- und Ressourcenplanung in Produktionsprozessen zu gewinnen, Risiken in Lieferketten beherrschbar zu machen und Schäden für die Wirtschaft zu vermeiden, so der Tenor auf dem Fachkongress. „Wir haben täglich bis zu 1.700 Alarmmeldungen – von IT-Security-Problemen bis zum Erdbeben“, sagte beispielsweise Ulf Venne, Director Sales bei DHL Resilience360, zu den weltweiten Bedrohungen für die Supply Chain, die er per Software rund um die Uhr erfassen lässt.

Planung, Zusammenarbeit und Transparenz in weltweiten Lieferketten müssen zu einer IT-Lösung zusammengeführt werden, die eine „End-to-End-Visibility“ in Echtzeit ermöglicht, so Uwe Schumacher. „Sichtbarkeit ist der wichtigste Punkt in der Supply Chain.“ Dennoch würden viele Logistikunternehmen bei der Planung und Organisation ihrer Aufträge noch mit zu viel Papier und in IT-Strukturen arbeiten, die keine durchgehende Steuerung und Kontrolle der Lieferprozesse erlauben. Um dies zu ändern, müsse laut Schumacher „die Supply Chain bis zum Jahr 2030 ‚digitelligent‘ werden, also durch Digitalisierung eine intelligente Planung auf Basis von Echtzeit-Prozessen ermöglichen“.

Bildquelle: Siemens Digital Logistics, BVL

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