Der geschäftsführende Präsident Andreas Andreades wird vorübergehend wieder CEO – bis ein Nachfolger für Chuard gefunden ist.
Ist heute zurückgetreten: CEO Max Chuard
Temenos meldete heute für das Jahr 2022 einen Umsatzrückgang um 2 Prozent auf 949,6 Mio. Dollar und einen Einbruch des bereinigten Betriebsgewinns auf Stufe EBIT um 24 Prozent auf 272,3 Mio. Dollar. Die Inflation habe sich erheblich auf die Kosten und somit auf die Gewinn- und Verlustrechnung ausgewirkt, heisst es in der Mitteilung zu den vorläufigen Geschäftszahlen.
Verwaltungsratspräsident Andreades, der aus Aktionärskreisen massiv angegriffen wird, will das Präsidium an der kommenden Generalversammlung abgeben – und das nach 24 Jahren bei Temenos, davon viele Jahre als CEO. Der Verwaltungsrat schlägt den aktuellen Vizepräsidenten Thibault de Tersant als Nachfolger vor: Der frühere Finanzchef des französischen Softwarekonzerns Dassault Systèmes soll jedoch, so er gewählt wird – anders als der geschäftsführende Präsident Andreades („Executive Chairman“) – im operativen Geschäft keine Rolle übernehmen. Chuard wie Andreades wollen mit ihren Rücktritten den Weg frei für eine neue Generation von Führungskräften machen, heißt es.
Der doppelte Wechsel an der Spitze wird massive Veränderungen zur Folge haben: Sowohl Chuard als insbesondere auch Andreades hatten die Genfer Bankensoftware-Schmiede über lange Jahre geprägt – und aus einem kleinen Hersteller einem Topshot in einem zukunftsträchtigen Markt geformt. Nach Firmenangaben benutzen tagtäglich 1,2 Milliarden Menschen und 3.000 Banken ihre Software.
Temenos kämpft schon länger mit Problemen und stand immer im Zentrum von Übernahmegerüchten, beispielsweise einem Merger mit dem britischen Rivalen Misys oder zuletzt dem Einstieg der Investmentgesellschaft Thoma Bravo. Klares Indiz für die Probleme ist der Umstand, dass die Aktien von Temenos in den vergangenen dreieinhalb Jahren rund zwei Drittel an Wert verloren haben.
Bildquelle: Temenos