Genossenschaftsbanken treiben den digitalen Wandel voran

Fiducia & GAD stellt Vorstand neu auf

Die Volks- und Raiffeisenbanken wollen in den nächsten vier Jahren zusätzlich rund 500 Mio. Euro in die Digitalisierung investieren. Diese „ Digitalisierungsoffensive“ wurde am 22. Juni von der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in Berlin mit einer Mehrheit von 93,5 Prozent beschlossen. Bei der Umsetzung gefordert ist ihr IT-Dienstleister Fiducia & GAD, der sich jetzt dafür positioniert.

  • „Wir sind bereit für den digitalen Wandel“, betonte Klaus-Peter Bruns, Vorstandsvorsitzender der Fiducia & GAD IT AG in Münster.

  • Vorstandsmitglied Claus-Dieter Toben geht zum 1. Juli in den Ruhestand.

  • Als Tobens Nachfolger wird Vorstandsmitglied Carsten Pfläging das Ressort „Entwicklung und Integration“ übernehmen.

  • Das Vorstandsressort „IT Infrastruktur und Betrieb“ übernimmt Birgit Frohnhoff, bislang als Bereichsleiterin für die IT-Plattformen verantwortlich.

  • Klaus-Peter Bruns, Fitducia & GAD

    Klaus-Peter Bruns: „Die Serienmigrationen funktionieren planmäßig und routiniert, so dass wir uns sukzessive wieder stärker auf andere Themen fokussieren können.“

Die Konsolidierung ist bald abgeschlossen, die geplanten Synergien fast erreicht – jetzt geht es für die Fiducia & GAD auf solider wirtschaftlicher Basis und mit klarem Fokus in Richtung digitale Zukunft, heißt es heute in einer Pressemitteilung.

„Wir sind bereit für den digitalen Wandel“, betonte Vorstandsvorsitzender Klaus-Peter Bruns drei Jahre nach dem Zusammenschluss heute auf der Hauptversammlung der Fiducia & GAD IT AG in Münster. Im Geschäftsjahr 2017 habe der IT-Dienstleister für rund 900 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie für weitere Privat- und Spezialbanken einen gegenüber dem Vorjahr stabilen Umsatz von gut 1,2 Mrd. Euro. Der Konzernumsatz lag bei 1.545 Mio Euro (Vorjahr: 1.399 Mio. Euro). Im Konzern sind 6.569 Mitarbeiter beschäftigt.

Halbzeit beim größten Migrationsprojekt Deutschlands

Die Konsolidierung der IT auf das einheitliche Bankverfahren Agree21 Banking geht auf die zweite Halbzeit zu. Rund 160 der insgesamt 350 Banken aus dem ehemaligen GAD-Geschäftsgebiet sind bereits auf das neue, gemeinsame Verfahren migriert.

Ab 2020 werden alle Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland damit arbeiten – und damit die Wettbewerbsposition der genossenschaftlichen Bankengruppe im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit und Kosten der IT weiter verbessern.

„Die Serienmigrationen funktionieren planmäßig und routiniert, so dass wir uns sukzessive wieder stärker auf andere Themen fokussieren können“, so Bruns. „Wir entwickeln uns kontinuierlich weiter und verbessern uns stetig.“

Digitalisierungsoffensive gestartet

Das künftig wichtigste Projekt des IT-Dienstleisters konzentriert sich auf den digitalen Wandel der genossenschaftlichen Bankengruppe. Mit dem Großprojekt „Kundenfokus“ auf Initiative des BVR startete die Fiducia & GAD eine Digitalisierungsoffensive. Das Ziel: Die traditionellen Stärken der Genossenschaftsbanken in die digitale Welt zu transformieren.

Mit dem Aufbau einer neuen Omnikanal-Vertriebsplattform sollen zum Beispiel ganz neue Möglichkeiten für Banken und Kunden geschaffen werden. Sämtliche Vertriebskanäle, Produkt- und Serviceangebote verschmelzen hier in einem einzigen Kanal. Der Omnikanal vernetzt und personalisiert alle Dienstleistungsangebote und ermöglicht sogar, individuelle Kanalpräferenzen der Kunden zu antizipieren. Mit der Umsetzung hat die Fiducia & GAD bereits begonnen, eine erste Lösung wird eine Omnikanal-Beratung zur Immobilienfinanzierung sein.

Maßgeschneiderte Lösungen mit Smart Data

Das große Zauberwort in diesem Zusammenhang: „Smart Data“. „Daten sind der Treibstoff im Zeitalter der Digitalisierung“, so Bruns auf der Hauptversammlung. Mit der intelligenten Nutzung von Daten könne man maßgeschneiderte Kunden-Lösungen entwickeln.

Mit dem „Smart Data Lab“ in Karlsruhe habe man bereits Mitte 2017 eine Plattform für die gesamte Genossenschaftsgruppe ins Leben gerufen, die sich um die Forschung und Entwicklung von „Smart Data“ widmet. Aus den Ergebnissen sollen neue Lösungen entwickelt und auf den Markt gebracht werden.

Interne Start-ups treiben Lösungen voran

Mit drei internen Start-ups erprobt Fiducia & GAD aktuell ganz neue Formen der Innovationsarbeit. Die sogenannten „Schnellboote“ arbeiten in agilen Teams an Ideen und Modellen für das Banking von morgen. Zum Beispiel am Sprachassistenten „kiu“, der den Kunden per Sprach- und Texteingabe Zugriff auf alle seine Konten ermöglicht und ihm Kontostände oder Umsätze in einem gewünschten Zeitraum nennt. Oder am virtuellen Assistenten „Botto“, der Fragen von Bankmitarbeitern schnell und umfassend beantworten soll. Oder an neuen Features für eine digitale Plattform.

Dabei soll die Maschine den Menschen nicht ersetzen – eher im Gegenteil. „Wir stellen uns eine Digitalisierung in der Finanzbranche vor, die nicht die Gewinnmaximierung, sondern den Menschen in den Mittelpunkt stellt“, betont Klaus-Peter Bruns.

Vorstand stellt sich neu auf

Für die neuen Aufgaben stellt sich auch der Vorstand der Fiducia & GAD neu auf. Nach dem Ausscheiden des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Claus-Dieter Toben, der zum 1. Juli in den Ruhestand geht, wird Vorstandsmitglied Carsten Pfläging das Ressort „Entwicklung und Integration“ übernehmen. Pfläging ist seit 2011 Vorstandsmitglied und verantwortet bis dato das Ressort „IT Infrastruktur und Betrieb“. Das übernimmt nun Birgit Frohnhoff, bislang als Bereichsleiterin für die IT-Plattformen verantwortlich; sie rückt damit in den Vorstand auf.

Die Diplom-Ingenieurin war 18 Jahre lang in mehreren Telekommunikationsunternehmen in unterschiedlichen Führungspositionen tätig, bis sie 2012 zur damaligen Fiducia wechselte. Seit dem Zusammenschluss von Fiducia & GAD verantwortet sie den Bereich IT Plattformen. „Gemeinsam im Team und mit einer starken Mannschaft werden wir die Aufgaben meistern, die vor uns liegen“, versichert Klaus-Peter Bruns. Weitere Vorstandsmitglieder bleiben Jörg Staff („Personal, Facilities & Revision“), Jörg Dreinhöfer („Migration und Kundenprojekte“), Jens-Olaf Bartels („Vertrieb, Kundenservice und Beratung“) sowie Martin Beyer („Finanzen, Beteiligungen und Compliance“).

Technologiekompetenz stärken, Zusammenarbeit verbessern

Mit der neuen Aufstellung des Vorstandes will Fiducia & GAD ihre Technologiekompetenz sowohl auf der Entwicklungs- als auch auf der Infrastrukturseite stärken und auch das Zusammenarbeitsmodell zwischen Entwicklung und IT Infrastruktur neu ausrichten.

Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Brinkmann bedankte sich im Rahmen der Hauptversammlung des IT-Dienstleisters am 28. Juni in Münster ausdrücklich für Tobens Leistungen. „Claus-Dieter Toben hat an der Weiterentwicklung der genossenschaftlichen IT in den 35 Jahren seiner Laufbahn in diesem Unternehmen maßgeblich mitgewirkt – ob in der Entwicklung, in der Produktion oder im Vertrieb. Seine Nähe zu den Kunden zeichnet ihn dabei besonders aus.“

Toben mit Lob verabschiedet

Vorstandsvorsitzender Bruns betonte vor allem Tobens Bedeutung für den Zusammenschluss zur Fiducia & GAD im Jahr 2015. „Mit Weitblick, Offenheit und Verhandlungsgeschick“ habe er wesentlich dazu beigetragen, dass Fiducia und GAD zu einem Unternehmen verschmolzen sind. Bis zur Fusion der beiden IT-Dienstleister im Jahr 2015 war der Diplom-Kaufmann Toben Vorsitzender des Vorstands der GAD eG, für die er seit 1983 tätig war – zuletzt als Bereichsleiter Vertrieb, bevor er 2012 in den Vorstand berufen wurde.

„Unser Ziel ist es, die selbständige Genossenschaftsbank vor Ort als Finanzplattform für ihre Mitglieder und Kunden auch im Zeitalter der Digitalisierung fest zu verankern", gab Marija Kolak, die Präsidentin des BVR, die Richtung Digitalisierungsoffensive vor.

Die Fiducia & GAD betreut als IT-Dienstleister der Genossenschaftsbanken mehr als 169.000 Bankarbeitsplätze, verwaltet knapp 82 Millionen Kundenkonten und stellt mit bundesweit gut 34.000 eigenen Selbstbedienungsgeräten flächendeckend eine reibungslose Bargeldversorgung sicher. In ihren Rechenzentren betreibt Fiducia & GAD derzeit die beiden Bankverfahren Agree21 und Bank21.

Bildquelle: Fiducia & GAD

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