Das Luftverkehrsdrehkreuz Flughafen Frankfurt
Die Implementierung des vollautomatisierten 24/7-Schutzes vor Distributed-Denial-of-Service- bzw. DDoS-Angriffen ist bereits abgeschlossen, teilte der europäische IT-Sicherheitsanbieter Link11 Anfang Oktober mit. Diese DDoS-Schutzlösung verbindet demnach die Netzinfrastruktur des Flughafen-Betreibers dauerhaft mit dem Link11-Filterzentrum. Der Internet-Traffic werde kontinuierlich über das Filterzentrum geführt, sodass bösartiger Datenverkehr entfernt werden kann und nur legitimer Datenverkehr die Netze der Fraport AG erreicht.
Diese Filterung des IP-Traffics erfolgt dank moderner Technologien wie maschinellem Lernen und vollständiger Automatisierung in Echtzeit und hilft so, menschliche Fehler bei der Erkennung und Abwehr von Angriffen zu vermeiden. Auch unbekannte Angriffsmuster werden nach Herstellerangaben „dank der patentierten Anomalie-Erkennung in Sekundenbruchteilen abgewehrt“.
Im Gegensatz zu diesem Ansatz setzen DDoS-Schutzlösungen von einem Netzbetreiber gewöhnlich die manuelle Erkennung und den reaktiven Schwenk des Datenverkehrs voraus. Carrier-basierte Modelle erfüllen meist Standardanforderungen, deren Schutzmechanismen in der Regel auf den Layern 3 und 4 greifen. Da sie zudem oft mit minimalistischen Service-Level-Agreememts (SLAs) hinterlegt sind, fehlen eine garantierte Schutzbandbreite oder eine vertraglich garantierte Time to Mitigation für alle Angriffsarten; TTM ist die Zeit, die benötigt wird, bis die DDoS-Abschwächung einsetzt und beginnt, den eingehenden Datenverkehr zu säubern. Es vergeht im Zweifel wertvolle Zeit – und das Risiko einer Betriebsunterbrechung steigt deutlich.
„Weiter steigende Angriffszahlen erfordern besonders für Betreiber kritischer Infrastrukturen eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Cybergefahren und den entsprechenden Schutzmechanismen“, mahnt Link11-Geschäftsführer Marc Wilczek. „On-Premises-Lösungen bauen allzu oft auf die manuelle Bewertung von Vorfällen und statische, musterbasierte Bewertung der Daten. Dieser zeit- und ressourcenintensive Ansatz ist angesichts der wachsenden Komplexität von IT-Sicherheit ineffektiv und fehleranfällig.“
Ein voll automatisierter 24/7-Schutz erübrigt manuelle Arbeiten und ermöglicht dem IT-Team der Fraport AG, sich auf weiterreichende IT-Sicherheitsmaßnahmen zu konzentrieren. Fritz Oswald, Senior Vice President IT-Infrastruktur in Frankfurt, erklärt: „Als Flughafenbetreiber steht die gute und sichere Reise unserer Passagiere immer im Vordergrund, daher stellen wir auch unsere IT-Sicherheitsmaßnahmen fortlaufend auf den Prüfstand.“ Für den Cloud-basierten Schutz spreche, dass der Datenverkehr in Echtzeit gefiltert, analysiert und sogar blockiert werden könne, bevor er auch nur in die Nähe der Netze von Fraport gelange. So habe man „das Sicherheitsniveau um eine weitere Stufe erhöhen“ können.
Das im Airport-Business aktive Unternehmen ist an 29 Flughäfen auf vier Kontinenten aktiv und erwirtschaftete 2021 bei 2,14 Mrd. Euro Umsatz. Nach einem Konzern-Verlust von 690 Mio. Euro im Coronajahr 2020 war das Konzern-Ergebnis 2021 mit 91,8 Mio. Euro wieder positiv.
Für das laufende Jahr wird für den Flughafen Frankfurt ein Passagieraufkommen von 55 bis 65 Prozent gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 erwartet – das entspricht rund 39 bis 46 Millionen Fluggästen. Im Jahr 2019 begrüßte Fraport am Flughafen Frankfurt mehr als 70,5 Mio. Passagiere und schlug ein Cargo-Volumen von rund 2,1 Millionen Tonnen um. Im Jahr 2021 wurden aufgrund der Corona-Pandemie lediglich 24,8 Mio. Passagiere befördert; das Cargo-Volumen lag bei 2,3 Mio. Tonnen.
Bildquelle: Fraport AG