Statt von Abo oder „Subscription“ spricht IBM von „Auto Renewal“, weil sich das Abo nach Ablauf der Anfangslaufzeit automatisch verlängert; nur mit einer aktiven Kündigung wird das verhindert.
Nachdem bereits im September 2023 die Abonnementpreise für die P05- und P10-Software-Klassen von IBM i vorgestellt worden waren, wird der 26. März der letzte Tag sein, an dem neue unbefristete Lizenzen und Software-Wartung für diese Systeme auf neuen Power10-Systemen erworben werden können. Mitte Februar wurde vom Hersteller ein erstmals überhaupt ein „IBM i Business Transformation FAQ“ veröffentlicht, das dann aktualisiert und neu veröffentlicht würde. Details zum Thema finden sich hier.
Im Grunde ist das Software-Abo nichts Neues – wurde „Subscription für IBM i“ doch bereits im Mai 2022 in der Prozessorklasse P05 eingeführt. Seitdem kann man für die Releases V7R2 bis V7R5 Subscriptions mit einer Laufzeit von ein bis fünf Jahren erwerben. Seit Februar 2023 ist das Abo-Modell auch für alle anderen Prozessorklassen P10 bis P30 verfügbar.
Außerdem wurden unter dem Motto „IBM i Simplification“ auch Produkte, die zuvor kostenpflichtig waren und separat erworben werden mussten, in die IBM-i-Lizenz integriert. Dazu gehören etwa IBM i Client Access, die Performance Tools, Printer-Support und weitere Lizenzprogramme. Außer für Websphere Development Studio, BRMS, IBM Cloud Connection wird seitdem nur noch der IBM-i-Lizenzschlüssel benötigt.
Unbefristete Lizenzen bleiben gültig und verfallen nicht. Doch mit Wirkung vom 7. Mai gibt es keine Möglichkeit mehr, unbefristete IBM-i-Lizenzen zu übertragen, wenn man neue Power10-Server erwirbt. Dies betrifft zunächst die P05- und P10-Software von IBM i auf den folgenden Maschinentypen: S1014-Server mit 4-Kern- und 8-Kern-Prozessor sowie die Modelle S1022 und S1022s. Hier bleibt als Alternative zum Neuerwerb nur die gebührenpflichtige Umwandlung der unbefristeten Lizenz in ein Abo.
Der Transfer auf ein bereits vorhandenes Bestandssystem ist von dieser Änderung nicht betroffen; er ist weiterhin gegen eine Gebühr möglich. Bezüglich der Wartung unbefristet lizenzierter Software ändert sich nichts; auch sie weiterhin ohne Einschränkungen erworben werden. Eine Mischung von unbefristeten Lizenzen und Subskriptions auf einem System ist nicht möglich.
Im Zuge der neuen Strategie, Dauerlizenzen für IBM-i-Software in Abonnements umzuwandeln, gibt es nun beispielsweise auch die populäre Software „Backup and Recovery Media Services“ im Abonnement. Bisher wurde BRMS per unbefristeter Lizenz vermarktet, die zwischen den Servergenerationen übertragbar war. Die Kosten richteten sich nach der Softwaregruppe des Servers (P05, P10, P20 oder P30). Es gab eine Basisoption und zwei optionale Module – Advanced und Network.
Nun erfolgt die Vermarktung im Abonnement für einen Zeitraum von ein bis fünf Jahren; die beiden optionalen Module sind inbegriffen – und es gibt keine Softwaregruppen mehr. Stattdessen wird der Preis pro aktivem Core berechnet. Derzeit gibt es nur noch wenige Software-Produkte, die noch nicht im Abonnement vermarktet werden: PowerHA System Mirror for i, Db2 Mirror for i und die Cloud Storage Solutions.
Die Umstellung auf Abos löst bei den Kunden keine Begeisterungsstürme aus, und zwar nicht nur, weil Veränderungen immer skeptisch beäugt werden. Die Vorbehalte rühren vor allem daher, dass ein IBM-i-Abo immer teurer als der Kauf einer unbefristeten Lizenz und die Zahlung von Software-Wartung über eine Laufzeit von fünf, sechs oder sogar sieben Jahren, wie es im IBM-i-Markt üblich ist – und das, obwohl IBM im Zuge der Umstellung viele Funktionen, Lizenzprogramme und Erweiterungen des Stacks kostenlos im Abo bündelt.
Vielleicht denkt ja auch noch über Rabatte, Übergangsfristen und ähnliches nach, um den Kunden entgegenzukommen, denn noch scheint in diesem Bereich angesichts der zahlreichen Ankündigungen nichts in Stein gemeißelt.
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