Die Ransomware-Gruppen Avaddon, Suncrypt, Ragnar Locker und Hello Kitty sind dafür bekannt, dass sie DDoS-Angriffe einsetzen, um ihre Opfer zusätzlich unter Druck zu setzen. Sie veröffentlichen regelmäßig Nachrichten, in denen sie Experten auf Gebieten wie der Backup-Technologie anheuern – nicht um Systeme zu reparieren, sondern um sie zu zerstören. Die Bande Lockbit schaltet sogar Anzeigen, um Partner anzuwerben.
Die Anreize sind groß. Eine Umfrage unter 300 US-amerikanischen IT-Entscheidungsträgern ergab, dass 83 Prozent der Ransomware-Opfer das geforderte Lösegeld gezahlt haben. Und die Nachfrage nach Hacking-Fähigkeiten und Ressourcen aus dem Untergrund hat zugenommen, seit die Betreiber von Ransomware immer erfolgreichere Kampagnen durchführen.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3-4/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Mit hoch motivierten Akteuren, die Zahlungen von organisierten Cybercrime-Gruppen erwarten, haben sich die Angriffe nach unseren Beobachtungen von automatisierten zu manuell durchgeführten Angriffen verlagert. So haben Forscher von Agari herausgefunden, dass die Wiederverwendung geleakter Passwörter meist von Menschen initiiert und nicht automatisiert ist.
Wenngleich es schwierig sein kann, sich gegen automatisierte Angriffe zu wehren, ist es weitaus schwieriger, sich gegen menschliche Intelligenz zu verteidigen – zumal wenn die Angriffe von der Aussicht auf millionenschwere Zahlungen getrieben werden und entsprechend ausdauernd sind.
Bildquelle: Radware