SAP S/4 Hana soll bis Ende 2025 insgesamt 67 ERP-Systeme ablösen

Global ERP für GEA

Die Düsseldorfer GEA Group AG, ein international tätiges Technologie­unternehmen mit rund 4,9 Mrd. Euro Umsatz im Jahr 2019, hat im Oktober das ehrgeizige ­Projekt „Global ERP“ gestartet. Damit sollen bis Ende des Jahres 2025 insgesamt 67 ERP-Systeme des Mischkonzerns durch eine einzige ERP-Instanz abgelöst werden. Deren Name: SAP S/4 Hana. Die Investition von 148 Mio. Euro soll auch durch die sukzessive erzielten Einsparungen bei den Betriebskosten der aktuellen ERP-Landschaft finanziert werden, die im Jahr 2019 mit 92 Mio. Euro beziffert wurden. Das Investment-Delta beträgt also 56 Mio. Euro.

  • Marcus Ketter, Finanzvorstand der GEA Group

    Marcus Ketter, Finanzvorstand der GEA, spricht von einer „doppelten Transformation“.

  • Die Zentrale der GEA Group in Düsseldorf, die bis Ende des Jahres mehr als 90 Prozent all ihrer Server in die Cloud verlagert haben will.

Angekündigt hatte GEA die Konsolidierung seiner globalen Prozess- und ERP-Systemlandschaft mit den Programmen Global BPM und Global SAP bereits auf seinem Kapitalmarkttag am 26. September 2019 in London. Auch die Vision wurde dort klar formuliert: Um die neue, konsolidierte, gruppenweit und global vereinheitlichte Unternehmensstruktur OneGEA optimal abzubilden, realisiert GEA eine neue unternehmensweite Prozess- und Systemlandschaft auf Basis von S/4 Hana.

Digitale Prozess-Welt

Auf Basis der digitalen Prozess-Welt von S/4 Hana sollen harmonisierte Templates für alle Kernprozesse geschaffen werden, wobei bereichsspezifische Prozesse und Funktionen möglich sein sollen. Dazu wird bei GEA eine Prozessorganisation und -Community eingerichtet. Die Prozess-Templates werden in zwei Releases entwickelt, ihre Markteinführung erfolgt dann gestaffelt auf der Grundlage von „T-Shirt-Größen“.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5-6/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Im ersten Schritt werden GEA und die Materna-Tochter cbs gemeinsam Best-Practice-Prozesse entwickeln sowie ein neues Unternehmens-Template bauen. Ziel ist es, eine nachhaltige, praxiserprobte Prozess-Plattform bereitzustellen. Deshalb werden vor Fertigstellung des neuen Corporate One-GEA-ERP-Templates eine Reihe von Pilot-Rollouts stattfinden. Darüber hinaus ist ein globales Rollout-Programm geplant, das es GEA ermöglicht, diese Lösung konzernweit effizient bereitzustellen. Immerhin ist GEA in mehr als 50 Ländern vertreten.

Als Vorteile erwartet Christian Niederhagemann, CIO der GEA Group, volle Transparenz und eine „single source of truth“ für alle Daten im Unternehmen. Darüber hinaus sollen harmonisierte und standardisierte Prozesse die Nutzung von Synergien sicherstellen und die Komplexität reduzieren.

Die Beseitigung nicht mehr ausreichender ERP-Systeme erleichtert die geplante Digitalisierung und den Aufbau digitaler Geschäftsmodelle, die zudem dank der SAP-Technologie hoch skalierbar sind, in der Cloud betrieben werden können und die weitere organisatorische Umgestaltung durch global standardisierte Prozesse und IT-Frameworks erleichtern.

Am 14. Mai 2020 kündigte der Düsseldorfer Konzern dann eine strategische Partnerschaft mit SAP an, um die Entwicklung des Produktportfolios von SAP für Engineering-, Technologie- und Industrieunternehmen zu beschleunigen. „Die Partnerschaft soll nicht nur neue Maßstäbe in Bezug auf Qualitätssicherung und Zusammenarbeit bei der Entwicklung der IT-Architektur schaffen, sondern auch eine tragende Säule der gesamten Wachstumsstrategie von GEA sein“, heißt es in der Presseinformation. Als strategischer SAP-Partner werde GEA Zugang zum gesamten Produktportfolio von SAP erhalten und besonders nahe an deren Innovationszyklen sein.

Die doppelte Transformation

Die Partnerschaft solle „den eingeschlagenen Weg zur Digitalisierung des Unternehmens und seines Geschäftsmodells weiter beschleunigen“, heißt es auch. „Das oberste Ziel ist die Implementierung eines globalen ERP-Systems, das es GEA ermöglicht, vollständige Transparenz über die Unternehmensdaten herzustellen. Dies ist die Grundlage dafür, die Geschäftsprozesse des Unternehmens deutlich zu vereinfachen, zu beschleunigen sowie zu harmonisieren und damit weitere Synergiepotenziale zu nutzen.“

„Durch die strategische Partnerschaft mit SAP gehen wir eine große Herausforderung für Unternehmen auf dem Weg der beschleunigten Digitalisierung an: Die doppelte Transformation“, sagt Marcus Ketter, Finanzvorstand der GEA. „Das bedeutet, bestehende Prozesse und Systemlandschaften in kürzester Zeit zu harmonisieren und gleichzeitig durch digitale Innovationen neue Geschäftsfelder zu erschließen. Gemeinsam mit SAP schaffen wir eine sogenannte Single Source of Truth für unsere Daten und damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: Alle Entscheider haben die passenden Daten weltweit immer zur Hand und können entsprechend schnell reagieren. Gleichzeitig arbeiten wir mit einem führenden Anbieter zusammen, um digitale Best-in-Class-Lösungen für unser Kerngeschäft zu entwickeln.“

CIO Niederhagemann will GEA so „auf ein neues Level heben“, indem man die modernste Technologie einsetze. Und SAP-Vorstand Thomas Saueressig ergänzt: „Der Umstieg auf SAP S/4 Hana bedeutet für Unternehmen mehr als eine technologische Innovation. Mit dem Umstieg haben Kunden die Chance, auch ihre Geschäftsprozesse neu zu gestalten, um sowohl Abläufe für Kunden und Mitarbeiter zu vereinfachen als auch neue Geschäftsmodelle zu eta-blieren.“ Man werde die Öffentlichkeit kontinuierlich über die Partnerschaft und wichtige Meilensteine informieren.

Bildquelle: GEA Group

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