Gute Hardware-Geschäfte sorgen für kleines Umsatzplus

IBM verliert beim Cloud Computing weiter an Boden

Der IBM-Umsatz legte im 2. Quartal leicht zu, um vier Prozent auf 20 Mrd. Dollar. Er übertraf damit – wie auch der Nettogewinn von 2,4 Mrd. Dollar (+3 Prozent) – die Erwartungen der Analysten. Währungsbereinigt wuchs der Umsatz aber nur um zwei Prozent. Die EMEA-Geschäfte verzeichneten ebenfalls ein Plus (vier Prozent auf 4,6 Mrd. Dollar), wobei Deutschland gemeinsam mit UK, Frankreich und Spanien zu den Wachstumsmotoren gehörte. Der Umsatz mit Power-Systemen wuchs um fünf Prozent.

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Nach schwierigen Jahren und über zwanzig Quartalen mit Umsatzrückgängen blieb IBM jetzt bereits vier Quartale lang mit einem mit Umsatzplus auf dem Wachstumspfad – kurioserweise auch wegen des viel kritisierten Hardware-Geschäftes, das dank der neuen Power9-Systeme und der vor einem Jahr lancierten aktuellen Mainframe-Generation z14 wieder richtig floriert. Das ist wichtig, denn im vergangenen Jahr war der IBM-Umsatz auf 79 Mrd. Dollar geschrumpft. Zum Vergleich: 2011 wurden noch knapp 107 Mrd. Dollar Umsatz erwirtschaftet. Auch damals hatten die Power-Systeme das IBM-Geschäft beflügelt.

Hardware bleibt die Basis des IBM-Geschäftes

Die größten Zuwächse erzielte im 2. Quartal wie erwähnt die Hardwaresparte; ihr Umsatz wuchs um 25 Prozent auf 2,2 Mrd. Dollar. Fast noch wichtiger: Die Hardware-Sparte arbeitet profitabel und steuerte 275 Mio. Dollar zum Vorsteuergewinn bei.

Die als zukunftsträchtig eingestuften Geschäftsfelder Cloud und KI dagegen wachsen im Vergleich zur wichtigsten Konkurrenz viel zu langsam; der Umsatz mit „Cognitive Solutions“ schrumpfte sogar währungsbereinigt sogar um 1 Prozent auf 4,6 Mrd. Dollar.

Der größte Geschäftsbereich der IBM – Technology Services and Cloud Platforms – verbesserte sich immerhin leicht, um 2 Prozent auf 8,6 Mrd. Dollar. Insgesamt verliert IBM aber gegenüber den Cloud-Marktführern Amazon, Microsoft und Google weiter viel Boden, denn der Cloud-Umsatz im 2. Quartal wuchs nur um 20 Prozent auf 4,7 Mrd. Dollar.

Zu wenig Wachstum in der Cloud

In den letzten zwölf Monaten gab im Cloud-Geschäft ein Umsatzplus von 23 Prozent auf 18,5 Mrd. Dollar. Diese Summe setzt sich zusammen aus Umsatz mit Hardware für die Cloud (rund 8,2 Mrd. Dollar) sowie Cloud-Software und -Services.Der IBM-Umsatz mit „as a service“-gelabelten Cloud-Produkten in den letzten zwölf Monaten wird in der Bilanz mit 11 Mrd. Dollar ausgewiesen.

Im Vergleich mit den wachstumsstarken globalen Cloud-Providern Amazon, Microsoft und Google, die bei einem größeren Geschäftsvolumen schneller wachsen, fällt IBM mit diesen moderaten Wachstumsraten immer weiter zurück – und wurde zuletzt bereits vom chinesischen Provider Alibaba auf Platz 5 der weltgrößten Cloud-Provider verwiesen. Auch wachstumsstarke Cloud-Anbieter wie Salesforce oder Tencent scheinen auf der Überholspur.

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