Firmenname als erste Markenbotschaft des neuen IT-Dienstleisters

IBM tauft Newco kryptisch Kyndryl

Bis Ende des Jahres will die IBM ihr Infrastrukturgeschäft in eine eigenständige Firma auslagern, die mit weltweit 90.000 Beschäftigten IT-Infrastrukturen für 4.600 Kunden in aller Welt entwerfen, betreiben und verwalten will. Nach der Besetzung des Topmanagements wurde jetzt auch der Firmenname bekannt: Kyndryl. Die Firmenzentrale wird in New York sein.

  • Kyndryl-CEO Martin Schroeter war früher Finanzchef der IBM

Die Ausgliederung des Infrastrukturgeschäftes war seit Oktober 2020 bekannt – und das Spinoff firmierte bislang unter dem phantasielosen Namen Newco. Jetzt haben die Marketiers des IT-Oldtimers ihre Phantasie angestrengt und den Namen Kyndryl ausgetüftelt – oder wie es die Gewerkschaft Verdi böse formuliert: „erfolgreich gescrabbelt“. Twitter-User assoziieren den Namen mit einem neuen Nasenspray oder mit einem Ikea-Produkt.

Kyndryl-CEO Martin Schroeter erklärt die Bedeutung des Firmennamens so: „Kyndryl beschwört den Geist echter Partnerschaft und echten Wachstums. Kunden auf der ganzen Welt werden Kyndryl als eine Marke kennenlernen, die die lebenswichtigen Systeme im Herzen des Fortschritts betreibt, und als ein unabhängiges Unternehmen mit den besten globalen Talenten der Branche."

Der Name sei eine moderne Adaption von zwei Wörtern, die für die Identität und Mission des neuen Unternehmens von zentraler Bedeutung sind. „Kyn“ leitet Schroeter von dem Wort „kinship“ (Verwandtschaft) ab und verweist auf die Bedeutung dauerhafter Beziehungen zu Menschen –Mitarbeitern, Kunden und Partnern – für die Unternehmensstrategie, Beziehungen, die aufgebaut und gepflegt werden müssen. „Dryl“ komme von „tendril“ (Ranken), was neues Wachstum ebenso andeute wie die Idee, dass das Unternehmen den menschlichen Fortschritt vorantreiben wolle.

Die Namensschöpfung Kyndryl, die bei international aktiven Konzernen alles andere als trivial ist, wird aus der Kombination der englischen Wörter kinship (Verwandtschaft) und tendril (Ranken) abgeleitet. Was der tiefere Sinn dieser Wortkombination sein mag, bleibt ebenso schleierhaft wie die jeweilige Mutation des „i“ zum „y“. Vielleicht haben sich auch die Gamer bei IBM durchgesetzt, denn Kyndryl ist eine Figur aus dem Computerspiel „World of Warcraft“. Marketing-Chefin Maria Bartolome Winans sagt zu der Namensschöpfung: „Die Kreation eines Namens ist nur der Anfang unserer Reise als Marke. Der Name wird dazu beitragen, uns zu identifizieren und den Wiedererkennungswert zu unterstützen, aber die Bedeutung des Namens wird im Laufe der Zeit durch unser Verhalten, unsere Bestrebungen und Handlungen sowie durch das, was wir unseren Kunden ermöglichen, aufgebaut und erweitert.“

„Für starke Tarifverträge bei Kyndryl (das muss ich noch üben) werden wir uns gemeinsam einsetzen“, sagt Birgit Freund-Gerken, Gesamtbetriebsrats-Vorsitzende der IBM D B&TS GmbH, die nach aktuellen Plänen wohl per Eignerwechsel zu Kyndryl übergehen wird. Insgesamt sollen nach den Firmenplänen in Deutschland bis zu 2.500 der IBM-Beschäftigten dorthin wechseln, also Kyndrylerinnen und Kyndryler werden. Kyndryl-CEO Martin Schroeter betont jedenfalls in der Presseinformation die Bedeutung der Belegschaft für den Unternehmenserfolg: „Kyndryl wird ein neues, unabhängiges Unternehmen sein […]. Unsere Fähigkeit, den Fortschritt voranzutreiben, verdanken wir unseren Mitarbeitern - den besten der Welt mit tiefem Fachwissen in der Entwicklung, dem Betrieb und der Verwaltung der modernsten und zuverlässigsten Technologie-Infrastruktur.“

Bildquelle: IBM

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