Stellenabbau bei IBM‎ - ein Bluff von wem?

Gerüchtekoch gesucht

IBM kommentiert Spekulationen und Gerüchte nicht. Das ist zwar gängige Praxis, verwundert aber angesichts der hohen Wellen um die Meldung über geplante Massenentlassungen von 40 Prozent der Belegschaft in Deutschland doch. Die Frage ist: Woher stammt das Gerücht?

Falls es überhaupt ein Gerücht ist. Dagegen spricht einiges, denn die deutsche IBM bringt schon seit Jahren nicht die gewünschten Umsätze und Gewinne – auch wenn 2011 ein Umsatzplus von 4 Prozent erreicht worden sein soll. Dass da in der Konzernzentrale Konsequenzen gezogen werden, wäre einleuchtend. Vermutlich ist es genau so.

Selbst profunde Kenner der IBM sind unsicher bei der Bewertung des jüngsten Gerüchtes. Für Andreas Zilch, Vorstandsmitglied der Experton Group AG, ist die Meldung schlicht Unfug; er hält einen Abbau von bis zu 8.000 Stellen in Deutschland bei IBM für sehr unwahrscheinlich, Personalanpassungen aber für „Business as usual“. Der Journalist Raimund Vollmer, Verfasser von Büchern wie „Das blaue Wunder“ und seit langen Jahren aufmerksamer IBM-Beobachter, vermutet dagegen einen Bluff.

Fragt sich nur: Wer blufft? In Frage kommen die Gewerkschaft Verdi oder IBM selbst. Beide könnten im Vorfeld eines geplanten Stellenabbaus ein Interesse an dem Gerücht haben. Beide würden davon profitieren, wenn sich die fürchterliche Nachricht als halb so schlimm erweist, wenn es „nur“ 4.000 oder 2.000 Entlassungen gäbe. Das wäre dann – je nach Sichtweise – der Erfolg knallharter Verhandlungen im Interesse der Belegschaft oder aber die soziale Ader des Arbeitgebers.

Es gibt aber auch eine dritte mögliche Erklärung: Jemand innerhalb der IBM will seinem Arbeitgeber durch gezielte Indiskretion schaden. Dass es einen hochrangigen und sehr gut informierten Maulwurf geben muss, wurde ja bereits im Frühjahr im Vorfeld der Berufung von Martina Koederitz an die IBM-Spitze deutlich. Auch damals war die Information im Vorfeld der entscheidenden Aufsichtsratssitzung an die Öffentlichkeit gelangt.

Der Maulwurf von damals könnte auch in die Überlegungen zur „Personalanpassung“ in Deutschland involviert sein – und jetzt Unruhe stiften. Denn das die IBMer unter solchen Bedingungen „as usual“ weiterarbeiten können, ist sehr unwahrscheinlich.

www.ibm.de

www.experton-group.de

IBM Deutschland: War das alles nur ein Bluff?

Bildquelle: Oliver Haja/Pixelio.de

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