Scopeland 7: Low-Code-Suite automatisiert Responsive-Design

Gekonnter Umgang mit den Metadaten

Nach mehrjähriger Entwicklungszeit wird die neue Version 7 der deutschen Low-Code-Plattform Scopeland auf dem Berliner Low-Code Day zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Low-Code Day findet erstmalig am 24. Oktober ab 9:00 Uhr im Spielfeld Digital Hub in Berlin-Kreuzberg statt – als Fachkonferenz zum Thema Low-Code und No-Code.

Bildquelle: Mudassar Iqbal/Pixabay

 

Am Donnerstag kann auf dem Low Code Day am Messestand der Berliner Softwareschmiede Scopeland Technology die Version 7 begutachtet werden. Ein Mitarbeiter wird live vor den Augen der Messebesucher eine für große Monitore ausgelegte formularbasierte Datenbankanwendung entwickeln. „Dann wird er ein Handy zur Hand nehmen und dasselbe, für Desktops entwickelte Programm, starten“, sagt Marketingleiterin Nina Sturm. „Und siehe da: Absolut alles ist korrekt und ergonomisch – und ganz von selbst zu einer mobilen Anwendung geworden, so wie man es von Programmen erwartet, die für mobile Endgeräte programmiert sind.“

AS/400 wird derzeit nicht unterstützt

Ein Wermutstropfen ist allerdings dabei, wie Nina Sturm auf Anfrage von DV-Dialog erklärt. „Die AS/400 wird derzeit nicht unterstützt. Bei einem sehr großen Auftragsvolumen wäre zwar eine Portierung auf die AS/400-Datenbank theoretisch denkbar, aber auch das bräuchte Java-Application-Server/Web-Server – und es wäre halt schon ziemlich aufwändig.“

Um die Jahrtausendwende war das noch anders. Die damals lancierte webbasierte Version Scopeland 2000 (Nachfolger der im Oktober 1998 als Windows-Paket eingeführten Suite) unterstützte die AS/400 – und das seinerzeit noch in Frankfurt beheimatete Softwarehaus Scopeland kaufte die neun Mitarbeiter starke Berliner Comitt GmbH hinzu, um „zusätzliches AS/400- und ERP-Know-how in die neue LOB (Line of Business) des Unternehmens zu integrieren“. Seinerzeit gab es z.B. auch Schnittstellen zu den ERP-Systemen MAS90 und Frida/Oxaion.

Das Besondere an Scopeland war von Anfang an die Entwicklungsumgebung, mit der nicht nur IT-Spezialisten, sondern auch IT-affine Fachanwender und IT-Verantwortliche in den Fachabteilungen („Citizen Developer“ genannt) anspruchsvolle Datenbankanwendungen entwickeln können. Erste Anwendungen von Scopeland 1.0 waren umfangreiche Umweltinformationssysteme sowie Spezialsoftware für Industriekonzerne wie Bayer, BASF und Gillette.

Zunächst war nur für Windows-Rechner verfügbar, kam zwei Jahre später die erste Version für Web-Anwendungen auf den Markt – und nach einer erneuten Überarbeitung der Basistechnologie ab 2006 die Vorläufer der heutigen Suite, mit der nach Firmenangaben mehr als 500 große und sehr große IT-Projekte umgesetzt worden sind.

Volle Integration anspruchsvoller Geodatenverarbeitung

Von Anfang an hat das Unternehmen auf den Low-Code-Ansatz gesetzt. „Einige dieser Features sind bis heute ausschließlich in der Plattform Scopeland verfügbar, wie beispielsweise die volle Integration anspruchsvoller Geodatenverarbeitung“, erklärt Marketingleiterin Nina Sturm.Die neue Version bringe nun eine weitere Innovation: Ein Verfahren, mit der jede mit Scopeland erstellte Fachanwendung vollautomatisch im Responsive-Design vorliegt – und so auf allen erdenklichen Endgeräten betrieben werden könnte.

Das Besondere daran ist laut Sturm nicht das Responsive-Design als solches, denn das sei ja längst zum Standard geworden. Bei dem neuen Verfahren gehe es vielmehr darum, dass bei der Anwendungsentwicklung kaum zusätzlicher Aufwand für die Anpassung der Benutzeroberfläche an die unterschiedlichen Zielplattformen entsteht. Denn angesichts der mit der Low-Code-Einführung erreichten Effizienzsteigerungen habe das „Responsiv-Machen der Programme“ zuletzt einen relativ immer größeren Anteil an den Entwicklungsaufwänden ausgemacht und sei zu einem der größten Kostenfaktoren geworden.

Responsive by Design

„Damit räumt Scopeland jetzt auf“, konstatiert Sturm. Möglich sei dies aufgrund der Tatsache, dass in Low-Code-Plattformen in den sogenannten Metadaten bereits alles in wohlstrukturierter Art und Weise gespeichert ist: alles, was die Applikation ausmacht, unter anderem auch sämtliche Eigenschaften der Daten und Bildschirmelemente. „Dies wird ohnehin schon dazu benutzt, den Entwurf von Benutzeroberflächen weitgehend zu automatisieren“, so Sturm weiter. Man gehe jetzt aber „noch einen Schritt weiter“ und leite aus den Metadaten ab, wie die fertiggestellten Bildschirmseiten automatisch an die jeweiligen Endgeräte anpasst werden sollen.

 

Bildquelle: Mudassar Iqbal/Pixabay

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