Investoren 3i und Vitruvian bauen TPM-Engagement aus

Evernex schluckt die Technogroup

Evernex, ein Pariser Anbieter für Third-Party-Maintenance, beabsichtigt die Übernahme des vor 30 Jahren gegründeten TPM-Spezialisten Technogroup aus Hochheim am Main. Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Kartellbehörden (Aktenzeichen beim Bundeskartellamt B7-125/20).

  • Verabschiedet sich: Alfried Netzband, langjähriger Geschäftsführer der Technogroup IT-Service GmbH in Hochheim

  • Stanislas Pilot, Evernex

    Stanislas Pilot, Präsident und CEO von Evernex, will Kunden und Partner als „Single Point of Contact“ unterstützen.

Durch den beabsichtigten Zusammenschluss will Evernex einen Schritt in Richtung globales Unternehmen mit breiter Präsenz und Expertise für herstellerübergreifende technische Services im Rechenzentrum machen.

Die Franzosen betreuen nach eigenen Angaben mit über 200 Mitarbeitern rund 200.000 IT-Systeme bei mehr als 5.000 Kunden in ca. 160 Ländern und verfügen über ein globales Netzwerk von 34 Niederlassungen, u.a. auch in Offenbach.

Die Technogroup, seit 30 Jahren am Markt aktiv und rund 41 Mio. Euro Jahresumsatz stark, steuert nun nach eigenen Angaben weitere 5.200 Kunden bei, für die ca. 290 Mitarbeiter in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Polen Aufgaben wie Wartung, Monitoring, Netzwerk-Services oder Rechenzentrumsumzüge wahrnehmen.

Evernex unterstützt wie die Technogroup auch IBM-Server, allerdings anders als die Hochheimer weder Mainframe noch Power i. Vielmehr werden auf der Homepage noch die alten Markennamen xSeries und pSeries sowie Blade Center genannt.

Laut Stanislas Pilot, 2018 angetretener Präsident und CEO von Evernex, verfügt „die kombinierte Gruppe über eine außerordentliche Positionierung im Markt, um ihre Kunden und Partner als ‚Single Point of Contact‘ zu unterstützen - mit einem globalen Netzwerk, das echte globale Abdeckung bietet“. Klaus Stöckert, der bei dem Hochheimer TPM-Anbieter erst im vergangenen Sommer Dr. Ralf Dingeldein als CEO abgelöst hatte, betont: „Ob für Mittelständler oder große Unternehmen - die neue Gruppe ist nah an unseren Kunden und Partnern und zugleich ein globaler Anbieter. Durch die Bündelung unserer Kräfte können wir unsere Expertise und Servicequalität noch mehr Unternehmen zur Verfügung stellen. Zugleich werden wir das Produktportfolio erweitern und so die IT-Bereiche bei ihren Herausforderungen noch besser unterstützen.“

Laut Stöckert ist das Kernprodukt beider Unternehmen - die herstellerübergreifende Rechenzentrumswartung – nach wie vor gefragt. Der Service bietet nach Bewertung des Analystenhauses Gartner Einsparpotenziale von 50 bis 70 Prozent. Darüber hinaus lasse sich mit TPM die Hardware über das Ende des Herstellersupports hinaus nutzen, was auch der Nachhaltigkeit und dem schonenden Umgang mit Ressourcen zu Gute kommt.

Mit dem beabsichtigten Zusammenschluss bauen die Investoren 3i und Vitruvian Partners ihr Engagement im TPM-Markt aus. Die 3i Gruppe kaufte Evernex erst im Oktober 2019 der Carlyle Group ab – und im November 2017 hatte britische Private-Equity-Gesellschaft Vitruvian Partners gemeinsam mit den Geschäftsführern Dr. Ralf Dingeldein und Alfried Netzband die Technogroup IT-Service GmbH den Gründungsgesellschaftern sowie dem 2013 eingestiegenen Investor Caldec abgekauft.

Verkäufer waren die Mehrheitsgesellschafterin Vitruvian, die die Technogroup in 2017 von der Hamburger Beteiligungsgesellschaft Caldec und weiteren Gesellschaftern erworben hatte, sowie auch Caldec selbst, die sich seinerzeit mit einer Minderheitsbeteiligung an Technogroup rückbeteiligt hatte. 3i wird 47 Mio. Euro an zusätzlichem Kapital zur Finanzierung der Transaktion investieren; das Evernex-Management reinvestiert weitere 2 Mio. Euro.

Im Jubiläumsjahr der Technogroup wird sich übrigens auch der langjährige Geschäftsführer Alfried Netzband nach 30 Jahren bei der Technogroup am Jahresende aus dem operativen Geschäft zurückziehen und in den nächsten Monaten seinen Verantwortungsbereich sukzessive intern übergeben. Er trat kurz nach der Gründung als einer der ersten Mitarbeiter in das Unternehmen ein und ist seit Mitte der 90-er Jahre für den technischen Service verantwortlich. „Mit Alfried Netzband verlässt uns ein großes Stück Technogroup-Tradition. Seine Zielstrebigkeit, technische Expertise und seine Offenheit haben das Unternehmen mit dazu gemacht, was es heute ist und dafür sind ihm Kollegen und Gesellschafter dankbar“, sagte Stöckert.

Bildquelle: Evernex, Technogroup

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