Wie die Westfalen-Gruppe ihre SAP-Systeme schützt

Explizit auf Nummer Sicher

Eine Ransomware-Attacke auf die IT-Infrastruktur war für das international tätige Familienunternehmen Westfalen der Anlass, eine explizite SAP-Sicherheitslösung anzuschaffen. Die Münsteraner Experten für Gase, Wärme und Kälte und Mobilität wollen damit auch den ­steten Wandel unterstützen, der ihr Geschäft prägt.

  • Bei Westfalen kann man auch Strom tanken

  • Die Transformation der Tankstellenbranche ist in vollem Gange. Diese Trends verändern das Geschäft in den nächsten Jahren.

Vor allem durch die Tankstellen unter dem Logo mit dem weißen Ross auf rotem Grund ist die Gruppe bekannt, gehört das vor 100 Jahren gegründete Unternehmen auf dem deutschen Markt auch zu den führenden Anbietern technischer Gase für die mittelständische Wirtschaft und ist darüber hinaus zudem deutschlandweit eines der größten Versorgungsunternehmen von Flüssiggas. Westfalen hat sich zudem zum Ziel gesetzt, verstärkt Wasserstoff als Energieträger für indu­strielle Prozesse und als Kraftstoff am Markt zu etablieren. 

Bereits im Jahr 1995 wurde SAP eingeführt. Heute arbeitet ein Großteil der 2.000 Mitarbeiter auf einer SAP-Umgebung mit klassischen Modulen wie zum Beispiel FI, CI, MM, SD oder PP. Auch wenn bereits ein S/4-Hana-Transformationsprojekt läuft, wird derzeit noch mit einem ECC-System gearbeitet. 

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 9-10/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

2021 wurde das Unternehmen von einer Ransomware-Attacke getroffen, bei der alle IT-Systeme im eigenen Rechenzentrum verschlüsselt wurden. Das SAP-System war davon nicht betroffen, da es seit längerem auf den Servern eines Outsourcing-Dienstleisters läuft. Als Weckruf jedoch genügte der Angriff: Was würde geschehen, wenn auch die SAP-Daten eines Tages auf diese Weise verschlüsselt würden?

Wirksamer Weckruf

Um dies mit Sicherheit auszuschließen, entschied sich das Unternehmen für die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsexperten von Werth IT und für den Einsatz des Werth Auditors. Der von der Westfalen-Gruppe beauftragte Outsourcing-Dienstleister hatte bereits Standard-Security-Vorkehrungen getroffen, die auf diese Weise um eine spezifische SAP-Sicherheitslösung erweitert werden. „Das besondere Know-how von Thomas Werth im Bereich SAP-Sicherheit war uns von der IT-Security-Firma empfohlen worden, die uns beim Wiederaufbau nach der Ransomware-Attacke half“, erklärt Andreas Eckey, Informationssicherheitsbeauftragter der Westfalen-Gruppe. 

Die Zusammenarbeit startete mit einem Penetrationstest auf dem SAP-System, durchgeführt durch die Werth IT. Daraus ließ sich eine Reihe wertvoller Maßnahmen ableiten, die das Team der Westfalen-Gruppe auch sogleich umsetzte. So bestand für einige Parameter im System Optimierungsbedarf, um mögliche Schwachstellen auszuschließen. Sie wurden nach dem Pen-Test umgehend umgestellt. Auch die bestehenden Passwortrichtlinien unterzog die IT-Abteilung auf Basis der Testergebnisse einer Härtung. 

Kontinuierliche Überwachung 

Mit dieser einmaligen Maßnahme wollte es die Westfalen-Gruppe bei der IT-Sicherheit jedoch nicht bewenden lassen, denn auch im SAP-Umfeld tauchen regelmäßig neue Schwachstellen auf, um die man sich kümmern muss. So fiel Anfang 2022 die Entscheidung für die Anschaffung und eigenständige Nutzung des Werth Auditors. Diesen nutzt das SAP-Basis-Team der IT-Abteilung des Unternehmens seitdem ­dauerhaft. 

Der Auditor ist vom Grundsatz her einfach zu bedienen – auch für nicht ausgewiesene Security-Fachleute. Nichtsdestotrotz gibt es Kniffe und Feinheiten, zu deren Verständnis ein regelmäßiger Austausch mit dem Hersteller hilfreich ist, weiß Eckey inzwischen den Support durch den Hersteller zu schätzen: „Proaktiv erhalten wir Hinweise auf Updates und Empfehlungen für bestimmte Systemeinstellungen, so dass die Themen für uns gar nicht erst akut werden.“ 

Im Monats-Rhythmus gibt es kurze Abstimmungs-Calls zu den Ergebnissen des Auditors. Dabei hilft das neue Dashboard, in dem die IT-Abteilung der Westfalen-Gruppe die erkannten Schwachstellen und daraus abzuleitenden Maßnahmen übersichtlich und einfach dargestellt bekommt und nachvollziehen kann. Denn weil das SAP-System im Unternehmen „lebt“, werden ständig neue Prozesse etabliert oder bestehende verändert. Mit den Lösungen von Werth IT bleiben die Verantwortlichen also immer informiert, gerade auch wenn sich an der einen oder anderen Stelle etwas im Coding des Systems ändert.

Zeitnahe Übersicht, schnelle Reaktion

In Sachen Transparenz ist das Dashboard eine echte Hilfe. „Natürlich braucht man dafür auch SAP-Wissen, um zu unterscheiden, ob es sich um eine echte Schwachstelle oder um eine falsch-positive Meldung handelt“, erklärt Andreas Eckey. „Was uns das Dashboard in der täglichen Praxis bringt, ist eine zeitnahe Übersicht möglicher Schwachstellen. Dies betrifft Parameter, Berechtigungen und soweiter, von der Datenbank bis zum Kern des Systems. Wir können damit also sofort reagieren.“ 

Hierzu hat Westfalen einen Prozess dafür etabliert, wie Hot-Fixes der SAP in das System eingespielt werden. Nun muss man nicht wie bisher manuell Informationen zusammensuchen, beschreibt Eckey den Vorteil: „Wir können schneller bewerten, was wirklich relevant ist und wofür wir Hot-Fixes einspielen müssen.“ Dazu ermittele das Tool die Incidents automatisiert und stelle sie im Dashboard dar, „inklusive der daraus abzuleitenden Maßnahmen“. Auf diese Weise könne man die Schutzwälle permanent verstärken, was in Zeiten zunehmender Cyberbedrohungen wichtig ist, wie Eckey unterstreicht: „Was in SAP steht, sind unsere Kronjuwelen – damit darf einfach nichts passieren.“

100 Jahre Expertise

Die Westfalen-Gruppe ist in den Bereichen Technische Gase, Kälte und Wärme, Tankstellen und Mobilität sowie respiratorische Heimtherapie aktiv. Das 1923 in Münster gegründete Familienunternehmen ist heute mit zahlreichen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften an über 20 Produktionsstandorten in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, der Schweiz und Österreich vertreten. 

Bildquelle: Westfalen, Werth IT

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