Banken und Versicherungen bauen ihr Datenmanagement um

Ganzheitliche Datenstrategie gefragt

Mangelnde Transparenz und Datenqualität sowie fehlende Datenkultur fordern Banken und Versicherungen heraus. Sie wollen daher durch die intensivere Nutzung ihrer Daten bessere und schnellere Entscheidungen treffen und so die Unternehmenssteuerung optimieren, aber auch kundenzentrierter agieren. Unabdingbar damit verbunden ist auch weiterhin die zunehmende Regulatorik im Finanzdienstleistungssektor.

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Die regulatorischen Anforderungen sind für Banken und Versicherungen sehr vielfältig – und betreffen verschiedenste Bereiche ihrer Wertschöpfungskette. Für mehr als 70 Prozent der befragten Banken und Versicherungen steht daher in Zukunft der Aufbau einer Data-Management-Plattform im Fokus, ergab die nicht repräsentative Lünendonk-Studie „Von Datensilos zu Datenströmen: Der Wandel von Banken und Versicherungen zu datengetriebenen Unternehmen“ auf Basis 32 Experteninterviews, die in fachlicher Zusammenarbeit mit KPMG erstellt wurde. Ziel ist eine homogene Datenbasis als eine zentrale Voraussetzung für den Wandel hin zu einem datengetriebenen Unternehmen.

Die Umsetzung von Regulatorik beschäftigt fast alle Befragten: 91 Prozent der untersuchten Banken und Versicherungen nutzen ihre Daten derzeit und in Zukunft vor allem, um regulatorische Anforderungen einfacher oder überhaupt erfüllen zu können. Studienautor Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk & Hossenfelder, berichtet: „Dieser hohe Anteil war zwar zu erwarten, zeigt aber sehr deutlich, dass in nahezu allen Banken und Versicherungen die Unternehmensressourcen weiterhin zu einem großen Teil zur Bewältigung aufsichtlicher Anforderungen gebunden sind. Das führt jedoch auch dazu, dass die knappen Analytics-Ressourcen nicht für Themen rund um die digitale Transformation zur Verfügung stehen.“

Fanny Luthmann, Expertin vom Studienpartner KPMG, ergänzt: „Die Anforderungen der Finanzaufsicht an Banken und Versicherungen werden auch zukünftig die Finanzindustrie stark beschäftigen. Der Trend wird sich weiter in die Richtung entwickeln, nicht mehr nur feste Ergebnisdaten, sondern auch Basisdaten in großem Umfang an Aufsichtsbehörden zu übermitteln. Völlige Transparenz, eine hohe Datenqualität und eigene Analysefähigkeit, um von Ergebnissen der Aufsicht nicht überrascht zu werden, sind dann unabdingbar.“

Neue Datenarchitektur und -haltung nötig

Dieses Spannungsfeld zwischen steigender Regulatorik, neuen Anforderungen durch die digitale Transformation und Fachkräftemangel zwingt Banken und Versicherungen zum Umbau ihres Berichtswesens: Neun von zehn Studienteilnehmenden erwarten sich dadurch bessere und schnellere Entscheidungen sowie eine höhere Prozesseffizienz, während sich 84 Prozent Kosteneinsparungen versprechen.

Die Datenarchitektur und -haltung muss sich den neuen Gegebenheiten anpassen. Zukünftig werden laut Studie zur Datenhaltung „Data Lakes“ stärker zum Einsatz kommen. 71 Prozent der Finanzunternehmen wollen in Zukunft daher hybride Konstrukte aus Data Warehouse und Data Lake nutzen; aktuell sind es mit 63 Prozent noch deutlich weniger. „Viele Finanzunternehmen beschäftigen sich derzeit mit dem Aufbau von Data-Lake-Plattformen und möchten damit die digitale Transformation vorantreiben“, so Zillmann. „Neben Effizienzsteigerungen und einer optimierten Kundenanalyse können hybride Datenarchitekturen regulatorische Anforderungen besser abdecken und das Reporting auf ein höheres Level heben.“

Um flexible und skalierbare Datenspeicher und daran angeschlossene Auswertungsfälle zu ermöglichen, setzen die befragten Unternehmen verstärkt auf die Cloud. 71 Prozent der Banken und Versicherungen werden zukünftig bei der Datenhaltung eine hybride IT-Infrastruktur aus On-Premises und der Cloud nutzen.

Bildquelle: Lünendonk & Hossenfelder

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