Dresdener Systemhaus Stella lanciert Datendrehscheibe G2

Hilfe zur Selbsthilfe

In vielen Unternehmen schlummert ein verborgener Schatz – die Kundendaten. Das weiß Dr.-Ing. Gerd Staudinger, Geschäftsführer der Dresdener Stella Systemhaus GmbH und verspricht mit seiner Software G2 effektive „Hilfe zur Selbsthilfe“ im Kontext der Datenqualität. Abhängig von der Vertragslaufzeit und der Anzahl der Lizenzen kostet G2 zwischen 40 und 75 Euro pro Lizenz und Monat.

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Einerseits werden Unternehmen heute von der Datenflut schier überrollt. Fachanwender aus den verschiedenen Abteilungen einer Firma müssen in immer kürzerer Zeit immer mehr Daten verarbeiten und analysieren. Andererseits arbeiten nicht wenige Unternehmen noch mit veralteten und unvollständigen Daten. Diese Kundendaten sind jedoch von geringer Qualität und genügen vor allem nicht den Sicherheitsanforderungen der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Analysen und Bewertungen vorbereiten

In einer ganzen Reihe von Unternehmen finden sich Datensilos. Die Kundendaten werden in diversen Insellösungen verwaltet, so dass sie oft mehrfach vorliegen, fehleranfällig und nicht geeignet für Analysen und Bewertungen sind.

Für Unternehmen sieht Staudinge nach heutigem Stand der Technik in der Regel zwei Möglichkeiten, um Daten zu erfassen und zu verwalten. Entweder sie kaufen eine IT-Basis- oder Branchenlösung oder sie bauen sich selbst auf Basis von Excel, Access und anderen Office-Mitteln eine eigene Lösung.

Beide Ansätze haben Nachteile. Standardsoftware muss von Software-Fachleuten an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden – und das nicht nur einmal, sondern je nach Bedarf immer wieder. Das kostet Zeit und Geld, ist fehlerträchtig und macht die Software instabiler. Eine generische Lösung „Marke Eigenbau“ stößt aber irgendwann an Grenzen. Denn für mehrere Nutzer müssten Regeln eingebaut werden, die erst aufwändig zu programmieren wären. Oft finden sich auch lückenhafte Branchenlösungen, die von Excel-Lösungen ergänzt worden sind. Das erschwert die Konsolidierung der Daten.

Zentrale Datenhaltung

All das will die Stella Systemhaus GmbH durch eine zentrale Datenhaltung mit ihrer Software G2 vermeiden. In der zentralen Datenhaltung sieht Stella-Chef Staudinger eine Voraussetzung für hohe Datenqualität, weil sie die Verwaltung von aktuellen, vollständigen Daten möglich macht und verhindert, dass Daten doppelt oder gar mehrfach vorliegen. Dabei verbinde G2 die Flexibilität einer generischen Lösung wie Excel mit zentraler Datenhaltung wie bei einer Branchenlösung.

Doch anders als bei Excel liegen die Daten wohlgeordnet auf einem sicheren Datenbankserver. Und im Unterschied zu herkömmlichen Branchenlösungen werden bei G2 die Geschäftsregeln nicht in der Software selbst verankert, sondern ähnlich wie bei Excel mit Anweisungen und Funktionen in Formularen hinterlegt. Andert sich eine Geschäftsregel, sind keine externen IT-Experten notwendig, um die Software für viel Geld anzupassen, sondern die Mitarbeiter legen einfach ein neues Formular an.

G2 bietet laut Gerd Staudinger gleich mehrere Vorteile: Es sei ermöglich, Daten aus verschiedenen Quellen effizient zusammenzuführen, zu bewerten und zu analysieren. Jeder Mitarbeiter im Unternehmen könne sich die freigegebenen Daten, die er benötigt, in Eigenleistung selbst aus anderen Systemen (innerhalb und außerhalb des Unternehmens) importieren und in einem Formular in sein System integrieren.

Datenintegration ohne Programmierung

Dafür muss er nicht programmieren können. Er integriert auch nicht alle Daten in sein System, sondern nur die Angaben, die er für seine Arbeitsaufgabe wirklich braucht. Die Mitarbeiter können unabhängig voneinander arbeiten und behindern sich nicht gegenseitig. Schnittstellen zu allen gängigen Formaten sind hinterlegt. Die Mitarbeiter müssen nur die Angaben aus dem Feld der Datenquelle in das Feld ihres Formulars ziehen (Mapping). Die Technologie ermöglicht es außerdem, komprimierte Informationen aus den Firmendaten zu gewinnen, um auf einen Blick Fehlentwicklungen im Unternehmen ausfindig zu machen und zu korrigieren.

Auf die Frage, welche Datenquellen G2 „anzapfen“ kann, antwortet Firmensprecherin Katrin Richter: „G2 kann mit den gängigen Office-Datenquellen – Excel, ODBC, Access, Text, Zwischenablage, Webservices – arbeiten. Das kann auf Anforderung beliebig erweitert werden.“ Diese Daten können dann jeglichen Zielsystemen zur Verfügung gestellt werden, sofern sie die entsprechenden Importschnittstellen haben. Über ODBC ist auch ein Zugriff auf db2 for i möglich. Zu den technischen Voraussetzungen für den Einsatz von G2 zählt Microsoft .Net und ein Microsoft SQL-Server. „Wo es .Net nicht gibt, ist es auch über einen Terminal-Server möglich“, erklärt Richter.

Unabhängig vom IT-Dienstleister

Die Mitarbeiter in den Unternehmen, die mit G2 arbeiten, sind dann nicht mehr unbedingt vom IT-Dienstleister oder von der IT-Abteilung abhängig, denn das Systemhaus Stella gibt auch Hilfe zur Selbsthilfe. Danach sind die Anwender laut Firmenchef Staudinger in der Lage, die Software selbst an aktuelle Erfordernisse anzupassen und zu erweitern – und zwar ohne dass sie Programmierkenntnisse besitzen müssen. Und dass G2 funktioniert, beweise ein Projekt im Saarland, wo die Ministerien die Technologie seit Jahren für die EU-Fördermittelverwaltung nutzen.

Dabei handelt es sich um eine komplexe Aufgabe und ein Fördervolumen von insgesamt 150 Mio. Euro. Dort gibt es 300 verschiedene Richtlinien, die sich ständig ändern. Während andere Verwaltungen immer wieder externe Programmierer bemühen müssen, um die Software an die aktuellen Veränderungen der Rechtslage anzupassen, bauen sich die Verwaltungsmitarbeiter selbst ihre neuen Formulare. Der G2-Automat erzeugt die Windows-Nutzeroberfläche und die Web-Oberfläche für die Kommunikation mit dem Bürger. Stella Systemhaus stellt die Lösung einmal zur Verfügung – als Kopiervorlage. Das ist im Leistungsumfang enthalten.

Die 1991 gegründete Dresdner Softwarefirma hat eigenen Angaben zufolge rund 100 Kunden mit 28.000 Anwendern in ganz Deutschland und gehört zu den wenigen kleinen Firmen, die einen Rahmenvertrag mit der Bundesrepublik geschlossen haben. Stella hat u.a. für das sächsische Finanz-, das Wirtschafts- und das Sozialministerium gearbeitet. Von der Firma stammen Lösungen für die Verwaltung von Störungsmeldungen, Ruhegehaltsberechnungen und Warenwirtschaftssystemen, für IT-Rahmenpläne und Baumängelverwaltungen.

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