Virtualisierungsprojekte

„Flex-Systeme für heterogene Umfelder!“

Manfred Lackner, Vorstand der Profi Engineering Systems AG, zum Stand der Virtualisierung mittelständischer AS/400-Rechenzentren.

Herr Lackner, wie bewerten Sie den Status quo der Virtualisierung mittelständischer AS/400-Rechenzentren, auch im Vergleich zur Windows- oder Linux-Welt?
Manfred Lackner:
Die Virtualisierung in der AS/400-Welt hinkt vom Lifecycle her betrachtet der Windows- und Linux-Welt um einiges hinterher. Auf dem System i werden viele Applikationen in einer logischen Maschine bzw. Partition zusammengefasst. Insofern existiert meist nur eine LPAR.
Virtualisierung mit Power VM ist durchaus schon länger möglich und wurde von Kunden genutzt, die viele logische Partitionen einsetzen.  Virtualisierung hinsichtlich diverser Storage-Lösungen ist zumindest für die Profi AG daily business.

Wo sehen Sie Handlungsbedarf bzw. Ansatzpunkte für lohnenswerte Virtualisierungsprojekte?
Lackner:
Vor allem da, wo mehrere kleinere Systeme installiert sind, die auf einem System zusammengefasst werden könnten. Und bei Umgebungen, bei denen wechselnde Lasten bzw. dynamische Workloads vorhandenen sind (z.B. bei workload-intensiven Monatsabschlüssen, Gehaltsläufen etc.). So bieten die aktuellen Storage-Lösungen die Möglichkeit, Point-in-time-Kopien zu erstellen, mit denen separat – unabhängig von der Produktion – gearbeitet werden kann, z.B. für die Datensicherung oder für den Aufbau einer Testumgebung.
Lohnenswerte Virtualisierungsprojekte sind auch bei Hochverfügbarkeits-Konzepten gegeben, die durch Virtualisierungsoptionen von Power VM abgedeckt werden können.

Welche Vorgehensweise empfehlen Sie den Kunden, die sowohl ihre Intel- als auch ihre Power-Welt virtualisieren möchten?
Lackner:
Genau darüber nachzudenken, wo die Betreuung aus beiden Welten (vSphere + Power VM) zusammengefasst werden kann und wo so viele Ressourcen wie möglich für und von beiden Welten genutzt werden können. Die Möglichkeit der Zusammenfassung der beiden Welten war vor ein paar Jahren mit dem Blade Center gegeben. Durch Nutzung der aktuellen Technologie Pure Flex sind solche Virtualisierungslösungen besser umsetzbar. Generell sollten Kunden sich mit einem kompetenten Partner austauschen und die einzelnen Schritte sauber planen.

Wann empfehlen Sie die Pure Flex Solution for IBM i bei der Modernisierung der IT-Infrastruktur?
Lackner:
Immer dann, wenn ein stark heterogenes Umfeld nicht in eine reine VM-Welt übertragen werden kann oder wenn die Windows-Server für die Datenbanken an ihre Grenzen stoßen. Meine Empfehlung gilt auch, wenn Einsparpotential bei der Administration vorhanden ist und wenn Freiheiten für andere Tätigkeiten geschaffen werden sollen. Bis zu einer gewissen Systemgröße und -relevanz der AS/400 sind Flex-Lösungen absolut empfehlenswert.

Welche Rolle können Public-Cloud-Lösungen für AS/400-Anwender spielen, die mehr Flexibilität und bessere Skalierbarkeit bei ihrer Infrastruktur suchen?
Lackner:
Ich persönlich glaube nicht, dass die Anforderung von AS/400-Anwendern zum jetzigen Zeitpunkt durch eine Public Cloud abgebildet werden können. Allein aus lizenzrechtlichen Gründen ist das heute schwer abbildbar. Sollten jedoch diese Punkte in den Griff bekommen werden, so wäre eine Public Cloud durchaus für das eine oder andere mittelständische Unternehmen ein sinnvoller Ansatz. 

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