Matthias Hartmann wird CEO von Techem

IBM sucht neuen Chef

Matthias Hartmann wird zum 16. Januar 2020 neuer „Chief Executive Officer“ der Techem-Gruppe. Der bisherige IBM-Geschäftsführer folgt auf Frank Hyldmar, der – wie im Juni angekündigt – das Unternehmen Ende September aus persönlichen Gründen einvernehmlich verlassen hatte.

Matthias Hartmann, der neue CEO von Techem

Nach dem Abschied von IBM soll Matthias Hartmann als neuer CEO von Techem die strategische Neupositionierung des Unternehmens zum zentralen digitalen Service-Partner der Immobilienbranche vorantreiben.

Den Wechsel an der Firmenspitze hatte Techem, ein Energiedienstleister für die Immobilienwirtschaft und private Wohnungseigentümer mit Sitz in Eschborn, gestern angekündigt. Auf Anfrage von DV-Dialog bestätigte IBM, „dass Matthias Hartmann sich entschieden hat, die IBM zu verlassen, um ein externes Angebot anzunehmen. Er wird Anfang 2020 gehen […].“ Seine Nachfolge werde zu gegebener Zeit bekannt gegeben werden.

Damit stand Hartmann nur fast auf den Tag genau zwei Jahre an der Spitze von IBM Deutschland, nachdem er dort Anfang 2018 die langjährige Chefin Martina Koederitz abgelöst hatte. Er war ja am 15. Januar 2018 vom Aufsichtsrat als IBM-Geschäftsführer mit der Gesamtverantwortung für den Raum Deutschland, Österreich und Schweiz bestellt worden.

Zweiter Abschied nach 25 Jahren IBM

Bis auf ein Zwischenspiel als Vorstandsvorsitzender beim Marktforscher GfK (von Dezember 2011 bis Dezember 2016) war Hartmann 25 Jahren bei IBM in verschiedenen Management-Positionen in Deutschland und im internationalen Bereich tätig. Von 2005 bis 2009 war er Geschäftsführer der IBM Deutschland, zuständig für den Consulting-Bereich IBM Global Business Services.

Jetzt steht er – wie bei GfK – wieder an der Spitze eines Mittelständlers und muss sich nicht mehr in die Hierarchie eines internationalen Konzerns eingliedern. Techem wurde 1952 gegründet, ist heute mit über 3.400 Mitarbeitern in mehr als 20 Ländern aktiv und hat mehr als 11 Mio. Wohnungen im Service. Bei IBM dagegen musste er den Vorgaben aus Amerika folgen, die einen strikten Stellenabbau vorsehen. Immer wieder ist von einem „remix of the workforce“ oder einem „rebalancing“ die Rede. Nicht mehr benötigte Experten werden entlassen statt umgeschult; dafür werden dann günstigere, junge Kräfte eingestellt, die natürlich noch unerfahren sind.

Über die Motive seines Wechsels ist bisher noch nichts bekannt, so dass gerätselt werden darf. Hartmann hatte sich wohl auch der Verbesserung des Arbeitsklimas bei IBM verschrieben, das unter den permanenten Entlassungswellen arg gelitten hat. Der Gewerkschaft Verdi zufolge arbeiten heute nur noch insgesamt rund 12.000 Menschen für den US-Konzern; 2006 hatte IBM noch etwa 22.000 Personen in Deutschland beschäftigt. Der scheidende IBM-Chef Matthias Hartmann sagte ein halbes Jahr nach Amtsantritt dem Handelsblatt, dass er nach Jahren des massiven Stellenabbaus in Deutschland, Österreich und der Schweiz bis 2021 bis zu neue 2.200 Stellen einrichten wolle.

Ausgewiesener Stratege

„Matthias Hartmann ist ein ausgewiesener Stratege mit umfassender Erfahrung in den Bereichen Technologie und Digitalisierung. „Ich freue mich sehr, dass er als neuer CEO die Führung von Techem übernehmen und gemeinsam mit Dr. Carsten Sürig und Nicolai Kuss die Zukunft von Techem erfolgreich gestalten wird. Er bringt alle Voraussetzungen mit, um zusätzliche Impulse zu setzen und das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln“, sagte Andreas Umbach, Aufsichtsratsvorsitzender von Techem. „Im Namen des Aufsichtsrats möchte ich Frank Hyldmar für sein Engagement bei Techem danken. In den vergangenen vier Jahren hat er einen wichtigen Beitrag geleistet, dem Unternehmen eine starke neue strategische Ausrichtung zu geben.“

Mit seiner digitalen Expertise soll Matthias Hartmann die Erfahrung im Energie- bzw. Immobilienbereich der weiteren Mitglieder der Geschäftsführung, Chief Financial Officer und Chief Performance Officer Dr. Carsten Sürig und Chief Sales Officer Nicolai Kuß, ergänzen. Techem will sein Geschäft künftig über die Erfassung von Energie- und Wasserverbrauch hinaus noch stärker um Lösungen ergänzen, die zum Schutz klimarelevanter Ressourcen, zur Wohngesundheit und zur Prozesseffizienz in Immobilien beitragen. Dabei setzt das Unternehmen auf digitale Technologien und Prozesse, um den Mehrwert seiner Produkte und Services für Immobilieneigentümer und -nutzer sowie die Gesellschaft weiter zu steigern.

Laut Dr. Jürgen Diegruber von Techems Mehrheitsgesellschafter Partners Group soll Hartmann „die strategische Neupositionierung des Unternehmens zum zentralen digitalen Service-Partner der Immobilienbranche“ vorantreiben, die „Chancen aus veränderten Kundenanforderungen und Digitalisierung nutzen und das Angebot in den Bereichen Energie- und Prozesseffizienz sowie Wohngesundheit weiter ausbauen.“

Bildquelle: Techem

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