Ralf Sommer, Vorstandsvorsitzender der IFB Hamburg
Eingangsbereich der Hamburgischen Investitions- und Förderbank
Die kurzfristige Umstellung von Mittelvergabe-Prozessen auf eine digitale Lösung soll es der IFB Hamburg ermöglicht, die Prozesse zur Vergabe von Fördermitteln weiter zu beschleunigen und so die Zusammenarbeit mit ihren wichtigsten Partnern auf eine zukunftsfähige Basis zu stellen.
Als zentrales Förderinstitut der Freien und Hansestadt Hamburg unterstützt die IFB den Senat bei der Erfüllung öffentlicher Aufgaben. Ihre Schwerpunkte liegen in der Wohnraum- und Stadtentwicklungsförderung sowie in der Förderung von Wirtschaft, Innovation und Umwelt. Nachdem sie bereits die Corona-Hilfsprogramme über digitale Antrags- und Bewilligungsstrecken abgewickelt hat, soll dieser Weg nun konsequent fortgesetzt werden.
Für die Zusammenarbeit mit ihren Partnern steht nun b+m LMS als Software-as-a-Service-Lösung (SaaS) bereit. Das ist eine modulare Standardsoftware zur Digitalisierung von Förderprozessen, die den gesamten Kundenzyklus von der Beantragung über die fachliche Prüfung bis hin zur Kommunikation und Bewilligung mit den Partnern der Bank unterstützt. Das soll der Grundstein für die vollständig digitalisierte Förderabwicklung im Interbankenkontext sein.
Als Fundament für eine erfolgreiche Digitalisierung gilt die passende Cloud-Lösung. Hier entschied sich die IFB Hamburg für die IBM Cloud, die aus dem Rechenzentrum bei Frankfurt betrieben wird. Diese Cloud verfügt über die in der Bankenbranche erforderlichen Zertifizierungen und Sicherheitskomponenten. Regulatorische Vorgaben, wie beispielsweise die EU-DSGVO oder BaFin, können somit umgesetzt werden.
Datenspeicherung und Datenbearbeitung erfolgen in Deutschland. Die IBM Cloud erlaubt zudem einen hybriden Ansatz, bietet also die Flexibilität, nicht an einen Anbieter gebunden zu sein. Ein wichtiger Vorteil und Treiber der Cloud-Entscheidung war zudem, dass weitere Partner kurzfristig an den Prozess angebunden werden können und ein schneller und reibungsloser Datenaustausch unterstützt wird.
Ralf Sommer, Vorstandsvorsitzender der IFB Hamburg, verweist auf „erhebliche Fortschritte in der Digitalisierung“ im Zuge der Bewältigung der Corona-Krise, in der über 150.000 Förderanträge digital bewilligt und ausgezahlt worden seien. „Im Durchleitungsgeschäft sind wir […] jetzt auch in der Lage, die Förderanträge unserer Finanzierungspartner digital entgegenzunehmen und zu bearbeiten. Damit gehen wir einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse und verbessern mit unseren Partnern der Banken in Hamburg das Angebot für unsere gemeinsamen Kunden.“
Schon vor Jahren hatte die Bank entschieden, die Ablösung des eigenentwickelten iSeries-Kernbankensystems weiter zu forcieren und so die Modernisierung der IT-Landschaft fortzusetzen. Auch die schrittweise Modernisierung der elektronischen Kreditabwicklung im Fördergeschäft sowie die technische Umsetzung neuer Produkte wurde fortgeführt; ein Meilenstein wurde jetzt erreicht.
Schon 2020 wurde für die Bundesprogramme der Forst- und Landwirtschaft mit dem kombiniertem Zuschuss- und Darlehensprodukt eine neue Portallösung für die Zuschuss-Antragsstrecke eingeführt sowie die internen Systeme für das Kombinationsprodukt ausgebaut.
Auch im abgelaufenen Jahr lag der Schwerpunkt der Investitionen in der Modernisierung der IT-Landschaft, insbesondere der Ablösung des eigenentwickelten hostbasierten Kernbankensystems. Hier konnten 2021 größere Etappenziele mit der Umsetzung der Teilmigration auf SAP und Murex erreicht werden. Auch für die Verbesserung der IT-Sicherheit wurden erhebliche Mittel investiert.
Bildquelle: IFB Hamburg