Power-Systeme zertifiziert für die SAP Hana Enterprise Cloud

Gedacht für große SAP-Hana-Workloads

Heute gab die IBM bekannt, dass ihre Power-Server von SAP für die Hana Enterprise Cloud als Infrastruktur großer Hana-Systeme zertifiziert wurden. Ziel ist es, das Management privater Cloud-Umgebungen zu vereinfachen. Der Service wird auf Power9-basierten E980-Servern laufen, die mit 24 TB die branchenweit größte virtualisierte Server-Skalierbarkeit für die Hana-Datenbank aufweisen. Ein einziges System E980, das aktuelle Topmodell der IBM, hat bis zu 64 TB Arbeitsspeicher und 192 Cores an Bord und kann maximal 16 Hana-LPARs für die Produktion hosten.

Das IBM Power System E980

Einer der bis zu vier Serverknoten eines Topmodells E980 der Power-Baureihe. Eine E980 hat im Vollausbau bis zu 192 Cores und 64 TB Arbeitsspeicher an Bord – und kann maximal 16 Hana-LPARs (mit jeweils bis zu 24 TB Speicher) für die Produktion hosten.

Die Hana Enterprise Cloud (HEC) von SAP ist eine gemanagte IT-Infrastruktur für private Cloud-Umgebungen und wird als skalierbarer, sicherer Service positioniert, der für den Kunden den Weg in die Cloud beschleunigen soll. Sie bietet dazu den erforderlichen Software- und Hardware-Stack und ein Set funktionaler und technischer Diensten – alles in einer privat verwalteten Umgebung.

Christoph Herman, bei Leiter des Bereichs „Managed Cloud Delivery“ bei SAP, will mit Power9 und HEC die Skalierbarkeit und Verfügbarkeit von SAP-Anwendungen verbessern, gleichzeitig die Workloads auf SAP Hana verlagern und die TCO senken. Die jetzt zertifizierte Kombination könne Kunden helfen, den Weg zur „Cloud-Readiness“ abzukürzen, während sie gleichzeitig die Risiken adressieren.

Firmware-basierte Virtualisierung

HEC-Anwender können darüber hinaus mit der Power-Plattform die Vorteile der Firmware-basierten Virtualisierung nutzen. Die bietet heute bei Scale-Up-Systemen die größte Hana-Skalierbarkeit und erleichtere die Berücksichtigung von Kapazitätsänderungen. Außerdem lässt sich die Verfügbarkeit von SAP-Anwendungen durch die stabile Infrastruktur maximieren – und Hana-basierte Business Intelligence-Anwendungen würden beschleunigt, weil diese in einem einzigen Rechner ausgeführt werden können. Immerhin kann ein Hana-2.0-System (Scale-up) bei Power9 dank PowerVM-Hypervisor bis zu 24 TB Hauptspeicher nutzen. Wird Hana hingegen auf einem Linux-Betriebssystem unter XEN, KVM, Vmware oder Microsoft Hyper-V ausgeführt, gilt dann – wie für jede andere „virtuelle Maschine“ auch – die Beschränkung auf nur 6 TB Hauptspeicher.

Im Juni 2019 hatte IBM die Verfügbarkeit von Power9 in der IBM Cloud angekündigt. Das war laut Stephen Leonard, bei IBM General Manager des Bereiches „Cognitive Systems“, der erste Schritt in Richtung Ziels, den Kunden die Power-Technologie unabhängig von ihrem Standort zur Verfügung zu stellen. Mit der Aufnahme der Power-Systeme in die Hana Enterprise Cloud „bieten wir unseren Kunden mehr Auswahlmöglichkeiten und größere Flexibilität, um ihre Arbeitslasten in der hybriden Cloud dort auszuführen, wo sie es wünschen“.

Power-Systeme wurden 2015 für Hana zertifiziert und werden seither – vor allem mit Blick auf Skalierbarkeit und Verfügbarkeit – als Intel-Alternative bei den Plattformen für Hana-Anwendungen positioniert; möglich ist beispielsweise die „Virtualisierung bei Bedarf“ über Hypervisor-definierte Funktionen der Power-Systeme. Die Rede ist von „logischen Partitionen“ (LPARs, virtuelle Maschinen“), die zusammen mit dem Hypervisor PowerVM in der Firmware realisiert werden.

Bis zu 24 TB für eine Hana-LPAR

Weitere Vorteile neben der schieren Hauptspeichergröße von bis zu 24 Terabyte: Damit kann ein IT-Chef zum Beispiel in der Hana Enterprise Cloud mehrere Service Levels parallel nutzen oder seine IT-Abteilung umgestalten, indem er den Schwerpunkt von Wartung und Betrieb der Infrastruktur auf die Weiter- und Neuentwicklung von Cloud-Anwendungen verlagert.

Das überzeugt Firmen wie den Telekommunikationsanbieter Vodafone, der einen „Digital Logistics Hub“ aufbauen will und dabei IBM Rapid Move for SAP S/4Hana nutzt und damit die Transformation um 50 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Methoden beschleunigt. Auch die Würth-Gruppe steigert mit Hana auf Power-Systemen die Effizienz. Um seine Kunden zu unterstützen, hat der Schweizer IT-Dienstleister UMB eine neue Cloud-Lösung eingeführt, die Hana als Service anbietet und durch Server von IBM möglich wird. Sie bietet laut Hersteller Skalierbarkeit für Analyse-Workloads und 25 Prozent niedrigere TCO im Vergleich zu einer entsprechenden Architektur auf anderen Plattformen. Um die IT und die Geschäftsmodelle zu modernisieren ohne die Produktion zu stören, migrierte der Geschirrhersteller WMF seine SAP-Anwendungen auf Power-Systeme und Flash-Speicher von IBM – und sein SAP-Business-Warehouse auf Hana. Dadurch werden 20 Prozent der Zeit für Backups und Systemwiederherstellungen eingespart und die geschäftliche Belastbarkeit erhöht.

Was genau ist die Hana Enterprise Cloud? Einfach ausgedrückt handelt es sich um eine von SAP verwaltete „Private Cloud“. Sie wurde 2013 lanciert, um die Einführung der In-Memory-Plattform zu beschleunigen. HEC bildet die On-Premise-Umgebung eines SAP-Kunden in einem Cloud-Modell nach; für den Betrieb gibt es dann einen Service-Level-Vertrag für den Anwendungs-Stack sowie für die Sicherheits- und Kontrollfunktionen. Außerdem können verschiedene funktionale Applikations-Services und technische Managed-Services der SAP nutzen. Bei HEC arbeitet SAP übrigens mit praktisch allen wichtigen Hyperscalern (vor allem Microsoft Azure, Amazon Web Services und Google Cloud Platform) zusammen, um Kunden beim Einstieg in den Cloud möglichst viel Wahlfreiheit zu lassen.

Die Zusammenarbeit von IBM und SAP ist übrigens seit jeher sehr eng; SAP wurde ja bekannterweise im Jahr 1972 von fünf ehemaligen IBM-Mitarbeitern gegründet.

Bildquelle: IBM

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