Ein Navigationssystem durch Legacy-Systeme

Generationswechsel in der Anwendungsentwicklung

Zeitsparende Hilfestellung durch die Visualisierung von RPG- und Cobol-Anwendungen.

Unsere Autorin Heidi Schmidt ist Geschäfts­führerin der PKS Software GmbH, Ravensburg

Seit einem halben Jahrhundert entwickeln wir Software. Seit 25 Jahren gibt es die AS/400. Am Anfang der Software-Entwicklung umfasste der Quellcode der Anwendungen wenige Blatt Papier. Doch Jahr für Jahr, Maschinenzyklus für Maschinenzyklus wuchsen die Anwendungen und aus dem Blatt Papier wurde ein Stapel, der wuchs und wuchs und wuchs. Dank der Kompatibilität der AS/400-Generationen konnten die Anwendungen einfach auf die jeweils neue Prozessortechnologie übertragen werden.

Somit wuchs über die Jahre auch die Komplexität der Systeme. All das Wissen darum steckt in den Köpfen der langjährigen Entwickler. Verlässt einer davon das Unternehmen, verschwindet häufig auch viel Wissen über die Anwendungen. Die jungen Entwickler, die häufig nicht einmal die „alte“ Programmiersprache beherrschen, stehen dann vor einem Berg an Source-Code, oft ohne jede Dokumentation.

Es wird dadurch zunehmend schwerer, den sich rasant ändernden Businessanforderungen durch Anpassung der Software gerecht zu werden. Wenn niemand mehr da ist, der sich an das System herantraut, weil er die Zusammenhänge im Source-Code nicht sicher abschätzen kann, dann kommt es mehr und mehr zum Projektstau. Die IT ist dann nicht mehr das Öl, das einen reibungslosen Prozessablauf im Unternehmen ermöglicht, sondern sie wird zum Sand im Getriebe und gefährdet den Geschäftserfolg.

Änderungen an den Anwendungen, auch wenn es nur einfache Wartungsarbeiten sind, werden immer mühsamer und eine nachhaltige Modernisierung wird immer schwerer. Dies führt zwangsweise dazu, dass das Software­team demotiviert ist, weil die Entwickler mehr mit Suchen, Erklären und Flicken beschäftigt sind als mit der inhaltlichen Weiterentwicklung. Die neuen Mitarbeiter hängen an den Erfahrenen, da sie nur dort die benötigten Infos über das System erhalten können.

Junge Entwickler kommen, „alte Hasen“ gehen

Die „alten Hasen“ sind frustriert, da sie ständig die ihnen so bekannten Zusammenhänge im System erläutern müssen und viel zu wenig zum Entwickeln kommen. Außerdem wollen die Fachbereiche oder die Geschäftsführung ständig neue Projekte, die es zu implementieren gilt. Diese Entwicklung hat für alle negative Konsequenzen und führt leider immer noch häufig dazu, dass man der bewährten RPG- oder Cobol-Anwendung den Rücken kehrt und sein Heil in einer kompletten Neuentwicklung oder dem Umstieg auf eine Standardlösung sucht.

Dabei geht es auch einfacher, günstiger und sicherer: Werkzeuge zur Visualisierung komplexer Softwaresysteme machen es möglich, mit wenig Aufwand den aktuellen Plan der Anwendungen auf Knopfdruck sichtbar zu machen. Die IT wird dadurch wieder agiler, es kann „smart“ (weiter-)entwickelt werden – und die implementierten Geschäftsprozesse lassen sich nachhaltig verbessern. Das Unternehmen wird wieder attraktiv für nachrückende Entwickler und die Wissens­träger können sich wertschöpfend einbringen.

PAAS ist solch ein Werkzeug – im Prinzip ein Navigationssystem durch Legacy-Systeme. PAAS steht für PKS Application Analysis Suite und dient der Visualisierung und Feldverfolgung von RPG- und Cobol-Anwendungen. Folgende Highlights zeichnen die Suite aus:

  1. Visualisierung des Source-Code (Objektabhängigkeiten, Programmübersichten oder Programmflussanalysen)
  2. Auf Knopfdruck aktuelle technische Dokumentation des Source-Code – das ist hilfreich für interne/externe Audits und macht jede beliebige Information über eine Anwendung verfügbar.
  3. Weniger Risiken bei Änderungen an der Software durch de Impact Explorer, der Entwickler bei Änderungen an Codestellen wie im Gleitflug durch das System lenkt.

PAAS schafft die Grundlage für den Generationswechsel im Entwicklungsteam, denn per Codevisualisierung ist ein vollständiger Durchblick in gewachsenen Codestrukturen möglich; zudem ist der Verständnisaufbau in der Hälfte der Zeit zu schaffen.

Somit sind neue Implementierungen agiler durchführbar, vorhandene Systeme schneller begreifbar und Einzelkomponenten besser wieder verwendbar – dank Gesamtüberblick über die Zusammenhänge. In Summe ergeben sich Einsparungen von bis zu 50 Prozent der Entwicklungskosten. Auch die frühzeitigere Fehlererkennung spart Zeit und Geld, denn mit PAAS werden Fehler häufig bereits am Entwickler­arbeitsplatz sichtbar. Das erübrigt manche teure Fehleranalyse im Testbetrieb und verbessert die Softwarequalität nachhaltig. 

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