Wann ist ein IT-Infrastrukturmanagement modern?

Hoher ­Bedarf, eklatante Mängel

Unternehmen stehen zunehmend unter Druck, dem Tempo der Digitalisierung standzuhalten. Ein ganzheitliches, modernes IT-Infrastrukturmanagement stellt sicher, dass sie wettbewerbs- und geschäftsfähig bleiben. Eine aktuelle Kurzstudie von Techconsult im Auftrag der FNT GmbH hat untersucht, wie Unternehmen im deutschsprachigen Raum diesbezüglich aufgestellt sind – und gibt Ein­blicke in die Anforderungen.

  • Unser Autor Andreas Thieme ist Experte für Dokumentation und IT-Infrastrukturmanagement bei der FNT GmbH (Ellwangen/Jagst).

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IT-Infrastrukturmanagement hat die Aufgabe, für eine stabile, leistungsfähige IT-Umgebung zu sorgen, die schnell und flexibel auf Innovationen und Veränderungen reagieren kann. Umso gravierender ist das Ergebnis der Kurzstudie, wonach die befragten IT-Verantwortlichen mit dem IT-Infrastrukturmanagement in ihren jeweiligen Unternehmen unzufrieden sind. 

Es hapert am Budget

Nur jedes zweite Unternehmen stuft demnach den Stellenwert des Infrastrukturmanagements derzeit als „sehr hoch“ oder „hoch“ ein. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die Studie bei der Frage nach dem Reifegrad. Lediglich 46 Prozent der Unternehmen sehen ihr IT-Infrastrukturmanagement auf einem „sehr guten“ oder „guten“ State of the Art; 54 Prozent agieren auf „mittlerem“, „niedrigen“ oder „sehr geringen“ Reifegraden.

Daraus resultiert, dass auch die Budgets nicht auf dem passenden Level sind. Obwohl das IT-Infrastruktur­management die Hauptlast des IT-Betriebs stemmt und für den Großteil der technischen Innovationen zuständig ist, stellen 43 Prozent der Unternehmen nicht ausreichend – 9 Prozent sogar gar keine – monetären Mittel für eine Optimierung bereit.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11-12/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Dabei ist der Bedarf groß: Ein Drittel der Unternehmen verbringt zu viel Zeit mit der Verwaltung und Wartung der Infrastruktur und 31 Prozent geben an, dass die genutzte IT-Infrastruktur nicht vollständig für die eigenen Anwendungen optimiert ist. Insgesamt fehlt es in 30 Prozent der Unternehmen an Personal und Fähigkeiten, um die Infrastruktur möglichst effizient zu betreiben. Zudem herrscht bei mehr als jedem vierten Unternehmen ein Mangel an Absicherung gegen Cyber-Attacken.

Die Studie kommt weiterhin zu dem Ergebnis, dass Unternehmen weder auf On-Premises noch auf Cloud verzichten können. Die Koexistenz beider Infrastrukturwelten scheint die Lösung zu sein. 

Unternehmen wollen moderne Cloud-Anwendungen einsetzen, ohne dabei auf traditionelle IT-Infrastrukturen verzichten zu müssen. Denn letztere haben weiterhin große Vorteile. Da 59 Prozent der Unternehmen hohe IT-Security-Anforderungen an die eigene IT-Infrastruktur stellen, erachten sie eine lokale Struktur für ihr Kerngeschäft weiterhin als besonders wichtig. 

Ein weiterer Aspekt ist der Wunsch nach der unternehmenseigenen Kontrolle. 51 Prozent der Unternehmen möchten die Hoheit der kritischen Infrastruktur ungern in fremde Hände geben. Für knapp über die Hälfte der Unternehmen spielt außerdem der Datenschutz eine besondere Rolle.

Um das Beste aus beiden Welten nutzen zu können, ist eine hybride Strategie sinnvoll. 60 Prozent der Unternehmen setzt auf diesen Ansatz. Der jeweilige Anteil hängt von den spezifischen Anforderungen ab. 35 Prozent behalten einen Großteil der On-Premises-Infrastruktur und migrieren nur gewisse Workloads in die Cloud. 25 Prozent ersetzen den größeren Teil durch die Cloud – und nur die wichtigsten Kernfunktionen bleiben vor Ort. Ganze 12 Prozent sprechen sich für eine Cloud-Only-Strategie aus, während für 28 Prozent auch in Zukunft die lokale Infrastruktur die einzige und zentrale Betriebsform bleibt.

Fazit

IT-Management muss in der Lage sein, Cloud- und On-Premises-IT-Architekturen gleichermaßen zu verstehen und zu verwalten. Es sollte die zunehmende Komplexität der Cloud-Landschaft reduzieren und diese mit der On-­Premises-Infrastruktur in einer hybriden IT-Landschaft vereinen. Die IT-Abteilungen stehen dafür in den Startlöchern. Jetzt gilt es nur noch, die Führungsebenen zu überzeugen.

Bildquelle: FNT, Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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