ReWe-Spezialist übernimmt SDV-Anlagenbuchhaltung

Fimans ergänzt Software-Portfolio

Die Fimans GmbH ergänzt ihr Produktportfolio. Wie die Spezialistin für Rechnungswesen-Software rund um das IBM-System i mitteilte, geht ab Januar 2020 die SDV-Anlagenbuchhaltung zu 100 Prozent auf sie über. Über den Verkaufspreis wurde mit dem dem Bechtle IT-Systemhaus Niederrhein Stillschweigen vereinbart.

u Volker Martini, Geschäftsführer der Fimans GmbH

Volker Martini, Geschäftsführer der Fimans GmbH

Nachdem bereits Anfang 2017 die Finanz-Software des langjährigen Partners Veda übernommen worden war, will Geschäftsführer Volker Martini das Expansionstempo seiner Fimans GmbH nun mit der praxisbewährten SDV-Anlagenbuchhaltung beschleunigen. Sie werde von einer „dreistelligen Zahl an Unternehmen seit vielen Jahren genutzt“, biete hohe Integrationsfähigkeit in die vorhandene IT-Infrastruktur und erleichtere die Erfassung, Verwaltung und Abschreibung von Wirtschaftsgütern.

Das Hauptargument für die Akquisition war laut Martini das im Unternehmen vorhandene profunde Knowhow im Bereich IBM i. „Wir kennen das IBM-Umfeld quasi von der Pike auf“, erklärt Martini die Expansionsstrategie. „Da ist es sicherlich auch sinnvoll, sich in dieser angestammten Richtung zu erweitern.“ Das sieht er ähnlich wie Portolan-Chef Joachim Nürk, der bereits im Jahr 2014 das SAP-Geschäft aufgab und sich seither auf das eigene Softwarepaket EVM für die Plattform IBM i konzentriert.

Mehr Kunden, mehr Mitarbeiter

Weiterhin wächst Fimans auch personell. denn einhergehend mit der Übernahme der SDV-Software wechseln auch alle Beschäftigten des Segmentes dorthin. Zu Jahresbeginn ist bereits die Eröffnung eines neuen Standortes in Duisburg geplant. „Neben unserer Zentrale in Würselen wird dort ein weiteres Kompetenzcenter für System i Software entstehen“, sagt Martini. „Damit stellen wir auch hier alle Zeichen auf Wachstum“, ergänzt Volker.

Die SDV-Anlagenbuchhaltung passt in das vorhandene Portfolio für Rechnungswesen-Software, war doch SDV seinerzeit ebenso Mitglied der Software-Kooperative Asring wie Veda. Im Asring hatten sich zu AS/400-Zeiten mehrere Softwarehäuser zusammengeschlossen, um gemeinsam ein aus ihren Speziallösungen zusammengesetztes Komplettpaket anbieten zu können. Entsprechende Schnittstellen sind damals bereits geschaffen worden.

Heute ist die SDV-Software noch bei rund 130 Kunden im Einsatz, schätzen Marktkenner. Diese Kunden nutzen im Rechnungswesen überwiegend DKS, manche aber auch Veda FA oder andere Finanzpakete. Auf diese Weise gewinnt Fimans mit der Übernahme vermutlich mehr als 100 Neukunden hinzu. Diese Neukunden können künftig zum Beispiel die graphische Oberfläche oder bestehende Module nutzen, sagt Martini – im ersten Schritt ein Analytics-Modul auf Basis von BI-Suite von AS/point oder xRM, das Extended-Relationship-Management. Funktionstüchtige Schnittstellen auch dazu seien ebenfalls bereits vorhanden und gewährleisteten somit eine zügige Anbindung. Aber auch das Outsourcing-Angebot im Rechenzentrum könnte für den einen oder anderen Mittelstandskunden interessant sein.

SDV und Bechtle

Die 1972 gegründete Krefelder SDV Informationssysteme GmbH wurde Ende 1999 von Herbert Roelofsen als eines der größten Systemhäuser in Deutschland an Bechtle verkauft. Damals war von knapp 170 Mio. Mark (etwa 86 Mio. Euro) Umsatz und 250 Mitarbeitern an sieben Standorten vorwiegend in Nordrhein-Westfalen die Rede. Nach eigenen Angaben installierte SDV damals im Jahr rund 10.000 PC-Systeme und Bankenprodukte, pflegte rund 1.500 Installationen von SDV-Anwendungen und betreute rund 25.000 Arbeitsplätze. Bechtle wiederum war seinerzeit mit SDV schon auf 1.400 Beschäftigte und ein jährliches Umsatzvolumen von rund 750 Mio. Mark (knapp 385 Mio. Euro) gewachsen.

Unter anderem aus dieser SDV entstand das 2017 gegründete Bechtle IT-Systemhaus Niederrhein mit rund 40 Mitarbeitern, eines der rund 70 Systemhäuser der Schwaben in der D-A-CH Region. Warum Bechtle jetzt nach 20 Jahren die SDV-Anlagenbuchhaltung verkauft hat, wollte Jochen Hemmerich, Geschäftsführer Bechtle Niederrhein, auf Anfrage von DV-Dialog nicht mitteilen.

Der IBM-Partner Bechtle AG ist heute mit 75 Systemhäusern in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv und zählt mit 24 E-Commerce-Gesellschaften in 14 Ländern zu den führenden IT-Unternehmen in Europa. Gegründet 1983, betreut der Konzern mit Hauptsitz in Neckarsulm derzeit mit über 11.000 Mitarbeitern mehr als 70.000 Kunden. 2018 lag der Umsatz bei rund 4,3 Mrd. Euro.

Bildquelle: Fimans GmbH

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