Beschleunigte Übernahme von Containern im Hafen Hamburg

GDH disponiert gemäß Solas

Viele Funktionen für den Container-Transport und eine Schnittstelle zum Solas Clearing Center Tally Tech besorgt sich die Hamburger GDH-Transport und Containerlogistik GmbH mit der Transportmanagementsoftware Cargo Support Dispo – und ist damit einer der ersten Nutzer der neu geschaffenen Schnittstelle zu Tally Tech. Gemäß Solas muss ab Juli die Bruttomasse aller Container überprüft werden, bevor sie zum Terminal verschickt werden; das Clearing Center von Tally Tech hat sich im Sinne der Solas-Konvention auf die rechtssichere Übermittlung von Wiegedaten von Export-Containern an Reedereien spezialisiert.

GDH war 1982 der erste Anbieter eines Seitenladers in Hamburg. Vor dem Hintergrund der Solas-Konvention hat GDH eine zertifizierte Wiegetechnik entwickelt, mit deren Hilfe das Gewicht eines Containers bereits beim Anheben mit dem Seitenlader ermittelt wird. Die in den Seitenlader integrierte zertifizierte Waage übermittelt das Container-Gewicht per Funk an eine On-Bord-Unit im Fahrerhaus der Zugmaschine.

Von dort werden die Daten per Bluetooth an ein Smartphone (oder eine Smartbox) mit der Tally Tech Weighing App gesendet. Diese erstellt dann in Verbindung mit der Containernummer automatisch die Wiegenote und sendet sie an das Clearing Center, das über eine Schnittstelle an das TMS Cargo Support Dispo angeschlossen ist. Vom Clearing Center gelangt die Wiegenote zudem automatisch zur betreffenden Reederei. Alle Wiegenoten, die von den Reedereien verarbeitet worden sind, werden in der Anwendung quittiert und bestätigt.

„Mit Cargo Support Dispo sehen unsere Disponenten auf einen Blick, ob ein Container bereits gewogen und das Gewicht von Tally Tech übertragen wurde", erklärt Dirk Graszt, einer der beiden GDH-Geschäftsführer. Die tabellarische Auftragsansicht des TMS wurde dafür um die Spalte „Wiegen / Solas“ und den Wegepunkt-Typ „Wiegestation“ ergänzt. „Kurz nachdem der Container an einer zertifizierten Waage gewogen wurde, steht das tatsächliche Gewicht im TMS zur Verfügung“, so Graszt, der die Transporte mit Seitenladern künftig noch deutlich ausbauen will.

Einen weiteren wesentlichen Vorteil des neuen TMS sieht Graszt in der automatischen TR02-Anmeldung; die Schnittstelle TR02 dient zur Kommunikation zwischen Trucking-Unternehmen und Kaiumschlagsbetrieben im Hafen, so dass frühzeitig alle relevanten Auftrags- und Containerdaten ausgetauscht werden. Während die Terminals die Planungsdaten der Transportunternehmen erhalten, bekommen diese im Gegenzug alle aktuellen Statusinformationen zu den Containern. GDH erfährt damit sofort, wenn einer „ihrer“ Container gelöscht wurde. Im nächsten Schritt stößt das TMS automatisch die Verzollung via Atlas an, so dass der Container rund zehn Minuten später vom Fahrer übernommen werden kann. Dieser muss sich nur noch mit einem fünfstelligen PIN-Code legitimieren, der via TR02 generiert wird.

Über Solas

Solas steht für „Safety of Life at Sea“ und ist ein internationales Übereinkommen zum Schutz des menschlichen Lebens auf See. Es entstand als Reaktion auf den Untergang der Titanic; Urheber ist die internationale Seeschifffahrts-Organisation IMO, der maritime Zweig der Vereinten Nationen.

Aktuell ist die fünfte Version von 1974 in Kraft, erweitert und geändert durch zahlreiche Ergänzungsprotokolle (Amendments). Eine dieser Neuerungen der Solas-Konvention ist die Verpflichtung des Shippers eines beladenen Containers, vor Verladung an Bord das verifizierte Bruttogewicht aufzugeben. So sollen Gefahrensituationen für Schiffe und Mannschaft aufgrund falsch angegebener Gewichte verhindert werden.

Die neue Solas-Konvention schreibt vor, dass ab dem 1. Juli die Bruttomasse aller Container überprüft werden muss, bevor sie zum Terminal verschickt werden. Verantwortlich für die Überprüfung sind alle Personen, die als Spediteure auf dem Frachtbrief angegeben sind. Wird die Vorschrift nicht erfüllt, dürfen Container nicht auf das Schiff geladen werden. Sowohl das Terminal als auch der Spediteur können hierfür verantwortlich gemacht werden.

Für die Gewichtsermittlung sind zwei Methoden möglich: Entweder wird der gesamte Container mit Inhalten und Verpackung gewogen, oder es werden Inhalte, Verpackungsmaterial und das Taragewicht des Containers separat gewogen und addiert.

Bildquelle: GDH

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