Die Public Cloud als neues Ziel für IBM i

Hybrid Hub in Frankfurt

Virtuelle Server auf Basis von Power-Systemen und IBM i sind seit Anfang Dezember auch in Europa aus der IBM Cloud verfügbar – und zwar im IBM-Rechenzentrum Frankfurt. Das heißt: Es entfallen die langen Signallaufzeiten nach Washington oder Dallas, wo bereits seit Juni Power i in der IBM Cloud betrieben wird. Bisher gab es in Frankfurt nur x86-Server.

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Im Juni 2019 hatte IBM – zunächst in Nordamerika – erstmals virtuelle IBM-i- und AIX-Server über die IBM Cloud angeboten, damit die Kunden die Reichweite ihrer Power-Ressourcen auf die öffentliche Cloud erweitern können, indem sie sowohl lokale als auch externe Server bereitstellen. Lokal. Vor kurzem wurde dann wie im letzten Frühjahr angekündigt die Verfügbarkeit virtueller IBM-i-Server in der IBM Cloud auf ihr Cloud-Rechenzentren in Deutschland ausgeweitet.

Dies ist eine wichtige Neuigkeit für alle IBM-i-Kunden, die ihre Geo-Footprints ausweiten und Server mit Power9-Prozessor in der Cloud außerhalb der USA hochfahren möchten. Das Angebot ist ein Infrastructure-as-a-Service-Angebot, das im IBM Cloud-Katalog zur Verfügung gestellt wird. Die Cloud-Services werden vom Kunden selbst verwaltet. Der Kunde hat die Möglichkeit, die Rechenzentren und Verfügbarkeitszonen für die Bereitstellung und Konfiguration der ausgewählten Services sowie die Managementfunktionen für die Services auszuwählen.

Zusätzlich zu Washington, DC und Dallas können AIX- und IBM-i-Benutzer jetzt auch in Frankfurt (Deutschland) dieselben Scale-out-LPARs (bis zu 15 Kerne und jetzt bis zu 1 TB Speicher) sowie Enterprise-LPARs (bis zu 143 Kerne und nun bis zu 16 TB Speicher) für sich bereitstellen lassen. Alle virtuellen Server in jedem der drei Rechenzentren wurden zu Power9-Systemen weiterentwickelt (Power8 wird nicht mehr angeboten); außerdem wurde die Maximalgrenze für den zulässigen Arbeitsspeicher erhöht.

Damit gibt es auch hierzulande diese neue Option zum Betrieb von IBM-i-Partitionen in der Cloud. Ein Unternehmen kann sowohl einen AIX- oder IBM-i-basierten Virtual-Machine-as-a-Service on IBM Cloud anpassen und erwerben. IBM steuert die Maßnahmen bis zur Bereitstellung des Betriebssystems; der Kunde übernimmt anschließend selbst die weitere Verwaltung und den Betrieb des Betriebssystems. Dieses Angebot lässt sich mit einer nutzungsabhängigen Preisstruktur über den IBM Cloud-Katalog beziehen. Der Kunde bleibt für die Sicherung seiner Daten und deren Wiederherstellung verantwortlich. Eine Einführung in die technischen Details findet sich hier.

Hier ein Preisbeispiel aus für eine IBM-i-Produktions-LPAR für Workloads mit einem CPW-Bedarf, der sich mit Power9-Kern locker bewältigen lässt: Ab 886 Dollar/Monat steht dann für den Kunden in der Frankfurter Cloud-RZ ein System S922 mit fünf gesharten Prozessor-Kernen, 8 GB RAM, 500 GB HDD und dem Betriebssystem IBM i bereit.

Als typische Anwendungsfelder gelten zum Beispiel Entwicklungs- und Testumgebungen. Der Grund ist einfach: so können Projekte früher beginnen, weil dafür nicht mehr große Server-Budgets genehmigt werden müssen und keine langwierigen Installationen mehr nötig sind. Die Test-Umgebungen können dynamisch skalieren und an den während der Tests wechselnden Bedarf adaptiert werden, zumal die Cloud der vorübergehenden Natur der Umgebung Rechnung trägt. Die Testzeiten werden verkürzt, mehrere Tests können parallel ausgeführt werden usw. Dadurch können Entwicklerteams die erkannten Probleme schneller beheben und beheben.

Auch die Notfallwiederherstellung ist ein typisches Szenario, falls eine Sicherung außerhalb des Standorts erforderlich ist, ebenso das Hosting von Unternehmensanwendungen, einschließlich des Bedarfs an temporärer Kapazität – beispielsweise bei Release-Wechseln.

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