Neuer Magnetband-Standard adressiert Speicherkosten und Datenschutz

IBM bringt LTO9 bis zum Sommer 2021

Am 9. September hat das Konsortium Linear Tape Open die Spezifikationen der 9. Generation seines Magnetband-Standards LTO bekannt gegeben. Eine Cardridge speichert 18 Terabyte statt der zuvor avisierten 24 TB, bei Komprimierung bis zu 45 TB. Am 27. Oktober hat IBM, Gründungsmitglied des Konsortiums, seine LTO9-Produkte für die erste Hälfte des Jahres 2021 angekündigt. Außerdem gibt es neue und verbesserte Cloud Paks als containerisierte Software für die gesamte IBM IT-Infrastruktur, über den Umweg Openshift sogar für IBM i.

Könnte das Muster für das neue LTO9-Laufwerk der IBM sein: Das im November 2018 lancierte Tape-Drive TS1160, das Kassetten mit 20 TB nativer Kapazität verarbeitet, mit Datenraten von bis zu 400 MB/s (bis zu 900 MB/s komprimiert) aufwartet und einen Ethernet-Hostanschluss mit 10 Gb oder Unterstützung für FC mit zwei Anschlüssen und 16 Gb bietet.

Speicherkosten und Datenschutz zählen zu den größten Herausforderungen bei der Datenspeicherung. Magnetband kann nach Einschätzung der IBM helfen, diese beiden Herausforderungen zu meistern, denn sie erlauben eine kostengünstige Speicherung von Massendaten und bieten Möglichkeiten, Cyber-Bedrohungen durch den Einsatz von „Air-Gapping“ zu mindern und sogar zu vereiteln. Die Datenkassetten bieten standardgemäß 50 Prozent mehr Kapazität (18 TB) als LTO 8-Kassetten – und eine 11 Prozent schnellere Datenrate (400 MB/s). Der Hersteller will mit Ultrium-Kassetten der Generation 9 die Speicherdichte erhöhen und so dazu beitragen, die Kosten für die Speicherung großer Datenmengen zu senken – zum Beispiel durch geringeren Platzbedarf.

IBM ist der einzige verbliebene Hersteller von LTO-Bandlaufwerken; für die Medien gibt es mit Sony und Fujifilm immerhin noch zwei. Von einem Herstellerunabhängigen Standard kann bei LTO und Ultrium also kaum noch die Rede sein, selbst wenn OEM-Abnehmer wie z.B. Quantum, HPE, Tandberg oder Spectra Logic die Produkte dieser drei Hersteller mit eigenen Hardware- und Software-Addons „veredeln“ oder für bestimmte Einsatzfelder optimieren.

IBM verspricht, dass LTO9-Lösungen die Gesamtbetriebskosten von Bandbibliotheken um bis zu 39 Prozent senken können. Dank der Integration mit der Software Spectrum Protect ist nun auch die Datenaufbewahrung von Containern in Openshift-Umgebungen möglich.

Anders als von IBM gewohnt gibt es noch Details zu den neuen Produkten, geschweige denn Preise. Nicht einmal ein Bild des neuen Laufwerkes ist für uns erhältlich, so dass sich die Frage stellt: Welches Laufwerk zeigt Quantum?. Das Gründungsmitglied des Konsortiums hatte LTO9 ja bereits im September angekündigt und will schon ab Dezember liefern. Und bekanntermaßen baut Quantum dabei ja auf den IBM-Laufwerken auf.

Neben der neuen Magnetbandtechnologie kündigte IBM außerdem weitere Cloud Pacs an, um die Modernisierung von Anwendungen und die native Cloud-Entwicklung mit integrierten Laufzeitumgebungen u.a. auch auf Power-Systemen zu beschleunigen. Ein Beispiel dafür ist das neue Cloud Pak für Multi-Cloud-Management; es soll für mehr Transparenz, Automatisierung und Governance in der hybriden Multi-Cloud sorgen, auch auf Power-Systemen. Und die Storage Suite for Cloud Paks erweitert die Unterstützung für den Container-nativen Datenzugriff auf Red Hat Openshift. Diese Suite zielt darauf ab, Teams, die häufig Dateien, Objekte und Blöcke als softwaredefinierten Speicher benötigen, mehr Flexibilität mit Blick auf Integration und Bereitstellung von Speicherkapazitäten zu bieten.

Spectrum Scale fügt außerdem einen vollständig containerisierten Client und einen Laufzeitoperator hinzu, um den Zugriff auf skalierbare Data Lakes auf beliebigen Openshift-Clustern zu ermöglichen. Und mit Cloud Object Storage kommt Unterstützung für s3fs, die mit Openshift gebündelte Open-Source-basierte Datei-Schnittstelle zum Objektspeicher Amazon S3.

Bildquelle: IBM

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