BMW will digitale Transformation beschleunigen

Go-Live neuer Produktions-IT

Einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung der Produktion hat die BMW Group geschafft: Im August ging weltweit erstmalig die neue, standardisierte IT-Lösung für Produktionswerke des Automobilherstellers im Werk Oxford live, in dem der Mini hergestellt wird. Auf Basis einer Private-Cloud–basierten Software und SAP S/4 Hana entwickeln die BMW Group und SAP gemeinsam die Prozess- und Tool-Landschaft.

  • BMW-CIO Alexander Buresch (rechts) bei der Vertragsunterzeichnung am 25. Januar 2023 mit Thomas Saueressig, dem für die Produktentwicklung verantwortlichen SAP-Vorstand.

  • Michael Nikolaides, Bereichsleiter Produktionsnetzwerk/Logistik bei der BMW Group

  • Die neue IT-Lösung für die Produktionswerke von BMW ging erstmals im Werk Oxford live, in dem der Mini hergestellt wird.

Das sei der erste erfolgreiche Go-Live in der Automobilproduktion, heißt es von den beiden Entwicklungspartnern. Man habe mit der Implementierung im Werk Oxford „eine Blaupause für Prozessdigitalisierung von (Automobil-) Werken der Zukunft geschaffen“. Insgesamt will der Hersteller in dieses Werk, das ab 2030 nur noch E-Autos produzieren soll, 700 Mio. Euro investieren.

Der zeitgleiche Rollout der neuen globalen Logistik-, Finanz- und Zoll-Systeme in Oxford soll bei BMW die Basis bilden für die künftige weltweite Standardisierung mit S/4 Hana, SAP Analytics Cloud und SAP Global Trade Services (GTS).

Mehr Standardisierung in der Werks-IT

Die Standardisierung soll nicht nur die gegenseitige Werksunterstützung, einen flexiblen Mitarbeitereinsatz und Synergien in Support und Training ermöglichen, sondern darüber hinaus auch die Basis bilden für zukünftige Innovationen, den schnelleren Rollout neuer Lösungen im Produktionsnetzwerk und Datendurchgängigkeit sowie Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Durch die Verknüpfung relevanter Produkt-, Prozess-, Qualitäts-, Finanz- und Kostendaten unter Anwendung von Data Analytics und KI will Michael Nikolaides, Bereichsleiter Produktionsnetzwerk/Logistik bei der BMW Group, die Steuerung der Werke auf ein neues Niveau bringen. Der jetzige Go-Live im sei „ein wichtiger Meilenstein im Digitalisierungsprozess unserer Produktion. […] Es handelt sich um den Startpunkt eines der größten Veränderungsprojekte in der Geschichte unseres Produktionsnetzwerks“, denn sukzessive sollen die neuen IT-Standards an allen Produktionsstandorten implementiert werden.

Mit der iFactory definiert BMW die Zukunftsausrichtung aller Werke und Fertigungstechnologien. Die Digitalisierung der Produktion ist neben den Aspekten „Lean“ und „Green“ das zentrale Element dieser Transformation. Digitalisierung und innovative Technologien werden in den folgenden Technologie-Clustern vorangetrieben: Smart Data Analytics, Smart Logistics, Innovative Automatisierung & Assistenzsysteme und Additive Manufacturing. Vor allem die Bereiche Logistik, Zoll und Controlling sollen schneller, besser und flexibler werden.

„IT ist Business und Business ist IT“

„IT ist Business und Business ist IT“, weiß BMW-CIO Alexander Buresch. Mit der neuen Lösung sei man „nun in der Lage, relevante Produkt-, Prozess-, Qualitäts- und Kostendaten zu verknüpfen, was Datenkonsistenz und Transparenz über die gesamte Produktionskette hinweg ermöglicht“.

Oxford ist mit diesem Go-Live Dreh- und Angelpunkt der Prozessdigitalisierungs- und Harmonisierungsstrategie. Das Mini-Werk ist auch die erste der vernetzten Fabriken der BMW Group, die in den nächsten Jahren auf die Cloud-Architektur umgestellt wird. Die Hoffnung: Künftige Innovationen sollen so wesentlich schneller in allen Werken ausgerollt werden können. Mehr als 1.000 Kolleginnen und Kollegen aus beiden Unternehmen waren an dem Co- Innovationsprojekt beteiligt, in dem SAP und BMW die Funktionalität von S/4 Hana für den Einsatz in der Automobilindustrie weiterentwickelt haben. Beide Unternehmen blicken auf eine über 30-jährige Partnerschaft zurück, in der schon mehrere Co-Innovationsprojekte umgesetzt wurden.

BMW intensiviert Partnerschaft mit SAP

Schon zu Jahresbeginn gab BMW die Intensivierung der langjährigen Partnerschaft mit SAP bekannt. Ziel sei es, die digitale Transformation des Unternehmens signifikant zu beschleunigen. Der Autohersteller baut dabei auf seiner Cloud-Strategie auf, um künftig schneller, umfassender und effizienter zu digitalisieren.

Im Rahmen der Partnerschaft soll dabei gesamte SAP-Landschaft des Kontern auf „Rise with SAP“ migriert werden. Das ist ein „Business-Transformation as a Service“-Angebot, das die Software mit Betrieb und Infrastruktur zu einem Gesamtpaket bündelt. Durch die Zusammenführung der Cloud-Strategie mit den künftigen Entwicklungen der SAP-Landschaft auf Basis des ERP-Systems S/4 Hana sollen dann gemeinsam Innovationen für wichtige Geschäftsbereiche wie u.a. für Finanzen, Teileversorgung, Lagerhaltung, die Lieferkette und die Produktion entwickelt werden.

Alexander Buresch, CIO der BMW Group, will mit dieser Zusammenarbeit erklärtermaßen die Flexibilität der IT-Infrastruktur erhöhen und die globale Skalierbarkeit verbessern. Das Wichtigste, so Buresch: „Wir können damit viel schneller als bisher Business-Innovationen zu unseren Kunden und Anwendern bringen.“

BMW und SAP bewegen sich damit gemeinsam weg von einem traditionellen SAP-Lizenzmodell hin zu einem ganzheitlichen Betriebsmodell, das Infrastruktur, Betrieb und Software aus einer Hand bereitstellt.

Bildquelle: BMW Group 

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