Trotz Umsatzrückgang mit Rekordgewinn

IBM besser als erwartet

Obwohl der Umsatz der IBM im Jahr 2012 um 2,3 Prozent auf 104,5 Mrd. Dollar schrumpfte, stand unter dem Bilanzstrich ein Rekordgewinn von 16,6 Mrd. Dollar (12,5 Mrd. Euro, + 5 Prozent).

Im 4. Quartal lagen IBM-Umsatz und -Gewinn über den Erwartungen der Wall Street. Offenbar zahlen sich die Initiativen der IBM in Wachstumsmärkten aus, sowohl in den aufstrebenden BRIC-Staaten als auch bei neuen Technologien wie Cloud Computing, öffentliche Infrastruktur („Smarter Planet“) oder Business Analytics.

Für das vierte Quartal 2012 gab die CEO Virginia Rometty gestern nach Börsenschluss eine Steigerung des Nettogewinns von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bekannt, auf 6,1 Mrd. Dollar, während der Umsatz mit 29,3 Mrd. Dollar ein Prozent niedriger lag. Für den Umsatzrückgang machte sie Wechselkursschwankungen und den Verkauf der Kassensparte an Toshiba TEC verantwortlich; ansonsten hätte IBM auch beim Umsatz leicht (um 1 Prozent) zugelegt.

Hardware-Geschäft bleibt die Basis

Für den Profit sorgen hauptsächlich Software, Services und die Finanzierung, während im Hardware-Geschäft mit Servern und Speichern noch an der Rendite gearbeitet wird. Immerhin konnte die „Systems and Technology Group“ (STG) im 4. Quartal die Bruttomarge um 3,6 Prozentpunkte auf 44,1 Prozent steigern, so dass bei einem Umsatz von 5,8 Mrd. Dollar ein Vorsteuergewinn von 1 Mrd. Dollar zu Buche steht (+23 Prozent). Das Hardware-Geschäft trug also im letzten Quartal nur noch ein Fünftel zum IBM-Umsatz bei; immerhin wuchs es um 4 Prozent, lässt man das verkaufte Kassengeschäft und die Wechselkursschwankungen außen vor. Außerdem liefert es nach wie vor die besten Ansatzpunkte für IBM, um Software, Services und Finanzierung zu verkaufen.

Für das Wachstum gesorgt haben laut Finanzchef Mark Loughridge die im vergangenen Jahr neu eingeführten Produkte, insbesondere die neuen zEnterprise EC12-Mainframes sowie die Pure Systems. Von diesen im April 2012 vorgestellten „Expert Integrated Systems“ habe man bereits über 2.300 Stück verkauft, in mehr als 70 Ländern. Bei den Power Systems schrumpfte der Umsatz um 19 Prozent, auch wenn die neuen Power7+ Systeme sich laut Loughridge gut verkauften. Immerhin habe man den Gewinnbeitrag dieser Systeme verbessern können und den Marktanteil trotz des Einbruchs gehalten. Im gesamten Jahr 2012 sei der Hardware-Umsatz um 7 Prozent auf 17,7 Mrd. Dollar gesunken.

„Refresh des Power-Portfolios“ geht weiter

Loughridge kündigte an, dass IBM den „Refresh des Power-Portfolios“ im ersten Halbjahr 2013 fortsetzen werde. Man darf also auf die bereits angekündigte Pressekonferenz am 5. Februar gespannt sein. „An unsere Erfolge mit Competitive Take-Outs konnten wir auch im 4. Quartal anknüpfen“, freute sich Loughridge. IBM habe insgesamt über 350 Serverinstallationen der Konkurrenz durch Power Systems im Wert von mehr als 335 Mio. Dollar ersetzt, jeweils etwa zur Hälfte Server von Hewlett-Packard und von Oracle/Sun. „Im gesamten Jahr gab es fast 1.200 Competitive Displacements, mit einem Umsatzvolumen von über 1 Mrd. Dollar.“

Nachdem Deutschland im 3. Quartal noch gelobt wurde, zählte es diesmal neben Großbritannien zu den Sorgenkindern in Europa, die bei IBM für einen Umsatzrückgang um 3 Prozent in der Region EMEA sorgten. Das makroökonomische Klima in Deutschland sei in diesem Quartal „herausfordernder“ gewesen, so Loughridge. In Asien habe man um 5 Prozent zulegen können, mit Japan als Zugpferd. Über alle Geographien betrachtet hätten die Wachstumsmärkte um 7 Prozent zugelegt und damit die etablierten Märkte klar hinter sich gelassen. Die BRIC-Länder hatten mit 14 Prozent Wachstum sogar das beste Quartal des Jahres 2012 abgeliefert.

www.ibm.de

Opens external link in new windowDie Details zur Bilanzpressekonferenz der IBM (auf englisch)

Bildquelle: IBM

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