Dakosy warnt: E-Commerce muss sich umstellen

Impost statt Excel-Liste

Zum 15. Januar soll die neue zollseitige IT-Anwendung Impost in Betrieb gehen, die der Zoll für die zoll- und umsatzsteuerrechtliche Behandlung geringwertiger Sendungen bis zu 150 Euro aufgebaut hat. Diese Neuerung ist für das E-Commerce-Geschäft von hoher Relevanz. Simon Lembke, verantwortlich für Zollanwendungen bei der Dakosy Datenkommunikationssystem AG, rät zu einer schnellen Umstellung der Systeme: „Die bisher vom Zoll akzeptierten Excel-Listen werden in Kürze abgelöst.“

Beim Zoll löst die neue Software Impost bald manuelle Übergangslösungen bei der Bearbeitung geringwertiger Sendungen bis zu 150 Euro ab.

Das Hamburger Softwarehaus Dakosy habe die eigene Anpassung für seine Zollsoftware Zodiak GE abgeschlossen und sei zum Stichtag der Inbetriebnahme von Impost startklar, verspricht Lemke. Damit stelle man dem E-Commerce-Handel von der ersten Stunde an eine automatisierte Lösung zur Verfügung.

Die Herausforderung für den preissensitiven und auf kurze Lieferfristen ausgerichteten E-Commerce-Handel sieht Lemke darin, das Massengeschäft zollseitig schnell und mit möglichst geringem Personalaufwand abzuwickeln. Dies gelinge nur mit Automatisierung. „Insgesamt muss jedes Paket während des Imports drei Verfahren durchlaufen – zunächst das Sicherheitsverfahren Import Control System (ICS), dann die 'Summarische Anmeldung' und abschließend die Abfertigung zum freien Verkehr. Letzteres wird künftig mit der IT-Anwendung Impost abgebildet“, erklärt Lembke den mehrstufigen Prozess.

Drei automatisierte Zollprozesse

Die Zollsoftware der Hamburger Software-Schmiede führt jedes einzelne Paket automatisiert durch diese drei Zollverfahren. „Der Versender wird per Status über etwaige Abweichungen informiert, beispielsweise über eine Beschau-Maßnahme“, erklärt Lembke. „Gezielt kann das angeforderte Paket unter Tausenden von Einheiten identifiziert werden, so dass der Rest der Sendung von der Verzögerung nicht betroffen ist.“

Als Grundlage für die Zollanwendung werden lediglich die zollrelevanten Rohdaten zu den Sendungen benötigt, die beispielsweise per Schnittstelle oder im Excel-Format an Dakosy übermittelt werden, denn der Software-Dienstleister verfügt über viel Erfahrung mit dem Zoll. Zodiak ist für alle Zollverfahren in Deutschland mit dem Zollsystem Atlas zertifiziert und kann auch grenzüberschreitend in vielen EU-Nachbarländern eingesetzt werden. Laut Lembke nutzen etwa 2.000 Speditionen, Industrie- und Handelsunternehmen in Europa diese Zollsoftware.

Hintergrund

Im Rahmen der Umsetzung des Mehrwertsteuer-Digitalpakets entfällt seit dem 1. Juli 2021 die Umsatzsteuerbefreiung für die Einfuhr von Kleinsendungen mit einem Wert bis 22 Euro, wie sie insbesondere im E-Commerce vorkommen. Die Fertigstellung der deutschen zollseitigen IT-Anwendung Impost verzögerte sich jedoch und wurde nicht wie geplant zum 1. Juli 2021 abgeschlossen. In der Zwischenzeit arbeitet der Zoll mit manuellen Übergangslösungen. Nun soll die neue IT-Anwendung zum 15. Januar 2022 in Betrieb genommen werden.

Bildquelle: Dakosy / hakinmhan – Stock.adobe.com

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